Podolski und Petit im Zentrum von Soldos Kritik

Von: Günter Kirschbaum
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Augsburg. Der branchenübliche Reflex blieb aus. Der 1. FC Köln ging nach dem Pokal-K.o. bei Zweitligist FC Augsburg in der Fehleranalyse nicht den leichten Weg. „Wir haben nicht wegen des Schiedsrichters verloren”, schloss Trainer Zvonimir Soldo dieses Thema schnell ab. „Das hätte so nicht passieren dürfen.”

Damit rückte der Kroate eine Szene in den Mittelpunkt seiner Betrachtung: die 69. Minute und den Auftritt von Lukas Podolski. Kölns Nationalstürmer wurde im Niemandsland der Spielfläche im Getümmel von Jonas de Roeck gefoult, Schiedsrichter Thorsten Kienhöfer (Herne) pfiff gegen Podolski, der applaudierte. Gelb. Dann reckte „Poldi” den Daumen nach oben und fügte nach eigenem Bekunden ein „super” hinzu. Kienhöfer beendete den neunminütigen Blitz-Einsatz Podolskis mit Gelb-Rot.

Den „kölsche Prinz” plagte anschließend offenbar das schlechte Gewissen. Noch während die Augsburger den Triumph mit ihren Fans feierten, ging Podolski in die Schiedsrichterkabine und entschuldigte sich bei Kienhöfer. „Ich wollte ihn nicht beleidigen”, sagte er. „Und ich habe mich dafür entschuldigt, falls er diesen Eindruck hatte.” Der Stürmer wirkte schon kurz nach dem Ende des Augsburger Dramas erstaunlich unaufgeregt.

Das unterschied Podolski von anderen Protagonisten. Zum Beispiel vom Trainer. „Nach diesem zweiten Platzverweis war das Spiel gelaufen”, bilanzierte Soldo und musste seine Emotionen sichtbar unterdrücken. Der dritte Feldverweis, den sich Petit in der Schlussphase wegen Meckerns „verdiente”, war der krönende Abschluss einer Reihe von Undiszipliniertheiten, die man in Köln bereits hinter sich gelassen zu haben glaubte.

Der Kroate wollte am Tag nach der Viertelfinal-Pleite auch nicht mehr über die Fehlentscheidung des Schiedsrichters reden, der Adil Chihi in der 30. Minute mit Rot unter die Dusche geschickt hatte. Nur soviel: „Chihi war unser bester Spieler.” Sein Thema waren, ohne die Dinge beim Namen zu nennen, Podolski und Petit. Das tat dann aber Michael Meier. „Ich bin sauer auf Podolski und Petit”, schimpfte der FC-Manager. „Diese Platzverweise waren überflüssig. Doch bei aller Enttäuschung gilt es zuerst einmal, dem Gegner Respekt zu zollen. Das war für den FC Augsburg ein verdienter Einzug ins Halbfinale.”

Nach acht Auswärtsspielen ohne Niederlage hat es die Kölner also wieder einmal erwischt, ausgerechnet im „wichtigsten Spiel des Jahres”. Und nun geht es am Sonntag nach Schalke. „Wir dürfen uns von der Pokalniederlage nicht umwerfen lassen”, fordert Manager Meier. Ob Maniche und Youssef Mohamad dann mithelfen können, den Aufwärtstrend in der Liga zu stärken, ist fraglich. Der Portugiese kam mit einer Knieprellung aus Augsburg zurück, der Kapitän mit einer Innenbandzerrung im rechten Knie. Und ob Lukas Podolski übermorgen für einen Platz in Soldos Startelf in Frage kommt, ist eher unwahrscheinlich.
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