Liefert Juan Arango erneut das Plus?

Von: Bernd Schneiders
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Kann Juan Arango wieder seine Strahlkraft einbringen? Foto: imago

Mönchengladbach. Borussia im Schwebezustand: Die Klatsche in Stuttgart und die Heimniederlage gegen Frankfurt wirken nach. Fußballerisch ist Mönchengladbach auf dem Wege der Besserung. Doch bisher drückt sich das noch nicht so sehr in Punkten aus.

Dabei würde ein Sieg reichen, um sich (fast) das Prädikat „normal” zu verdienen. So aber muss Michael Frontzeck sich verweigern. Ein Fazit nach den ersten sieben Spielen, das er einst angekündigt hatte? „Das widerrufe ich. Erst nach zehn”, schmunzelt Mönchengladbachs Trainer. „Wir sind drei bis vier Punkte von dem entfernt, was wir uns vorgestellt haben.”

Nun, mit einem „Vierer” bei 1899 Hoffenheim wird´s schwierig werden. Und auch ein schnöder „Dreier” hat´s schon in sich. Finanziell und qualitativ ist der einstige Mitaufsteiger dem Traditionsklub vom Niederrhein überlegen. Doch unter Frontzeck hat sich das Team eine mannschaftliche Stärke erarbeitet, mit der sie es gerade auch spielerisch über der Norm liegenden Gegnern richtig schwer machen kann. Eindrucksvoll bewiesen beim 6:3 in Leverkusen. Doch diese Fähigkeit ist - noch - labil. Nur wenige Nano-Prozente Verlust an Konzentration und Hilfsbereitschaft gegenüber dem Nebenmann können das attraktive Kartenhaus schnell wieder einstürzen lassen.

Dabei hat Borussia mit Juan Arango einen Spieler in seinen Reihen, der von der fußballerischen Qualität her auch in Star-Auswahlen wie zuletzt Wolfsburg oder nun Hoffenheim passen würde. Der Venezolaner ist Borussias Plus, das Besondere in einer Mannschaft, in der man überragende Leistungen ansonsten nicht von zahlreichen eher durchschnittlichen Liga-Kickern und vor allem jungen Profis erwarten kann. Marko Reus hat diese in der letzten Saison über Gebühr und überraschend geliefert. Diese nun im gleichen Maße einzufordern wäre unfair.

Arango muss und sollte sich diesem Druck viel eher stellen. Gegen Wolfsburg lieferte Borussia laut Frontzeck ihr bisher bestes Spiel ab. Nicht zufällig war es auch das beste Spiel des stillen Südamerikaners. Endlich scheint der Filigrantechniker die Balance zwischen Abwehr- und Offensivverhalten zurückgefunden zu haben. Wobei sein Trainer weit davon entfernt ist, Arango seine Stärke nach vorne durch zuviel Abwehrlasten zu rauben.

Neue Chance für Idrissou?

Auch die Länderspielreise muss den Kapitän Venezuelas nicht aus der Spur gebracht haben. Beim 2:2 in Mexiko erzielte der 30-Jährige beide Tore per indirektem Freistoß. Sein Gegenüber, elf Jahre jünger, kommt mehr über die Geschwindigkeit. Doch Patrick Hermann, Borussias Hoffnungsträger auf der rechten offensiven Seite, ist nach seiner Muskelprellung gegen Wolfsburg nicht rechtzeitig fit geworden.

Die Chance für Mo Idrissou in die Startelf zurückzukehren, wenn Marko Reus nach rechts rückt. Doch der Kameruner bildet zusammen mit Raul Bobadilla kein ideales Pärchen. Doch seit einer Woche hat Frontzeck eine zusätzliche Option. Igor De Camargo ist der Partner, den die Borussen-Verantwortlichen dem argentinischen Kraftpaket zugeordnet hatten. Seine Sprunggelenksverletzung machte einen Strich durch diese Transfer-Rechnung.

Gladbachs Trainer aber mag nicht so recht raus mit der Sprache. „Der Gegner muss nicht alles wissen.” Ihn wurmt, dass Hoffenheim die komplette Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren konnte. Zumindest aber sickerte durch, dass Neuzugang Gylfi Thor Sigurdsson hinter den Spitzen auflaufen könnte, der Ex-Gladbacher Marven Compper in der Innenverteidigung ran soll und Andreas Ibertsberger hinten links spielen soll. Womöglich hat aber Frontzeck für die Geheimniskrämer aus Sinsheim eine Überraschung parat - auch wenn die Tage der offenen Tür bei der Borussia nur in Sachen Gegentreffer Geschichte sein sollen.

Voraussichtliche Aufstellung: Bailly - Levels, Anderson, Daems, Schachten - Bradley, Marx - Reus, Arango - Bobadilla, Idrissou


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