Niemand bei der Alemannia „macht dem Balljungen einen Vorwurf”

Von: pa
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Aachen. Die Welle der Empörung schwappte schnell hoch: Ein Balljunge als Verursacher für Alemannias Punkteverlust?

Der junge Mann aus der Nachwuchsabteilung - bei Heimspielen werden die unterschiedlichen Jugendteams eingesetzt - hatte sich an das Motto „Fair geht vor” gehalten, das in Aachens Kabinen angebracht ist. Als das Spielgerät ins Aus flog, hatte der Jugendspieler einem Auer Spieler schnell Ersatz angereicht, Sekunden später fiel der Ausgleich. Aachen schlief, die Gäste waren dagegen hellwach. Trainer Friedhelm Funkel hatte den Vorgang so kommentiert: „Als Balljunge einer Heimmannschaft, die führt, muss man das Spiel verzögern.”

Diese Einschätzung kam ebenso wie teilweise die mediale Begleitung nicht überall gut an. Es setzte teilweise heftige Reaktionen in den Redaktionen und auch beim Klub selbst. Der 58-Jährige verstand auch am Montag die Aufregung nicht. „Es ist doch eine Lappalie, es äußern sich Leute, die nicht richtig Bescheid wissen. Niemand hat dem Balljungen einen Vorwurf gemacht”, sagt der Coach.

Während der Partie war Funkel mäßig amüsiert in Richtung des Jungen gelaufen. Nach Spielende gab es einen Kontakt zwischen Balljunge und Balllehrer. „Mach dir keinen Kopf”, merkte Funkel an. „Die ganze Debatte ist etwas übertrieben. In allen Stadien der Welt geht es etwas langsamer zu, wenn die eigene Elf führt”, meint der Trainer. Der eigentliche Vorwurf hat einen anderen Adressaten: „Wir hätten das Spiel gewinnen können, wenn wir unsere Chancen genutzt hätten. Das war entscheidend.”

Auch Manager Erik Meijer stellte sich schützend vor den Ballbuben. „Er hat sich an unseren Ehrenkodex gehalten. Es ist bitter, dass aus dem Einwurf ein Tor gefallen ist, aber den Jungen trifft keine Schuld, wenn Profis ihre Zweikämpfe nicht gewinnen.” Dem Nachwuchsspieler gehe es gut, der Vorgang sei „kein Problem” für ihn. Den finalen Einwurf in dieser Debatte lieferte Linksverteidiger Timo Achenbach. „Wir sollten nicht die Schuld bei einem jungen Menschen suchen, sondern uns an die eigene Nase packen.”

Gute Nachrichten gibt es unterdessen im Haus Demai. Der Franzose fehlte am Montag beim Training mit einem überzeugenden Argument: In der Nacht zum Montag wurde seine Tochter geboren. Abwehrchef Seyi Olajangbesi pausiert vorerst wegen einer Grippe, mit der er bereits in die Partie gegen Aue gegangen war.
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