Amsterdam - Niederländischen Vereinen in Finanznot drohen Punktabzüge

Niederländischen Vereinen in Finanznot drohen Punktabzüge

Von: dapd
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Bekommen auch die Werksklubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg bald ein Problem? Sie müssen nachweisen, dass die Zahlungen der Konzerne VW und Bayer dem Wert eines Sponsorings entsprechen und keine finanzielle Abhängigkeit besteht - sonst droht wie Vereinen in den Niederlanden ein Punktabzug. Foto: dapd

Amsterdam. Der Fußball-Verband in den Niederlanden (KNVB) hat Maßnahmen gegen die Finanznot der Vereine in den höchsten Fußball-Ligen eingeleitet.

Fünf Vereine der niederländischen Ehrendivision wurden unter strenge Finanzaufsicht des KNVB gestellt und müssen alle Transaktionen genehmigen lassen.

Die Klubs, deren finanzielle Situation als unzureichend eingestuft wird, sind Feyenoord Rotterdam, NAC Breda, NEC Nijmegen, Roda JC Kerkrade und Excelsior Rotterdam. Verstoßen sie gegen die Auflagen, werden sie mit Punktabzügen bestraft. Lediglich Pokalsieger Twente Enschede und vier Zweitligisten wurden mit „gut” bewertet und erhielten keine Auflagen.

„Dreimal im Jahr veröffentlicht der Verband den Bericht zur Finanzsituation der Profiklubs. Im Vergleich zum letzten Mal hat sich die Situation verbessert”, sagte Ligadirektor Frank Rutten. Er sieht zwei Gründe für die verbesserte Situation. Zum einen hätten die Vereine die Gehälter an ihre Budgets angepasst. Aber es würden auch wieder mehr Transfers, eine der wichtigsten Einnahmequellen für die niederländischen Vereine, abgewickelt.

So verkaufte Ajax Amsterdam für 26 Millionen Euro Stürmerstar Luis Suarez an den FC Liverpool und Torhüter Maarten Stekelenburg für 6,5 Millionen Euro an den AS Rom. Amsterdam gehört zu den 14 Vereinen, deren Finanzen als „ausreichend” eingestuft wurden und die nur geringe Auflagen erfüllen müssen.

Rutten: „Manchester City verstößt gegen Financial Fairplay”

Im europäischen Vergleich bezeichnete Rutten die Klubs der Ehrendivision als gesund. „Deutschland und die Niederlande legen sehr strenge finanzielle Kriterien bei den Vereinen an. Ich sehe die Lage in der Premier League in England viel dramatischer. Da muss man sich im Hinblick auf die neue Financial-Fairplay-Regelung Sorgen machen.” Er kritisierte das Finanzgebaren von Investoren wie Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, der Manchester City für 250 Millionen Euro gekauft hatte und nun bei Transfers keine finanziellen Grenzen kennt.

„Das führt zu einem Ungleichgewicht bei den Vereinen, auch in den anderen Ländern. Das tut dem Fußball nicht gut, keiner spielt besser, wenn er mehr Geld verdient”, sagte Rutten. Nach seiner Meinung fallen diese Zuwendungen bei der neuen Financial-Fairplay-Regelung des europäischen Fußballverbandes UEFA unter die sogenannten nicht Fußball bezogenen Einnahmen, die bei der Finanzprüfung nicht berücksichtigt werden.

In Deutschland könnten davon die Werksklubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg betroffen sein, bestätigte Rutten. „Sie müssen nachweisen, dass die Zahlungen der Konzerne VW und Bayer dem Wert eines Sponsorings entsprechen. Stimmt die Relation nicht, können sie nicht berücksichtigt werden”, erklärte der niederländische Ligadirektor.
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