Ruhig und sachlich: Wolf Werner, Manager von Fortuna Düsseldorf

Von: Dietmar Fuchs, dpa
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Wolf Werner hat mit seinen 70 Jahren schon viele Fußball-Stationen hinter sich. Ob Esens oder Steinhude, ob im Nachwuchs des FC Bayern - überall verrichtete er seine Jobs unaufgeregt. Das hält der älteste Erstligamanager auch bei Fortuna Düsseldorf so. Foto: dpa

Düsseldorf. Nein, ein Lautsprecher seiner Zunft ist Wolf Werner nicht. Als 70-Jähriger verrichtet der älteste Manager der Fußball-Bundesliga seine Aufgaben mit ruhig-gelassener Sachlichkeit - und noch immer überaus zielstrebig.

Als er im April 2007 beim damaligen Regionalligisten Fortuna Düsseldorf den Job als Geschäftsführer Sport übernahm, hatte er eine Vision: „Der Verein gehört zurück in die Bundesliga.”

Dort ist der deutsche Meister von 1933 wieder angekommen. Was Werner nicht nur großes Vergnügen, sondern auch jede Menge Arbeit bescherte. Ihm oblag die diffizile Aufgabe, eine Mannschaft zusammenzustellen, die den Anforderungen gewachsen ist. Preiswert, hungrig nach Erfolg, ehrgeizig.

Werner und Cheftrainer Norbert Meier achteten bei der Runderneuerung des Kaders intensiv darauf, dass die neuen Fortunen eine hohe Einsatz- und Laufbereitschaft mitbringen. Das Führungsduo wollte ein Wir-Gefühl schaffen, wollte die Fans des Rückkehrers mit Malocher-Mentalität der Profis davon überzeugen, dass es sich lohnt, treu zur Fortuna zu stehen.

Und nun? „Ist jeder Spieltag ein Festtag”, stellte Werner jüngst mit genussvollem Lächeln fest. Eines indes will Werner keineswegs dulden: dass sich am Flinger Broich jemand nach dem bisher erfolgreichen Bundesliga-Comeback zurücklehnt. Denn Zufriedenheit heißt für ihn Rückschritt.

Das galt bei ihm immer, ob bei den Amateurteams des VfB Komet Bremen, des FC Steinhude oder des TuS Esens. Oder später, als er unter Jupp Heynckes Assistent bei Borussia Mönchengladbach und von 1987 bis 1989 dessen Nachfolger als Chefcoach war. Stationen im Nachwuchsbereich bei Bayern München und Werder Bremen gehören ebenfalls zur Vita Werners. Auch die Fortuna betreute er schon: zwischen dem 13. November und dem 31. Dezember 2007 in der Regionalliga Nord - dann übernahm Meier.

Nachdem die Irrungen und Wirrungen um das Relegationsspiel gegen Hertha BSC beigelegt waren, war Werners Vision von der erstklassigen Fortuna Wirklichkeit geworden. Spätestens dann begann eine Phase, die er als „ziemlich gestresst” in Erinnerung hat, weil es ihm oblag, Spieler zu holen, die das Vermögen für die Erstklassigkeit haben.

Werners Vorgabe: Die neuen Jungen sollten die verbleibenden Älteren „zwingen, ihr volles Potenzial abzurufen”, wie Werner der „Rheinischen Post” vor Saisonbeginn sagte. Das scheint zu gelingen, obwohl der Fortuna-Manager Rückschläge nicht ausschließt.

Einer der wichtigsten Aspekte im Tun Werners ist und bleibt die wirtschaftliche Stabilität. „Wenn die Leute in Düsseldorf alle genau wüssten, welche Leistung Wolf Werner in den vergangenen Jahren vollbracht hat - sie würden ihn mit der Sänfte durch die Stadt tragen” - dieses Lob seines Weggefährten Meier spricht Bände.
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