Mönchengladbach und der Fluch des Erfolgs

Von: Heribert Förster
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Vorbei: Juan Arango nach seine
Vorbei: Juan Arango nach seiner guten Kopfballchance in der Foto: Kruck

Mönchengladbach. Es drohten: Reisen nach Ingolstadt und Aue, Paderborn und Cottbus. Es winken: Reisen in die Fußball-Metropolen Europas, nach Mailand, Manchester oder Madrid. Man muss dies noch einmal feststellen, denn fast wären die Mönchengladbacher Borussen in dieser Saison in die Trolli-Arena nach Fürth gefahren.

Vielleicht fahren sie im kommenden Jahr ins legendäre Nou Camp nach Barcelona, denn, man lese und staune, auch nach dem 1:1 gegen den Hamburger SV am Freitag liegt die Mannschaft von Trainer Lucien Favre in der Fußball-Bundesliga weiter auf Kurs Richtung Europa. Tatsächlich, auch wenn bei manch einem die Erwartungshaltung schon so hoch geworden ist, dass dieses Remis einen empfindlichen Rückschlag darstellen soll.

Der Fluch des Erfolgs: Es war keine Glanzleistung, aber es war eine Leistung, nach der man in vielen Phasen der Vorsaison gejuchzt hätte vor Freude. Gegen starke Hamburger, die ihre Auswärtsstärke wieder einmal unter Beweis stellen konnten, kam die Borussia nur ganz selten zu ihrem Kombinationsspiel. Bei der Ballannahme vermisste Favre die Handlungsschnelligkeit, die wenigen Lücken, die die Gäste boten, wurden nicht gefunden. Und deshalb ist das 1:1 ein Punktgewinn für Gladbach.

Schnelligkeit und Durchsetzungsvermögen fehlten, und das hat natürlich auch mit dem Fehlen des verletzten Patrick Herrmann zu tun. Favre hatte schon vor der Partie gesagt, dass es ein „anderes Spiel” werden würde. Und so kam es, denn „Ersatzmann” Marco Reus fühlt sich mittlerweile in der Spitze wesentlich wohler als auf der Außenbahn, und trotz der vielen Positionswechsel während des Spiels mit Mike Hanke und Juan Arango kam die Offensive nicht in Schwung.

Der Fluch des Erfolgs: Als Lucien Favre anmerkte, dass er Herrmann nicht so gleichwertig ersetzen konnte wie die Hamburger den verletzten Gökhan Töre („Ich habe keinen Ilicevic oder Sala”), war für einige Beobachter klar: Mit dieser Kritik am Kader leitet er seinen Rückzug ein.

Favre sagte, er wolle nicht jammern, versprach vielmehr: „Wir werden eine Lösung finden” für die Partie am Sonntag in Nürnberg. Dass Reus dann wieder ganz vorne wirbeln wird, dürfte wahrscheinlich sein. Ob dies die Chance für den gegen den HSV eingewechselten Yuki Otsu sein wird? Als der Japaner kam (79.) und Reus wieder nach vorne ging, wurde die Borussia noch einmal gefährlicher, und in der Nachspielzeit hätte Juan Arango fast noch den unverdienten Siegtreffer geköpft. So stand am Ende ein 1:1 mit dem Lucien Favre „nicht schlecht leben” kann.

Wie alle Borussen, und Dantes Vorhersage wurde am Sonntag dann auch noch wahr: „Wenn Schalke verliert, kann das 1:1 am Ende sehr positiv für uns sein.”
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