Sergio Pinto hält sich in seiner alten Heimat fit

Von: Klaus Schmidt
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Den Körper stählen mit Ex-Kollege Thomas Stehle: Sergio Pinto (rechts) hält sich in Würselen fit. Foto: Wolfgang Birkenstock

Würselen/Düsseldorf. Ende Oktober hat es ihn dann mal wieder selbst erwischt. Der Ball kam „unerwartet aus einem Meter“ und mit solcher Wucht, dass der Kiefer brach. Das ahnte Sergio Pinto in diesem Moment noch nicht, natürlich war die Sache unangenehm, aber „ich war noch so voll Adrenalin“, dass er durchspielte gegen den FC Ingolstadt. „Am Morgen danach wurde mir schlecht“, die Diagnose zog den 34-Jährigen erst mal aus dem Verkehr.

Seit dieser Saison steht Pinto bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag; der Deutsch-Portugiese gehört zu der Kategorie Fußballer, die man mag, wenn sie für die eigene Mannschaft unterwegs sind, und die man im Trikot des Gegners verflucht. Auf dem Platz ein grelliger, unangenehmer Zeitgenosse, die Bezeichnungen für ihn reichen von „Schlachtross“ bis „Giftzwerg“. Er teilt aus, aber er steckt auch ein.

Basis im Grenzland

Sergio Pinto hat die besten Zeiten am Aachener Tivoli mitgestaltet. Drei Jahre lang trug er das schwarz-gelbe Trikot, er gehörte zu dem Team, das bis heute der erfolgreichste Zweitligist in einem europäischen Wettbewerb ist, und stieg 2006 mit Alemannia in die Bundesliga auf. Der Kontakt zu manchen alten Kameraden ist nie abgerissen; es trifft sich in diesen Tagen, in denen Pinto seinen Kieferbruch konservativ auskuriert, dass er im Würselener Studio von Kai Michalke auch mal mit Thomas Stehle trainieren kann, „um nicht zu viel Muskelmasse zu verlieren“. Pinto hatte stets eine Basis im Grenzland, er behielt seine Wohnung in Herzogenrath auch in den sechs Jahren bei Hannover 96 und in der einen Saison bei UD Levante. Nun wohnt er mit Frau und zwei Kindern in Würselen, im Februar soll Spatenstich zum Hausbau in Aachen-Haaren sein.

Im Sommer 2013 war der defensive Mittelfeldspieler ausgezogen, um im Herbst seiner Karriere den Traum vieler Fußballer zu verwirklichen. Sergio Pinto unterschrieb einen Zweijahresvertrag bei Levante, dem ältesten, aber kleineren Klub aus Valencia, Primera Division. „Levante bedeutet Sonnenaufgang“, doch die Geschichte sollte sich anders entwickeln. Zum Saisonstart ging es ins große Camp Nou, gegen Messi und Xavi, Piqué und Fábregas, Mascherano und Dani Alves.

Es wurde ein Desaster, 0:7 beim FC Barcelona, schon zur Pause stand es 0:6 und Pinto nach der Pause nicht mehr auf dem Platz. Doch gegen den FC Sevilla (0:0) war er wieder dabei, er machte seine Spiele – „und plötzlich nicht mehr“. Gerne wollte Pinto vom Trainer Näheres wissen, „aber ich habe keine vernünftige Antwort bekommen“. Der Profi merkte früh, „dass das nichts für mich ist. Spanien ist gut und schön – aber ich hatte gegen vieles anzukämpfen.“ 18 Mal kam Pinto in der Liga zum Einsatz, zur „Copa del Rey“ spielte er ein zweites Mal im Camp Nou. „Diesmal führten wir 1:0“, dann musste Pinto wegen einer Muskelquetschung schon in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden, Levante verlor 1:5.

Freundschaft mit Rösler hilft

Dass er nun bei Fortuna gelandet ist, hat Sergio Pinto einer weiteren Verbindung aus Alemannia-Tagen zu verdanken, der Freundschaft zu Sascha Rösler. Als die Frauen mal wieder miteinander telefonierten, war der Ex-Kollege (der in Düsseldorf zum Teammanager aufgebaut wird) schnell über Pintos Unzufriedenheit in Spanien informiert. „Eigentlich müssten unsere Frauen noch Provision bekommen“, sagt Pinto.

Am Montagabend saß er wieder als Zuschauer in der Arena, aus dem Sprung an die Tabellenspitze der 2. Liga wurde erst mal nichts beim 3:3 gegen Greuther Fürth. „Aber jetzt kommen Aalen, Sandhausen und der FSV Frankfurt“, sogenannte „machbare“ Gegner in einer „Phase, wo nur die Punkte zählen. Wir sind auf einem guten Weg und werden sehen, was am Ende dabei herauskommt.“

Wann er wieder eingreifen kann, ist offen. „Ich will nur gesund werden, ohne Zeitplan. Aber ich werde in Zukunft bei den Spielen eine Schiene tragen müssen.“ Auch ein Sergio Pinto steckt manchmal ein.

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