Nachwirkungen einer anstrengenden Saison

Von: Marc Basten
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Nicht auf der leichten Schulte
Nicht auf der leichten Schulter: Trainer Lucien Favre startet mit Borussia Mönchengladbach in eine Saison, die deutlich weniger aufregend verlaufen soll. Foto: Olaf Kozany

Bad Wörishofen. Es war eine unglaubliche Aufholjagd, die Borussia Mönchengladbach zum Ende der abgelaufenen Saison hinlegte, sich letztlich in den Relegationsspielen gegen den VfL Bochum durchsetzte und den kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt perfekt machte.

Seit einer Woche bereitet sich der „Immer-noch-Bundesligist” auf die neue Saison vor. Die vergangenen Monate sind jedoch noch präsent. „Physisch haben die Spieler es verdaut, psychisch vielleicht noch nicht”, weiß Trainer Lucien Favre.

Der 53-jährige Schweizer geht nach der erfolgreichen „Mission Nichtabstieg” in seine erste Vorbereitungszeit in Mönchengladbach. Seit Sonntag schwitzen die Borussen in Bad Wörishofen in Bayern, wobei sich Lucien Favre bemüht, ein hartes Training mit Augenmaß zu gestalten. Reines Konditionsbolzen ist tabu, der Ball ist fast immer dabei. Doch das Training ist so intensiv, dass die Spieler nicht nur wegen der sommerlichen Hitze auf Hochtouren arbeiten müssen.

Laufen vor dem Frühstück, dann zwei nachhaltige Einheiten auf dem Platz - Lucien Favre fordert seine Spieler. Auch Abwehrchef Dante, der nach Saisonschluss mit seinen Wechselabsichten kokettierte. „Dante muss bleiben”, sagt Favre und bestätigt damit die Aussagen der Vereinsführung. Der 27-Jährige selbst wirkt bei den Trainingseinheiten verändert. Vielleicht sind es nur die Haare, die nach seiner Komplettrasur nach dem Klassenerhalt noch entsprechend kurz sind.

Doch ein wenig macht es den Eindruck, als ob der Brasilianer zurückhaltender ist als sonst. Seine Veränderungswünsche sind wohl noch vorhanden, darüber sprechen will er nicht mehr. „Dazu ist alles gesagt. Ich konzentriere mich auf das, was auf dem Platz ist.”

Dort trifft Dante weitestgehend auf die gleichen Kollegen wie in der Vorsaison. Von den Neuzugängen trainiert bislang nur der aus-tralische Offensivmann Mathew Leckie (20) komplett mit dem Team. Matthias Zimmermann (19) und der Schwede Oscar Wendt (25) sind erst später ins Trainingslager angereist und arbeiten noch separat, Lukas Rupp (20) traf nach einer Magen-Darm Infektion erst am Mittwochmittag in Bad Wörishofen ein.

Dafür ist seit Dienstag mit Asmir Kajevic (21) ein U 21-Nationalspieler aus Montenegro zum Probetraining vor Ort. Der Linksfuß soll vorspielen, da das geplante Ausleihgeschäft mit Joshua King von Manchester United aufgrund einer Operation des 19-Jährigen weiter ungewiss ist.

Ein weiteres neues Gesicht ist Raúl Bobadilla, zumindest für Lucien Favre. Als der Schweizer zur Borussia kam, war der Stürmer nach Griechenland ausgeliehen und kehrte nun zurück, um seinen neuen Trainer zu überzeugen. So richtig austrainiert wirkt der Argentinier noch nicht, doch er scheint seine vermutlich letzte Chance nutzen zu wollen. „Ich schaue mir erst einmal alles an”, wollte sich Lucien Favre nach den wenigen Trainingstagen noch nicht zu Bobadillas Perspektiven äußern.

Der Schweizer mischt bei den Trainingseinheiten fleißig mit, macht viele Übungen mit dem Ball vor. Und wirkt dabei eleganter als mancher Profi. Seine Ansagen sind eindeutig: Die Spieler müssen wie selbstverständlich mit der Kugel umgehen und das Tempo immer hochhalten.

Bremsen will Lucien Favre nur die Erwartungshaltung, die sich im Umfeld nach der außergewöhnlichen Punktausbeute im Saisonendspurt breit macht. „Der Abstiegskampf war eine Extremsituation, da ging es in jedem Spiel ums Überleben. Die Mannschaft hat in diesen Spielen das Maximum erreicht, vielleicht sogar mehr als das. Jetzt ist die Situation ganz anders. Wir müssen die Mischung finden”, sagt der Schweizer und meint damit die Balance zwischen Konditionstraining und Arbeit mit dem Ball. Doch das gilt ebenso, wenn es darum geht, die Eindrücke der abgelaufenen Spielzeit in die Gegenwart zu übertragen.
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