Köln - Solbakken schon vor der Landung in Köln

Solbakken schon vor der Landung in Köln

Von: zva
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Freut sich da jemand auf seine
Freut sich da jemand auf seinen neuen Job beim 1. FC Köln? Stale Solbakken in Aktion. Foto: imago/Lars Ronbog

Köln. Der 1. FC Köln ist auf der Suche nach einem Cheftrainer für die kommende Saison offenbar fündig geworden. Noch vor dem letzten Spiel von Volker Finke als Interimstrainer am Samstag gegen Schalke 04 soll der neue Chef-Übungsleiter Stale Solbakken seinen Vertrag unterschreiben. „Über das Gute sprechen wir nicht”, entzog sich Finke gestern nach dem Training den Fragestellern.

Während in Köln seit Tagen gemauert, bis Dienstag der Name Solbakken sogar noch dementiert worden war, drang die Nachricht aus dem Land des neuen Trainers an den Rhein. Der Fernsehsender TV2 berichtete gestern auf seiner Internetseite, dass sich der FC für den aktuellen Coach des dänischen Serienmeisters FC Kopenhagen entschieden habe, der Wechsel so gut wie perfekt sei.

Auch der norwegische Verband soll bereits grünes Licht erteilt haben, obwohl Solbakken ab dem komenden Januar die Nationalmannschaft seines Heimatlandes übernehmen sollte. Aber mit „einer angemessenen Entschädigung” lässt man Solbakken Richtung Köln reisen. Dem Vernehmen nach sollen diese „Ablösegespräche” derzeit noch laufen. Wie norwegische Medien berichten, soll es sich um den festgeschriebenen Betrag von 250.000 Euro handeln, den die Kölner noch drücken wollen.

„Wenn er wirklich nach Köln wechselt, ist es vielleicht die beste Entscheidung für den Verein seit 50 Jahren”, kommentierte der Manager des FC Kopenhagen, Carsten Vagn Jensen, den wahrscheinlichen Wechsel seines aktuellen Trainers. In der dänischen Hauptstadt hat sich Stale Solbakken den Ruf eines modernen Trainers erworben, der seine Mannschaft meist offensiv ausrichtet. In der Champions League führte der 43-Jährige den FC Kopenhagen sogar bis ins Achtelfinale. Solbakkens Landsmann Rune Bratseth, ehemaliger Bundesligaspieler bei Werder Bremen, meinte: „Köln ist ein schlafender Riese. Stale hat die richtige Entscheidung getroffen.” Solbakken war nach der Entlassung von Armin Veh auch beim Hamburger SV gehandelt worden, doch der künftige Sportdirektor Frank Arnesen entschied sich für Michael Oenning. Zudem war er einer der Top-Kandidaten für die Nachfolge von Jupp Heynckes bei Bayer Leverkusen.

Solbakken passt jedenfalls optimal in das Anforderungsprofil, das Volker Finke entworfen hatte. Nachdem Frank Schaefer dem FC mitgeteilt hatte, in der kommenden Saison für diesen Job nicht mehr zur Verfügung zu stehen, legte der Kölner Sportdirektor fest, welchen Kriterien der neue Cheftrainer genügen müsse. Eine moderne Fußball-Philosophie müsse er haben, der Mannschaft eine eigene Handschrift verpassen und innerhalb der nächsten Jahre mit dem Team einen eigenen Stil prägen. Der Neue müsse sich taktisch auf dem höchsten europäischen Standard bewegen, natürliche Autorität haben und seine Vorstellungen bereits erfolgreich durchgesetzt haben. Das Ganze soll grundsätzlich offensiv ausgerichtet sein. Ball- orientiert eben.

Dass die Trainersuche schnell abgeschlossen werden soll, hatte Finke schon nach dem Kölner 2:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt betont. „Mit dem neuen Trainer soll ja auch der neue Kader zusammengestellt werden”, unterlegte der 63-Jährige seine Äußerungen. „Jetzt kommt Beschleunigung in die Frage.”

Der heißblütige Solbakken hat auf dem Platz schon einiges erlebt. Seine Karriere als Spieler musste er mit 33 beenden, nachdem er auf dem Trainingsplatz aufgrund eines bis dahin unentdeckten Herzfehlers einen Infarkt erlitt, für tot gehalten und wie durch ein Wunder nach acht Minuten reanimiert worden war. Und der glühende Anhänger des FC Liverpool blieb dem Fußball treu.

Während die Trainerfrage entschieden zu sein scheint, kündigte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Rolf Martin Schmitz, seinen Rückzug an. „Ich habe meinen Wunsch geäußert, mein Amt zur Verfügung zu stellen”, sagt das Vorstandsmitglied des Energiekonzerns RWE.

Am Dienstag tagt der FC-Verwaltungsrat. Es geht um die künftige Klub-Ausrichtung. Es könnte spannend werden, am Ende der Sitzung muss sich das Präsidium unter Wolfgang Overath erklären. Macht er weiter?
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