Mönchengladbach - Max Eberl zwischen schöpferischer Pause und Abstellungsärger

Max Eberl zwischen schöpferischer Pause und Abstellungsärger

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
Eberl
Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Mönchengladbach. Max Eberl ist eigentlich schon belohnt worden. Sein Vertrag bei Borussia Mönchengladbach wurde verlängert. Der Sportdirektor erhielt viel Lob für seine Arbeit auch aus der Öffentlichkeit und den Medien. Ein vorzeitiger Klassenerhalt inklusive einer recht entspannten Saison waren die frühen Früchte, die er ernten konnte.

Und aktuell belohnte sich der Manager auch noch selbst: Vor dem ersten Pflichtspiel am Samstag (19.30 Uhr) im Pokal beim FC Erzgebirge Aue konnte Eberl noch einen Kurz-Urlaub einschieben. So sieht gute Transferplanung aus: Wer seine Arbeit rechtzeitig erledigt, kommt auch noch in den Genuss einer Blitzerholung. „Die Kaderplanung richtet sich natürlich nach den Bedürfnissen der Mannschaft”, rückt der Manager zurecht. Sprich: Die frühen Transfers erleichtern Trainer Michael Frontzeck die (Vor-)Arbeit. Die kleine Pause am Ende der Vorbereitung ist ein Abfallprodukt und vor allem schöpferisch. „Mit der Familie zusammen zu sein, den Kopf klar zu bekommen - das kann am langen Ende auch sehr nützlich sein”, erklärt der ehemalige Profi.

Und da bot sich der Termin zwischen letztem Vorbereitungsspiel bei Union Berlin (4:1) und dem Saisonauftakt mit der Pokalaufgabe in Aue geradezu an. „Da gab´s nicht mehr viel zu tun”, sagt Eberl. „Und ganz weg bist du ja nie.” Das Handy lässt grüßen. Doch Hilferufe von Michael Frontzeck zählten nicht zu den eingehenden Anrufen. Den hatte sich der Trainer sogar verkniffen, als mit Igor de Camargo und Raul Bobadilla gleich das Wunsch-Duett im Sturm verletzungsbedingt wegbrach.

Frontzeck ist flexibel, und die Spieler für diese Flexibilität gibt ihm Eberl an die Hand. Beispiel Mo Idrissou. „Eigentlich wollten wir nichts machen”, sagt der Manager. Doch als Rob Friend, auch getrieben von seinem Berater, sich nicht mehr mit einem Status als Nicht-Stammspieler begnügen mochte, griff Eberl zu. Und hatte mit Idrissou plötzlich einen Stürmer an der Angel, der den langen Kanadier nicht nur ersetzte, sondern auch noch ein Plus einbrachte. „Mo ist ebenfalls eine Kante, aber er nimmt das Spiel nicht nur überwiegend mit dem Rücken zum Tor auf.” Der Kameruner kann auch steil geschickt werden, ist als Sturmspitze mit Kombinationsfähigkeiten und sogar auf dem linken Flügel einsetzbar, falls Arango erneut fehlen sollte.

Das ist auch am Samstag in Aue der Fall, aber beim Zweitligisten ist Idrissou als Stoßstürmer gesetzt, da Bobadilla nach dem Abschlusstraining kein Grünes Licht geben konnte. Seine Bänderverletzung im Sprunggelenk bereitet ihm immer noch Probleme. Am Samstag wird Idrissou in Zusammenarbeit mit Schattenstürmer Karim Matmour die Doppelspitze bilden. Demnächst wird der 30-Jährige dafür sorgen, dass trotz aller Eingespieltheit der Konkurrenzdruck im Kader hochgehalten wird. „Nicht jeder Transfer kann Stammspieler werden”, sagt Max Eberl.

Das musste auch Marcel Meeuwis schmerzvoll erfahren. Die taktische Änderung hin zum 4-4-2 mit einer flachen Vier bereitet dem niederländischen Defensivspieler Probleme. Einen Sechser-Spezialisten braucht Frontzeck entgegen der ursprünglichen Idee nicht mehr. Und gegen das Doppel Bradley/Marx hat Meeuwis keine Chance. „Aber er kann noch wichtig für uns sein.”

Das ist auch Juan Arango, Borussias bester Fußballspieler. Dass der Venezolaner wegen der strapaziösen und späten Anreise nach seinem Länderspiel in der Heimat in Aue nicht spielen kann, will Eberl nicht so einfach hinnehmen. Ankunft am Freitagabend um 22.05 Uhr. Keine 24 Stunden vor dem Anpfiff im Erzgebirge, nach 35-stündigen Flug- und Wartezeiten in den letzten vier Tagen. „Wir haben das dem DFB und der Fifa angezeigt.”

Dem Deutschen Fußball-Bund liegt auch der Briefverkehr mit dem venezolanischen Verband vor. Ein einseitiger, denn Antworten aus Südamerika hat´s nicht gegeben. Dabei ist Borussia durchaus kooperationswillig. „Wir habe Arango ja auch fliegen lassen”, sagt Eberl. Rechtzeitig. Die Fifa gibt den Klubs für Freundschaftsspiele eine 48-Stundenfrist vor, um die Spieler rechtzeitig den Auswahlmannschaften zur Verfügung zu stellen. Über eine solche Frist im Umkehrschluss für die Rückreise zu den Arbeitgebern wäre Borussia bereits sehr glücklich.
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