Kerkrade - Roda JC Kerkrade: Weniger Quantität, noch mehr Qualität

Roda JC Kerkrade: Weniger Quantität, noch mehr Qualität

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
Der neue Kapitän von Roda JC:
Der neue Kapitän von Roda JC: Torjäger Mads Junker, dänischer Nationalspieler. Foto: imago/VI Images

Kerkrade. Im letzten Test hielt die Mannschaft ziemlich gut mit. Erst kurz vor dem Abpfiff schoss der FC Malaga - von seinem Besitzer, einem Scheich aus Katar, in diesem Sommer mit 60 Millionen Euro aufgerüstet - das Siegtor zum 2:1 bei Roda JC Kerkrade.

Von Investitionen wie beim neureichen Klub aus der Primera Division kann der Fußball-Ehrendivisionär nur träumen; die Sünden der Vergangenheit hängen bis heute wie ein Klotz am Bein. Der Zuversicht, die sportlich überzeugende vergangene Spielzeit zu bestätigen, tut das keinen Abbruch: Mindestens so stark wie in der Saison 2010/11, die mit dem sechsten Platz endete, soll das Team von Chefcoach Harm van Veldhoven sein. Obwohl die halbe Stammelf das Parkstad Limburg Stadion verlassen hat.

Der Wechsel von Willem Janssen (zentrales Mittelfeld) zu Vizemeister Twente Enschede stand schon lange fest. Gerne gehalten hätte van Veldhoven seinen Kapitän und den zweiten Stürmer. Doch Davy De Fauw zog es nach fünf Jahren bei Roda zurück in die belgische Heimat, der Rechtsverteidiger unterschrieb bis 2014 beim SV Zulte-Waregem. Eine solch lange Vertragslaufzeit hatte Kerkrade nicht angeboten, zudem ist das Gehaltsgefälle zwischen niederländischer und belgischer Liga nicht mehr so steil wie noch vor ein paar Jahren.

Die Finanzen waren der entscheidende Grund für den Abschied von Morten Skoubo. „Ich hätte gerne weiter mit ihm zusammengespielt”, sagt Mads Junker, wie der ehemalige Gladbacher Nationalstürmer Dänemarks und neuer Roda-Kapitän. Zwei Jahre lang war Skoubo vom FC Utrecht, der weiter einen Großteil des Jahresssalärs von 800 000 Euro zahlte, nach Kerkrade ausgeliehen. Spitzenverdiener kommen hier allenfalls auf 300 000 Euro - zu viel der Einbußen für Skoubo, der 31-Jährige ging in die Heimat zu Odense BK.

Der Verlust von Innenverteidiger Pa-Modou Kah (nach Katar) und Regisseur Anouar Hadouir (zu Alemannia Aachen) - obwohl beide langjährige Stammspieler - hat bei Roda JC keinen trauernden Trainer hinterlassen. „Ich habe genug davon, jede Woche mit ein, zwei Spielern darüber zu reden, warum sie unzufrieden sind”, sagt Harm van Veldhoven, und es ist ziemlich eindeutig, wen er damit meint. Kah verweigerte schon mal eine Einwechslung kurz vor Schluss, Hadouir soll kein großer Freund der Einsicht gewesen sein, wenn der Coach per Video einen Fehler aufzeigte.

Auf 22 Profis hat Roda JC den Kader verkleinert, eventuell verlässt noch der Ex-Gladbacher Sebastian Svärd - über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinausgekommen - den Verein. Weniger Quantität, mehr Qualität: Viel verspricht man sich u.a. von Mark-Jan Fledderus (Heracles Almelo), auch wenn der sich noch an das neue System gewöhnen muss (Roda spielt als einziger Erstligist mit einer Mittelfeldraute).

Die Hadouir-Nachfolge soll Adil Ramzi (Katar) antreten, der auch bei Alemannia im Gespräch war. Für die Abwehr wurde Jagos Vukovic von PSV Eindhoven ausgeliehen, als neuer Sturmpartner von Junker ist Sanharib Malki (KSC Lokeren) vorgesehen. Der Syrer hat zwar zwei Jahre praktisch nicht gespielt, doch Harm van Veldhoven, sein Trainer schon in Beerschot, ist überzeugt: „Ich werde schon dafür sorgen, dass er wieder Tore schießt”; 16 waren es mal in einer Saison.

Einziger Zugang, der eine Ablösesumme kostete, ist der bereits in der Winterpause von Vitesse Arnheim ausgeliehene Mittelstürmer Wiljan Pluim. Das ging auch nur, weil ein Sponsor die 350 000 Euro übernahm. Roda steht als Kategorie-1-Klub nach wie vor unter strenger Verbands-Beobachtung.

Kerkrades Vorteil: Der Kader war früh beieinander, konnte sich einspielen. Ob es eine gute Vorbereitung war? „Nur, wenn wir am Samstag gewinnen”, sagt van Veldhoven. Ab 18.45 Uhr gegen den FC Groningen.
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