Rückkehrer Pizarro schießt Werder zum ersten Sieg

Von: Marco Basten
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„Pizza” mortale für Gladbach: Werder-Rückkehrer Claudio Pizarro nutzt den Patzer von Heimeroth zum 1:0. Foto: imago/Ulmer

Bremen. Ein wenig hatten sie bei Borussia Mönchengladbach schon davon geträumt, mit einem Überraschungscoup an der Weser einen rundum gelungenen Start in die Saison hinzulegen.

Mit dem deutlichen 0:3 (0:2) bei Werder Bremen wurden die Verhältnisse jedoch gerade gerückt. „Es war ein hochverdienter Sieg für Werder”, musste Borussias Trainer Michael Frontzeck nach den 90 Minuten auf der Baustelle Weserstadion attestieren.

Auf Bremer Seite war es der Ex-Borusse Marko Marin, der im Fokus stand. Und Rückkehrer Claudio Pizarro. Während Marin gegen seine alten Kameraden zunächst noch Anlaufschwierigkeiten hatte, zeigte Pizarro nach zwanzig Minuten seine ganze Klasse. „Bis dahin haben wir es gut gemacht und keinen Torschuss der Bremer zugelassen”, sagte Michael Frontzeck zu der durchaus vernünftigen Anfangsphase seiner Mannschaft.

Der Trainer hatte das Mittelfeld durch die Hereinnahme von Michael Bradley „verdichtet” und dafür mit Oliver Neuville den zweiten Stürmer geopfert. Eine Maßnahme, die zunächst aufzugehen schien. Bis besagter Claudio Pizarro zuschlug. Eine Freistoßflanke von Nationalspieler Mesut Özil setzte tückisch vor Torwart Christofer Heimeroth auf, der den Ball vor die Füße von Pizarro prallen ließ. Der Peruaner zeigte seine Qualität und verwandelte eiskalt.

„Dieses Tor war für uns der Schlüssel ins Spiel”, bekannte Werders Trainer Thomas Schaaf. Anschließend kam seine Mannschaft ins Rollen. Sein Kollege Michael Frontzeck, wie Schaaf mit einem äußerst realistischer Naturell gesegnet, konnte die erste Pleite der neuen Spielzeit richtig einordnen. „Wir sind nicht zurück auf dem Boden der Tatsachen, weil wir diesen Boden nie verloren hatten”, stellte der 45-Jährige klar. „Diese Niederlage ist kein Beinbruch.” Dennoch ärgerte es Frontzeck, dass seine Mannschaft vor allem bei eigenem Ballbesitz so erschreckend harmlos blieb. „Da waren wir nie präsent. Wir müssen viel sicherer spielen und uns deutlich mehr zutrauen.” Als es einmal gelang, wurde Karim Matmour nach seinem Tor zurückgepfiffen. „Das war kein Abseits”, schimpfte Frontzeck. „Dieses Tor hätte uns in die Spur bringen können.”

Stattdessen erhöhten die Werderaner fast im Gegenzug durch Pizarro auf 2:0. Der Peruaner traf per Hackentrick und verzückte ganz Bremen. Selbst Thomas Schaaf zeigte sich für seine Verhältnisse begeistert: „Er hat gezeigt, wie wichtig er ist. Nicht nur als Torschütze, sondern er reißt die anderen mit.”

Solch einen mitreißenden Akteur suchte Michael Frontzeck in seinen Reihen vergeblich. Die Borussen konnten sich letztlich bei Christofer Heimeroth bedanken, dass dieser nach seiner schwachen ersten Halbzeit einige Male beherzt zugriff. So parierte er einen Foulelfmeter von Özil und verdarb Marko Marin das Vorhaben, gegen seinen alten Verein zu treffen.

Der kleine Nationalspieler drehte mächtig auf und brachte Gegenspieler Tobias Levels an den Rand des Platzverweises. „Marko braucht ein bisschen was auf die Socken, damit er ruhiger wird”, erklärte Levels. So ganz hat er es nicht geschafft, den Wirbelwind einzufangen.

Als der Bremer Naldo zwei Minuten vor Schluss mit dem 3:0 endgültig den Deckel auf das Spiel machte, gingen die Gedanken von Michael Frontzeck schon zum kommenden Freitag. „Es ist mir nicht so unrecht, dass in fünf Tagen schon die nächste schwere Partie gegen Mainz ansteht. Daher werden wir uns mit der Niederlage hier in Bremen nicht allzu lange aufhalten.”
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