Marin soll bleiben: Poker oder neue Perspektive?

Von: Bernd Schneiders
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Mönchengladbach. Wildwuchs droht! Im Hause Eberl. Genauer gesagt: im Garten. Sonntag hat Mönchengladbachs Sportdirektor (verbotenerweise) den Rasen gemäht. „Der wird jetzt erst mal wachsen”, weiß Max Eberl.

Denn seit Montag weiß der Manager zudem, das er neben den „normalen” Transfers auch noch einen neuen Trainer an Land ziehen muss, als Nachfolger von Hans Meyer. Seine Hausaufgaben für die erste komplette Spielzeit (der Ex-Profi ist seit Oktober als Sportdirektor im Amt): Spieler verpflichten, Spieler loswerden plus einen neuen Coach suchen. Bis Gras über diese Sachen gewachsen ist, kann es dauern. Doch für Eberl gilt: „Eile mit Weile. Ich werde nichts übers Knie brechen.”

Auch kein Schnellschuss, nur um den neuen Mann mundgerecht zur Jahreshauptversammlung am kommenden Donnerstag zu servieren. „Ich haben schon einen Kreis im Kopf, mit dem ich mich unterhalten werde und schon unterhalten habe. Es ist schon relativ konkret.”

Zum Kreis gehören Michael Frontzeck und Friedhelm Funkel. Beides Kollegen, von denen auch Hans Meyer viel hält. Der 66-Jährige ist in die Saisonplanung und auch Trainerfindung eingebunden. „Nach zehn Jahren ist eine Freundschaft entstanden”, sagt Max Eberl, der unter Meyer auch gespielt hat. Ebenso wie Frontzeck, der zudem dessen Co-Trainer beim ersten Engagement in Mönchengladbach war.

Meyers Entwicklungshilfe für Manager und Trainer ist - noch - inoffiziell. „Er muss jetzt auch erst einmal zur Ruhe kommen. Aber es wäre dumm, wenn ich so einen Schatz nicht in Anspruch nehmen würde.”

Die ausgeliehenen Spieler wie Sebastian Svärd und Marcel Ndjeng und auch die nicht mehr berücksichtigten Profis Soumaila Coulibaly und Sharbel Touma spielen auch unter dem neuen Trainer keine Rolle mehr. „Das war eine Entscheidung des Vereins, wir machen keine Rolle rückwärts.” Ndjeng könnte bei seinem ehemaligen Trainer Jos Luhukay in Augsburg Unterschlupf finden. Die Rolle vorwärts wird´s wohl auch noch für andere wie Steve Gohouri und Roberto Colautti geben, die der Borussia in Saison 2 im deutschen Fußball-Oberhaus kaum weiterhelfen können.

Zwei weitere Personalien sind zumindest verbal nicht mehr ganz so klar. „Wir verlieren Kreativität und müssen Kreativität holen.” Soll heißen: Ersatz für Marko Marin und Alexander Baumjohann. Doch der Transfer vom Marin stockt. „Wir haben keine Basis gefunden”, berichtet Eberl über die Visite von Bremens Manager Klaus Allofs. Das kann man aber auch Poker nennen. Und da passen die Überlegungen: „Wir haben kein Interesse, ihn abzugeben. Vielleicht überlegt es sich Marko noch mal, wenn wir einen neuen Trainer haben.”

Und auch bei Baumjohann sieht der Borussen-Manager einen neuen Ansatz. „Der Vertrag mit den Bayern ist unterschrieben. Aber . . .” In München arbeitet mit Louis van Gaal ein neuer Trainer, es stehen noch einige Transfers aus - auch für Baumjohanns Position im Mittelfeld. „Er soll erst einmal Urlaub machen. Dann kann man sehen, ob die Bayern ihn eventuell ausleihen wollen.”

25 plus 1 soll die Kaderstärke betragen. Dazu gehören als Galasek-Nachfolger Marcel Meeuwis wie auch die Jung-Spieler Marco Reus und Roman Neustädter. Dass der neue Coach nicht nur eigene Ideen sondern auch seinen eigenen Co-Trainer mitbringt, davon geht Eberl aus. Schlecht also für Jürgen Raab, Meyers rechte Hand. Doch die anderen aus dem Trainerstab dürfen aufatmen: „Ich werde mich davor hüten: acht Mann raus und acht Mann rein.” Kontinuität, die Borussia so dringend nicht nur in diesem Bereich braucht.
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