Selten war ein Aus im DFB-Pokal so überflüssig

Von: Heribert Förster
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Der Entscheidungs-Schuss: Der
Der Entscheidungs-Schuss: Der Ex-Borusse Nando Rafael trifft zum 1:0, Gladbachs Roel Brouwers hat sich düpieren lassen. Foto: dpa

Düsseldorf. Und dann füllte Holger Stanislawski seinen Wunschzettel aus: „Dann will ich Fortuna Düsseldorf. Zu Hause. Im ausverkauften Stadion.”

Der Wunsch des Trainers des 1. FC Köln kann am Sonntag bei der Auslosung der Achtelfinal-Paarungen im DFB-Pokal (ab 18 Uhr in der ARD-Sportschau) in Erfüllung gehen, denn die Fortuna ist weiter im Geschäft nach dem 1:0-Erfolg nach Verlängerung am Mittwochabend im ehemaligen Rheinstadion gegen den Nachbarn Borussia Mönchengladbach

Norbert Meier ist ein ausgebuffter Trainer. Der Düsseldorfer Coach hatte den Fans versprochen, „dass gegen Gladbach die Post abgeht”. Gesagt, wann dies passieren würde, hatte er nicht. Als bei den Fortunen die Post abging, nämlich erstmals in der 42. Minute (!), hätte die Partie schon längst entschieden sein müssen. Doch die Borussen waren wohl der Meinung, dass Pokalabende spannend zu sein hätten, und verpassten die frühe Entscheidung fast schon auf fahrlässige Art und Weise.

Es würde den Platz sprengen, alle guten Möglichkeiten aufzuzählen. Ob nach Eckbällen von Juan Arango per Kopf (Nordtveit/4. und Stranzl/5.) oder alleine vor dem Tor, es sollte nicht sein. Igor de Camargo vergab eher kläglich (10.), Patrick Herrmann scheiterte genauso am starken Fortuna-Torhüter Fabian Giefer (21.) wie kurz vor dem Halbzeitpfiff Arango nach einem schulbuchmäßigen Konter im Anschluss an eine von den Gastgebern verdaddelten Ecke. Zuvor hatte die Fortuna kurzfristig die Post abgehen lassen, doch die Schüsse von Robbie Kruse (42.) und Axel Bellinghausen (44.) lenkte Torwart Marc-André ter Stegen jeweils gekonnt zu Eckbällen ab.

Borussias Trainer Lucien Favre hatte - zumindest Mittwoch - der Rotation abgeschworen und die Anfangself auf den Platz geschickt, die auch beim 3:2-Erfolg in Hannover begonnen hatte. Doch es wurde schnell deutlich, dass bei aller technischen Überlegenheit und einer zunächst klaren Dominanz gegen biedere Düsseldorfer die Durchschlagskraft im Angriff fehlte.

Wir wissen nicht, welches Mittel Norbert Meier seinen Spielern in der Halbzeit verabreicht hat - es war auf jeden Fall ein gutes. Die nun lethargisch agierenden Borussen, die viel zu oft und viel zu schnell den Ball verloren und im Offensivspiel keinerlei Ordnung mehr hatten, sahen sich einer vom euphorischen Publikum nach vorne gepeitschten Fortuna gegenüber.

Deren Elan verpuffte aber wieder, und dann hatte urplötzlich Herrmann die große Chance (75.). Giefer vertändelte den Ball, doch bei Herrmanns Heber war er lang genug, sich den Ball zu schnappen. Der Höhepunkt einer fußballerisch ganz schwachen zweiten Halbzeit dann in der 84. Minute: Nach einem „Stolperfoul” von Arango gegen Kruse pfiff Knut Kircher Elfmeter, doch ter Stegen hielt den flach, aber schwach geschossenen Ball vom sonst so sicheren Schützen Jens Langeneke sogar fest!

Nach sieben Minuten in der Verlängerung war er aber machtlos: Der eingewechselte Ex-Gladbacher Nando Rafael nutzte cool im Strafraum einen Pass des von Dominguez nicht entscheidend gestörten Kruse zum entscheidenden Tor (97.). Borussia hatte noch richtig gute Kopfball-Chancen durch Mike Hanke (110.) und Martin Stranzl (114.), doch gegen leidenschaftlich kämpfende Gastgeber wollte der Ball nicht mehr über die Linie. Fazit: Selten war ein Ausscheiden im DFB-Pokal so überflüssig!

Düsseldorf: Giefer - Levels, Juanan, Langeneke, van den Bergh - Bodzek, Fink, Kruse (102. Ilsö), Lambertz (91. Garbuschewski), Bellinghausen - Schahin (82. Rafael)

Mönchengladbach: ter Stegen - Stranzl, Brouwers, Dominguez, Daems - Nordtveit, Marx (72. Xhaka) - Rupp, Arango - Herrmann (86. Mlapa) - de Camargo (72 Hanke)

Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg) Zuschauer: 52 500 (ausverkauft)

Tor: 1:0 Rafael (97.)

Bes. Vork.: ter Stegen hält Foulelfmeter von Langeneke

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