Solbakken: „Die Automatismen klappen”

Von: Günter Kirschbaum
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Fingerzeige zum Glück?: Köln
Fingerzeige zum Glück?: Kölns Trainer Stale Solbakken. Foto: imago/Herbert Bucco

Köln. Die Ausgangslage ist komfortabel wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der 1. FC Köln geht als Tabellenzehnter mit 21 Punkten am kommenden Samstag in Wolfsburg in die Bundesliga-Rückrunde. Und für die zweite Saisonhälfte haben sich Trainer Stale Solbakken und sein Kader einiges vorgenommen.

„Wir wollen am Ende in der oberen Tabellenhälfte stehen”, hat Kapitän Pedro Geromel das Ziel formuliert und nennt den Grund für seinen Optimismus: „Wir haben jetzt verstanden, was der Trainer von uns will.”

Solbakken tut nichts, was den Optimismus in seinem Team dämpfen könnte. Allerdings setzt der Norweger als Saisonvorgabe weder Platz noch Punktezahl fest. Der Norweger will in erster Linie die inflationär hohe Zahl der kassierten Treffer eingrenzen. „15 Gegentore weniger” sollen es in den nächsten 17 Spielen werden. In der Hinrunde landete die Kugel 35 Mal im Kölner Kasten. Solbakken schöpft seine Hoffnung auf eine stabilere Defensive aus den Erkenntnissen der Vorbereitung. „In den Testspielen gegen Hannover und Utrecht waren wir richtig gut und haben so gut wie keine Chance zugelassen”, stellt der 43-Jährige fest. „Die Automatismen klappen endlich.”

Der gute Gesamteindruck rundet sich für den Trainer ab, weil außer dem Langzeitverletzten Adil Chihi (Kreuzbandriss) alle Spieler fit sind, selbst mit Lukas Podolski, der am Samstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, rechnet Solbakken beim Auftaktspiel in Wolfsburg.

Der Kader, mit dem der FC in die Rückrunde geht, ist etwas schlanker geworden. Mit Tomoaki Makino (Red Diamonds Urawa) und Alexandru Ionita (Rapid Bukarest/beide ausgeliehen) wurden zwei Spieler von der Gehaltsliste gestrichen. Und aller Voraussicht nach wird auch noch Adam Matuschyk beim Zweitliga-Tabellenführer Fortuna Düsseldorf „geparkt”.

Der dritte Torhüter Miro Varvodic und Offensivspieler Sebastian Freis, die in Solbakkens Planspielen keinen Platz mehr haben, konnten noch keinen neuen Arbeitgeber finden.

Der bisher einzige Neue ist der 18-jährige schwedische Angreifer Mikael Ishak. „Der muss sich aber erst an die Mannschaft und die Bundesliga gewöhnen”, betont Solbakken, dass er Ishak Zeit lässt. Deshalb will der Trainer noch einen Strafraumstürmer als Backup für Milivoje Novakovic. Der Slowene, der seit Anfang Oktober mit einer mysteriösen Hüftverletzung fehlte, ist zwar wieder fit, aber keiner wagt zu prognostizieren, wie stabil die Gesundheit Novakovics unter Wettkampfbelastung ist.

War die gesamte Hinrunde geprägt von verletzten und/oder gesperrten Leistungsträger (Geromel, Novakovic, Lanig, Sereno, Novakovic, Chihi), so setzt Solbakken jetzt darauf, dass eine größere personelle Konstanz auch eine größere Stabilität der Leistung bewirkt. „In der Hinrunde haben wir richtig gute, aber auch richtig schlechte Spiele gemacht”, blickt der Trainer zurück und fordert: „Wir müssen den Mittelweg finden.”

Der Mittelweg, den Solbakken fordert, ist das Gefälle zwischen Heimauftritten und Auswärtsbegegnungen zu nivellieren. Das scheint vor allem eine Kopf-Sache zu sein. Denn während den FC mittlerweile vor eigenem Anhang ein Rückstand nicht mehr aus den Schuhen kippen lässt, war ein Gegentreffer auf fremden Plätzen oft die Initialzündung für einen kollektiven Zusammenbruch des Systrems.

Mentale Stabilität, so lautet Solbakkens Stichwort. „Aber die kommt jetzt”, glaubt der Trainer. „In der Hinrunde haben wir in 17 Spielen 14 Mal in der Abwehr umstellen müssen. Das wird hoffentlich jetzt anders.” Solbakken sieht den FC auf dem richtigen Weg.
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