Premiere in Hoffenheim

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:

Köln. Der Mann eignet sich nicht zum Mitläufer. Christian Eichner spielt erst seit ein paar Wochen für den 1. FC Köln und ist schon einer der Wortführer der Mannschaft. Auf dem Platz setzt er auf der linken Seite die lang vermissten Akzente, außerhalb des Stadions spricht er über das Team und seine Rolle in der Formation, als würde er schon seit Jahren das FC-Trikot tragen.

Der 28-jährige Linksverteidiger fühlt sich bei seinem neuen Arbeitgeber rundum wohl. Doch am Samstag (15.30 Uhr) wartet eine Premiere auf Christian Eichner. Köln gastiert bei der TSG Hoffenheim. „Das ist für mich ein besonderes Spiel”, sagt Eichner. „Ich spiele erstmals in meiner Karriere gegen einen ehemaligen Verein.” Sein Dezembergehalt hatte er noch von der TSG erhalten.

„Die Hoffenheimer kennen mich”, betont Eichner mit einem hintergründigen Lächeln auf den Lippen. „Aber ich kenne sie auch. Es wird Zeit, dass wir endlich mal die Leistung aus den Heimspielen auf ein Auswärtsspiel übertragen. Und momentan stehen die Chancen gut, aus Hoffenheim etwas mitzunehmen.” Eichner weiß, was aktuell im Kraichgau abgeht. Er hat nach wie vor Freunde im Kader von Marco Pezzaiuoli. Tobias Weis beispielsweise oder Jo Simunic. „Da sind Freundschaften entstanden, die gepflegt werden wollen”, erzählt Eichner. „Und nur, weil wir Samstag gegeneinander spielen, breche ich die Kontakte nicht ab. Verraten wird natürlich nichts.”

Zudem beschäftigt sich der Linksfuß vorrangig mit der eigenen Mannschaft. „Wir haben einen gewissen Spirit entwickeln können”, beschreibt Eichner den Prozess des Zusammenwachsens. „Da ist ein kleines Pflänzchen entstanden, das aber noch nicht so stabil ist.” Eine stabilisierende Wirkung hätte beispielsweise ein FC-Sieg in Hoffenheim. „Wir sind mittlerweile in der Lage, mitzubestimmen, wie das Spiel läuft”, erwartet Eichner am Samstag von den Gästen eine aktive Beteiligung. „Dazu müssen aber alle im Team beitragen.” Und Podolski muss weiter vorangehen. „Lukas ist einfach jemand, der den 1. FC Köln lebt, er ist das Gesicht der Mannschaft. Er ist mit seiner Qualität jemand, der ein Spiel entscheiden kann.”

Eichner reist ohne Rachegelüsten ins Badische. „Ich hatte einen super Draht zu Ralf Rangnick”, berichtet er. „Ich habe viel von ihm gelernt, und wir haben viel miteinander gesprochen. Wir waren uns nur in dem Punkt uneinig. Ich war der Meinung, ich müsste spielen, er sah das anders.”

Was in Hoffenheim nicht klappte, läuft nun in Köln umso besser. „Hier ist alles größer, schneller, weiter. Und wenn du alle zwei Wochen in dieses Stadion einlaufen darfst, dann ist das wohl das größte in Deutschland.” Er hat seinen Wechsel auch nicht bereut, als er vom Trainerwechsel bei der TSG hörte. „In der ersten Stunde nach Rangnicks Rücktritt habe ich 50 SMS bekommen. Und ich habe jedem geantwortet, dass ich auch unter diesen Bedingungen nach Köln gewechselt wäre.”

Doch auch die ersten, sportlich überaus erfolgreichen Wochen am Rhein haben eines nicht verändert. Christian Eichner hängt immer noch an seiner ersten Profi-Station. „Karlsruhe wird immer den größten Platz in meinem Herzen einnehmen”, bekennt der Linksverteidiger. „Dorthin werde ich irgendwann in irgendeiner Form zurückkehren.” Aber Samstag will er mit dem FC erst einmal in Hoffenheim punkten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert