Scherr gibt die Hoffnung nicht auf

Von: Klaus Schmidt
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Unverändert zuversichtlich: Manager Uwe Scherr. Foto: Steindl
Torsen Frings
Mehr als nur ein Zaungast am Tivoli: Ex-Nationalspieler Torsten Frings. Foto: dpa

Aachen. Da war sie wieder, „die unsichtbare Faust, die einem in den Magen schlägt“. Auch Manager Uwe Scherr kann davon ausgehen, dass das Komitee für die Zuteilung von Dramen jeder Art in dieser Saison das vereinfachte Verfahren anwendet: alles nach Aachen.

Wer eines Tages im Alemannia-Saisonband 2012/13 blättert, der muss glauben, ins Regal mit den schlecht ausgedachten Fantasy-Romanen gegriffen zu haben. Nach diesem weiteren denkwürdigen Spiel, dem 3:4 gegen Hansa Rostock mit einem praktisch selbst zugefügten Sechs-Minuten-K.o., ging Torsten Frings in die Kabine.

Der Ex-Alemanne fand ein paar aufmunternde Worte für die Mannschaft, er zeigte sich begeistert vom Stadion und von den Fans, die längst ein Gespür für das Machbare entwickelt haben. Auch diesmal gab es keine Anfeindungen, das Team wurde beklatscht, „allein das ist ein Grund, warum wir weitermachen müssen“, sagt Scherr. Und so lange werden Wiedenbrück und Lippstadt nicht ins Navi des Mannschaftsbusses eingegeben.

Die Lage hat sich weiter verschärft für den Tabellenletzten, am Samstag gewannen Erfurt, die Stuttgarter Kickers und Dortmunds Zweite, der Rückstand ans rettende Ufer beträgt nun fünf Punkte. War’s das? „Nein“, sagt Trainer René van Eck. „Aber es wird immer schwieriger. Es ist wenig für uns gelaufen am Wochenende.“ Sie beschwören die rechnerische Chance, „sonst könnten wir ja gleich aufhören“.

Auch Uwe Scherr sagt, was er in dieser Situation sagen kann und muss. „Es sieht jetzt natürlich schlimm aus. Wir haben von den letzten sieben Spielen sechs verloren. Aber rechnerisch ist noch alles drin, und so lange werden wir uns nicht ergeben.“

Die aktualisierte Rechnung: vier Punkte aus den Spielen am Dienstag bei Rot-Weiß Erfurt und am Freitag beim SV Wehen Wiesbaden. Scherr hat beide Gegner zuletzt beobachtet. „Man mag mich für einen Träumer halten, aber ich sage: Vier Punkte sind möglich.“ Es gilt das Motto: „Nie aufgeben im Leben“, selbst nach diesem Freitag nicht, der geeignet war, um den letzten Willen zum Aufbäumen zu ersticken.

Am Montagabend werden René van Eck und Scherr in Erfurt „noch mal mit der Mannschaft sprechen und versuchen, sie aufzurichten“. Ein Ansatzpunkt ist die Ankündigung von Geschäftsführer Michael Mönig, das Insolvenzverfahren eröffnen zu lassen, wenn es keine Chance mehr auf den sportlichen Klassenerhalt geben sollte. „Wir müssen alles dafür tun, damit es nicht so weit kommt“, sagt van Eck, der Mönigs Einlassung ausgerechnet vor den wichtigsten Spielen der Saison ebenso wie Scherr als „unglücklich“ bezeichnet hatte. Der Manager kündigt an, dass es „am Donnerstag ein Gespräch mit Herrn Mönig und Rolf-Dieter Mönning“, dem Sachwalter, geben werde. Unter Einbeziehung der neuesten sportlichen Entwicklung seit Erfurt.

Für Aufmunterung konnten am Sonntag auch die A-Junioren nicht sorgen, Uwe Scherr ging beim Stand von 0:5 gegen den 1. FC Köln (am Ende 0:6). Vielleicht hat dieses Wochenende aber perspektivisch was gebracht. Der Kabinengast Torsten Frings, der sein Abenteuer Toronto beendet hat, will jetzt in Köln den Fußballlehrer machen. Nicht auszuschließen, dass der „Lutscher“ parallel noch eine Saison als Aktiver dranhängt. Dort, wo er es einst angekündigt hatte. Liga-unabhängig. 

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