Letzte Hoffnung Derby: Jubiläum im Borussia-Park

Von: Morten Ritter, dpa
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Mönchengladbach. Sportliche Brisanz, emotionale Stimmung und erhöhte Sicherheitsvorkehrungen - das 78. rheinische Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln steht mal wieder unter ganz besonderen Vorzeichen.

Zudem ist es auch noch ein Jubiläumsspiel: Im 2004 eröffneten Borussia-Park steigt am Sonntag (15.30 Uhr) das 100. Bundesligaspiel. „Es ist ein Derby, und damit kein alltägliches Spiel und so müssen wir es auch anpacken”, forderte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl vor dem Klassiker gegen den Nachbarn vom Rhein.

Dabei geht es für die seit mehr als fünf Monaten auf einem Abstiegsplatz dümpelnden Gastgeber um die wohl letzte Chance, wenigstens noch den 16. Platz und damit die Relegationsspiele zu erreichen. „In der Hinrunde hatten wir ein richtig tolles Erlebnis und nun werden wir auch zu Hause mit aller Macht versuchen, erneut ein engagiertes und erfolgreiches Spiel abzuliefern”, meinte Eberl.

Beim Hinspiel am 13. November zeigten die Gladbacher eine Galavorstellung und gewannen durch eine große Show des mittlerweile ausgemusterten Stürmers Raul Bobadilla mit 4:0. Auch damals waren die Borussen vor dem Derby Tabellenletzter und konnten danach letztmals den 17. Platz erobern. Auf ein solches Erfolgserlebnis setzen die Borussen-Profis auch diesmal. „Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren, denn vor eigenem Publikum wollen wir uns keine Blöße geben”, sagte Abwehrspieler Martin Stranzl.

Die Ausgangslage ist klar: Bei einem Sieg könnten die Gladbacher mit dann 26 Punkten bis auf zwei Punkte an Rang 16 heranrücken - sollten der FC St. Pauli (in Leverkusen) und der VfL Wolfsburg (in Schalke) verlieren. So nah war der Relegationsplatz für den fünfmaligen deutschen Meister in der gesamten Rückrunde nicht.

Die mit 35 Punkten im gesicherten Mittelfeld platzierten Kölner haben als schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga seit sieben Spielen in der Fremde nicht gewonnen. „Wir haben die Chance, das mit einem Schlag vergessen zu machen. Darauf brennen wir”, meinte Kölns Trainer Frank Schaefer.

Dank der Heimstärke konnten sich die „Geißböcke” der größten Abstiegssorgen entledigen und sehen dem Derby daher entspannt entgegen. „Für Gladbach geht es um viel mehr als für uns”, sagte der Kölner Nationalspieler Lukas Podolski, der vor sieben Jahren beim 1:0-Erfolg des FC seinen ersten Derby-Treffer erzielte. „Dieses Tor wird mich mein ganzes Leben lang begleiten. Das war ein Highlight, an das ich mich immer erinnern werde”, sagte Podolski.

Wie so häufig in der Vergangenheit steht die Partie der alten Rivalen auch diesmal unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Die Polizei ist mit mehreren Hundertschaften im Einsatz, es gilt ein Glasflaschen- und Dosenverbot und im Stadion wird kein Alkohol ausgeschenkt. Auf ein flächendeckendes Alkoholverbot wie beim letzten Derby in Mönchengladbach wird verzichtet.

Bei Sonntagsspielen seien alkoholbedingte Gewalttaten und Auseinandersetzungen um einiges geringer, hieß es bei der Polizei. „Wir appellieren an die Fans beider Clubs, dass wir auch diesmal wieder ein Fußballfest in friedlichem Sinne erleben”, sagte Borussia Geschäftsführer Stephan Schippers.
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