Nicht nur Meier hat „vieles vermisst”

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
fc_bild26
„Schwein gehabt, einen Punkt geholt”: Lukas Podolski kritisierte nach der Partie die Spielweise des 1. FC Köln. Foto: dpa

Mönchengladbach. Statistiken kann man so oder so interpretieren. Dem 1. FC Köln werden beim 0:0 in Mönchengladbach in der detailliert „aufgedröselten” Spielstatistik ganze zwei Schüsse auf das Tor zugeschrieben. Auf welches Tor ist dort nicht festgehalten. Zu Recht!

Denn lediglich Mannaseh Ishiaku beförderte das Spielgerät kurz vor der Pause Richtung gegnerisches Gehäuse. Viel zu wenig für ein anderthalbstündiges Fußballspiel. Fand auch Lukas Podolski hinterher, der auf der rechten Seite, der Position des am Samstag letztmals gesperrten Maniche, nicht gerade zu den „Glanzlichtern” in einer ziemlich trübseligen Mannschaft zählte: „Wir können mit dem Punkt zufrieden sein, mit unserer Spielweise vor allem in der zweiten Halbzeit aber nicht. Da ist nach vorne kaum etwas gegangen, wir haben uns kaum bewegt.”

Der zweite Kölner „Schuss” aufs Tor, den die Statistik festhält, war ein Kopfball. Einer der gefährlicheren Sorte, geköpft von Milivoje Novakovic. Aufs eigene Tor allerdings. Nach einem Mönchengladbacher Freistoß köpfte er ebenso irrtümlich wie präzise Richtung Kölner Kasten, dass sich Faryd Mondragón erheblich anstrengen musste, „das Ding” und damit kurz vor Schluss (81.) das 0:0 zu halten.

Das waren zwei bemerkenswerte Ereignisse aus einem Kölner Auftritt, den der geneigte FC-Sympathisant ganz schnell vergessen sollte. Denn mehr als eine destruktive Mannschaft, die - zugegeben - defensiv nicht viel zuließ, sahen die 6500 mitgereisten Fans nicht. Nach vorne ging nichts, Novakovic blieb unsichtbar. Und Kollege Ishiaku machte eine eher unglückliche Figur. Es kam allerdings so gut wie nichts Verwertbares nach vorne.

Einen Punkt geholt, Mund abputzen, weiter geht es! Am Samstag gegen Hannover 96. Bis dahin muss sich Trainer Zvonimir Soldo einiges einfallen lassen, denn - mal nett ausgedrückt - mit dem am Samstag praktizierten Offensiv-Minimalismus sind kaum weitere Zähler zu holen. Dabei behielt Soldo Recht mit seiner Prognose, dass das Derby „spielerisch nicht schön” werden würde.

War es das schon in Halbzeit eins nicht, gab Kölns Offensive danach ein geradezu erbärmliches Bild ab. Dass die Partie ein einigermaßen gutes Ende in Form des Punktgewinns fand, lag in erster Linie an Geromel oder Mohamad in der Innenverteidigung und an Mondragón, der hielt, was zu halten - und der ganz froh war: „Ein gutes Ergebnis für uns. Ich bin zufrieden. Das bin ich immer, wenn ich kein Tor kassiert habe.”

„Wir müssen viel mehr nach vorne machen”, sagte der früh verletzt ausgeschiedene Christopher Schorsch, fand aber keine wirkliche Begründung für diese völlige Offensiv-Abstinenz: „Wir haben eine gute Mannschaft. Ich frage mich, warum wir das nicht zeigen.” Gezeigt hatten die Kölner dagegen, wie ein Spiel zerstört und ruiniert wird - mit der Entdeckung der Langsamkeit, mit Rück- oder Querpässen; wenig bis überhaupt nicht attraktiv, dafür aber zumindest für einen Zähler gut.

Michael Meier, der Manager der Kölner, der die Anreise per Bahn und Bus gemeinsam mit den Fans ebenso unbeschadet überstanden hatte wie den Aufenthalt während des Spiels mitten im FC-Fanblock, wollte sich unmittelbar nach Spielschluss „grad mal kurz erholen”. Und hielt wenig später fest: „In der zweiten Halbzeit habe ich vieles von dem vermisst, was wir hätten einbringen müssen, um uns einen Gegner aus unseren Tabellenregionen vom Leib zu halten.” Das allerdings wird schwierig, wenn das Soldo-Team weiter so auftritt...

Ein Derby „ohne große Zwischenfälle”

Polizisten, wohin das Auge blickte: Und vielleicht deshalb sind beim Derby Ausschreitungen auch weitgehend ausgeblieben. Die große Mehrheit der vernünftigen Fans aus beiden Lagern habe sich von Krawallmachern ferngehalten und dafür gesorgt, „dass wir ein Derby ohne große Zwischenfälle erleben konnten”, sagte Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers.

Vor dem Anpfiff gab es einen Pfefferspray-Einsatz der Ordnungskräfte, weil auf einer Zufahrtsstraße zum Stadion rund 250 Borussia-Chaoten die Busse der Kölner Anhänger mit Steinen attackieren wollten. Die Polizei nahm zwei Jugendliche fest.

Aus Sicherheitsgründen war für Teile der (am Vormittag leeren) Mönchengladbacher Innenstadt und den Stadionbereich ein temporäres Alkoholverbot angeordnet worden. Dieses Konzept sei aufgegangen, hieß es später.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert