Köln - Punketeilung im Derby hilft keinem weiter

Punketeilung im Derby hilft keinem weiter

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
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Der Herr der Lüfte: Borussen-Stürmer Rob Friend steigt hoch, hat die Kugel und lässt Kölns Petit nur noch staunen. Foto: dpa

Köln. Ein ganzer Sack voll Frust hatte sich angesammelt nach den Rückschlägen der letzten Wochen und vor dem Bundesliga-Klassiker am Freitagabend. Bei beiden Klubs, dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Wer kommt mit der prekären Situation am besten zurecht, lautete eine der Fragen vor der Partie im ausverkauften RheinEnergie-Stadion?

Die Antwort: Keiner von beiden so wirklich. Das Frontzeck-Team sammelte durch das 1:1 (0:0) den Saisonpunkt Nummer 31, während die Luft für die Mannschaft von Trainer Zvonimir Soldo mit nun 28 Zählern etwas dünner ist. Das Ergebnis hilft keinem der beiden Kontrahenten so wirklich.

Marco Reus war es, der ein beherztes Solo mit einem trockenen Schuss ins linke untere Eck abschloss (56.), ehe Maniche nach 79 Minuten der Ausgleich gelang. Kölns letzter Sieg liegt nun sieben Wochen zurück (2:1 in Frankfurt). Während die Borussen nach den letzten beiden Klatschen mit sieben Gegentreffern erstmals zumindest wieder trafen. Die sportliche Ausgangslage beider Klubs ließ alles andere als ein Fußballfest erwarten. In den ersten 45 Minuten wurde dies bestätigt. Es passierte wenig. Spannung im Spiel? Fehlanzeige. Einzig Podolski setzte ein kleines Ausrufezeichen, als er sich nach 35 Minuten gegen Levels durchsetzte und aus spitzem Winkel traf. Der Jubel blieb aber aus, weil Schiedsrichter Felix Brych (München) „Poldis” Foul am Gegenspieler ahndete.

Kölns Kultprofi war es, der nach der Mainzer 0:1-Arbeitsverweigerung der Mannschaft von Trainer Zvonimir Soldo gewarnt hatte: „Wenn wir so weiterspielen, wird es noch einmal eng.” Gladbachs Coach Michael Frontzeck orakelte, dass derjenige gewinnt, der den „schmalen Grat zwischen Aggressivität und Nerven behalten beherrscht.” Er sollte nicht ganz Recht behalten. Frontzeck hatte seine Mannschaft im Vergleich zur 0:4-Klatsche gegen Wolfsburg auf drei Positionen geändert: Marx rückte für Meeuwis in die Startformation, Friend als Stoßstürmer für Colautti und Herrmann durfte für Bobadilla erstmals beginnen.

Soldo, der am liebsten zehn Mainz-Versager im Derby ausgewechselt hätte, änderte seine Formation auf vier Positionen. Wom rückte für Ehret in die Viererkette. Und handelte sich im zweiten Spielabschnitt Pfiffe der eigenen Fans ein, weil er zu zögerlich agierte. Im zentralen Mittelfeld kamen Petit nach seiner Sperre (für McKenna) und Pezzoni (für Matuschyk) zum Zuge, während Tosic für Freis in die Startelf rückte.

Vorsichtig und unglücklich

Beide Teams agierten vorsichtig und zuweilen unglücklich. Gladbach verlor im Spielaufbau den Ball zu häufig, Köln ging viel zu behäbig und berechenbar vor, baute kaum Druck auf gegen die tief stehenden Borussen. Es entwickelte sich eine Begegnung auf unterem Erstliga-Niveau, wobei die Borussen immer dann einen besseren Eindruck hinterließen, wenn sie versuchten, den FC mit gepflegtem Kurzpassspiel zu ärgern. Als Reus nach knapp einer Stunde in der besten Szene des Spiels die Führung für die Borussie erzielte, schien die Partie gelaufen.

Doch Köln kam noch einmal, bäumte sich auf in einer nun hektischeren Begegnung. Und wurde belohnt, als Tosic sich rechts durchsetzte und Maniche bediente. Der Portugiese hämmerte den Ball vehement zum Endstand in die Maschen (79.).
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