Luuk de Jong macht Gladbach glücklich

Von: Frank Hellmann
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Könnte die ganze (Fußball-)Welt umarmen: Mönchengladbachs Stürmer Luuk de Jong nach seinem 1:0 gegen Eintracht Frankfurt. Foto: dpa

Frankfurt. Es ist schon imposant, wie viele Sympathisanten Borussia Mönchengladbach stets auf die Beine bringt. Auch im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt jubelte schlussendlich nicht nur der prall gefüllte Gästeblock, sondern auch in der ganzen Frankfurter Arena verteilte Borussen-Anhänger über einen Mutmacher am Freitagabend.

Mit einem etwas glücklichen, aber keineswegs unverdienten 1:0 (1:0) beim enttäuschenden Tabellenvierten schob sich die Fohlenelf vorläufig auf Rang sechs vor. Unverhofft sind die Europapokalränge wieder in Reichweite für die Elf vom Niederrhein, die eine Serie von sechs Pflichtspielen ohne Sieg wie selbstverständlich beendete. Der Siegtreffer von Luuk de Jong (22.) erwies sich als der verdiente Lohn für eine disziplinierte wie couragierte Vorstellung im Frankfurter Stadtwald. Der Aufsteiger scheint dagegen in eine kleine Sinnkrise zu schliddern: Mittlerweile 415 Minuten sind die Hessen nun ohne Tor, haben zudem nur mickrige zwei Zähler aus den vergangenen vier Spielen verbucht. Der sogar von Vorstandschef Heribert Bruchhagen propagierte Platz im internationalen Wettbewerb droht in dieser Verfassung noch in große Gefahr zu geraten.

Anders dagegen die Mönchengladbacher Gemengelage. Wie schon gegen Borussia Dortmund zeigte sich, dass mit diesem Ensemble in der Rückrunde zu rechnen ist. Zumal in den Mönchengladbacher Reihen ein kleiner Kicker zu finden ist, der irgendwann vielleicht das Zeug zur großen Nummer hat. Der am Knöchel verletzte Juan Arango stand zwar nicht im Kader – jener venezolanische Kunstschütze, der das 1:0 beim Heimspiel (2:0) erzielt hatte und vor dem Eintracht-Trainer Armin Veh so viel Respekt gehegt hatte –, aber dafür wirbelte ja wieder Amin Younes. Der 19-jährige Deutsch-Libanese gefiel vor allem anfangs als hängende Spitze mit kecken Einfällen und formidabler Ballbehandlung. Als sein Schussversuch im letzten Moment von Sebastian Jung abgeblockt wurde, gab es jenen Eckstoß, in dessen Anschluss Thorben Marx die Kugel verlängerte und der Niederländer de Jong goldrichtig stand. Nach seinem Kopfballtor – seinem vierten Bundesligatreffer – jubelte der 22-Jährige überschwänglich.

Von Beginn an zeigte sich die Borussia hellwach und ließ die Hausherren kaum zur Entfaltung kommen. Die Deckung agierte aufmerksam, offenbar ist es dienlich, wenn zwischen zwei Partien mal sechs Tage Pause liegen. Bezeichnend wie Tony Jantschke nach Ballverlust von Oscar Wendt in höchster Not gegen Srdjan Lakic rettete und sich im Anschluss die Gratulationen der Mitspieler abholte. Die von Lucien Favre taktisch bestens eingestellten Gäste verdienten sich die Pausenführung wegen ihrer Disziplin und Systemtreue redlich.

Eintracht-Trainer Armin Veh reagierte mit der Herausnahme seiner enttäuschenden Sturmspitze Lakic und brachte Stefano Celozzi – und stellte damit auf das „spanische System“ ohne echten Angreifer um. Und siehe da: Der wuselige Japaner Takashi Inui vergab gleich die beste Möglichkeit zum Ausgleich (49.). Doch so sehr sich auch die Eintracht-Ultras in der Nordwestkurve um Unterstützung bemühten: Das gewohnte Angriffsspiel stockte in letzter Instanz, auch wenn die Gastgeber zeitweise immensen Druck ausübten – doch irgendwie brachten Martin Stranzl und Alvaro Dominguez immer noch Bein oder Kopf dazwischen. Dann war da auch noch Torwart Marc-André ter Stegen, der gegen Inui rettete (71.). Oder es half das Glück mit, wie beim Kopfball von Stefan Aigner, als sich der Ball aufs Tornetz senkte (73.) oder bei der harten Attacke von Wendt an Sebastian Jung, als es kein Elfmeter gab (76.).

Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Schwegler, Rode - Aigner, Meier, Inui - Lakic (46. Celozzi)

Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Marx - Herrmann (85. Rupp), Wendt - Younes (77. Hanke), de Jong (75. Mlapa)

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach) Zuschauer: 51 500 (ausverkauft) Tor: 0:1 de Jong (22.) Gelbe Karten: Anderson (3), Rode (5), Schwegler (7), Zambrano (9)/Marx (5), de Jong

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