Mönchengladbach - Schweigen im Borussia-Park

Schweigen im Borussia-Park

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:

Mönchengladbach. Schon Sekunden nach dem epischen Kampf gegen Bayern München hatte Lucien Favre am Mittwoch versucht, aller Welt vorzumachen, er sei trotz Niederlage im Elfmeterschießen gelassen wie ein satter Buddha.

Gut, erklärte Favre einer Fragestellerin vom Bezahlfernsehen inmitten des tosenden Stadions, über das Spiel brauche man nicht mehr groß zu sprechen, das sei ja jetzt Vergangenheit. Doch wer Favres Blick flackern und seine Mundwinkel zucken sah, der ahnte: Mönchengladbachs Trainer hat erstens eher wenig von einem satten Buddha und wird daher zweitens noch eine Weile damit beschäftigt sein, die Emotionen dieses denkwürdigen Abends im Borussia-Park zu sortieren.

Ob er diesen Prozess abgeschlossen hat, ließ sich am Freitag kaum beantworten, da Favre jeden Kommentar zum Pokal-Aus verweigerte. „Gut”, erklärte Favre bei der Pressekonferenz vor der heutigen Partie gegen 1899 Hoffenheim, über das Spiel vom Mittwoch brauche man nicht mehr groß zu sprechen, das sei ja jetzt Vergangenheit. Auch nicht darüber, ob er seine Mannschaft nach der Niederlage habe psychologisch aufbauen müssen. Schon gar nicht darüber, welche Lehren er aus der 0:1-Hinspiel-Niederlage gegen Hoffenheim gezogen habe. „Über die Vergangenheit spreche ich nicht”, sagte Favre.

Nun ist es allerdings so, dass Favre nicht nur über die Vergangenheit nicht spricht, sondern auch nicht über die Zukunft. Sein Spieler Dante hatte, nachdem er am Mittwoch im Elfmeterschießen den Ball ins Schwarz der Mönchengladbacher Nacht gedroschen hatte, trotzig erklärt, die durch das Pokal-Aus freigewordenen Kapazitäten in die bevorstehenden Bundesligaspiele umzulenken und einen Platz zu zementieren, der zur direkten Teilnahme an der Champions League berechtigt. „Dante kann das sagen”, erklärte Favre, er selbst allerdings werde zu diesem Thema keine Stellung beziehen. „Über die Zukunft spreche ich nicht.”

Worüber Favre dann aber doch sprach, das war der heutige Gegner. Hoffenheim sei eine „extrem starke Mannschaft”, die „extrem schwer zu spielen” sei. Babel, Rudy, Vukcevic, die Qualität der Spieler sei extrem überragend, und am Ende hatten Favres Zuhörer den Eindruck, als käme am Samstag nicht der in vielerlei Hinsicht gebeutelte TSV 1899 (2:9 Tore, null Punkte in den letzten beiden Spielen) in den Borussia-Park, sondern eine Weltauswahl plus Fußball-Gott.

Fest stehe indes, sagte Favre, dass der am Mittwoch mit muskulären Problemen im Beckenbereich ausgewechselte Innenverteidiger Martin Stranzl ebenso wenig werde spielen könne wie der gelbgesperrte Havard Nordtveit. Wer stattdessen auflaufen wird, wollte Favre nicht verraten. Die Entscheidung falle erst kurz vor dem Spiel, also in der Zukunft. Und auch über die Zukunft, das weiß man spätestens seit Freitag, spricht Herr Favre nicht so furchtbar gern.

Voraussichtliche Aufstellung: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Marx (Cigerci), Neustädter - Herrmann, Arango - Reus, Hanke
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