Lennart Ingmann: Vom Rekordmeister zu Wegberg-Beeck

Von: André Nückel
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Will in der Regionalliga zu alter Stärke zurückfinden: Lennart Ingmann. Foto: Royal

Wegberg-Beeck. Dass Spieler vom Bundesliga-Rekordmeister FC Bayern München zu einem Regionalliga-Aufsteiger in den Westen wechseln, ist äußerst ungewöhnlich. Zudem setzen die Verantwortlichen des FC Wegberg-Beeck eher auf Kicker, die „jung, dynamisch und aus der näheren Umgebung stammen“, wie Trainer Friedel Henßen erklärt. All diese Vorraussetzungen und Eigenschaffen treffen jedoch genau auf Neuzugang Lennart Ingmann zu.

Mit 14 hat er sein Elternhaus in Neuss verlassen, um sich dem deutschen Branchenprimus anzuschließen. In München lebte er im Internat des Vereins und besuchte zunächst ein Gymnasium. Dort machte der mittlerweile 19-jährige Ingmann schnell die Erfahrung, dass der akademische Anspruch weitaus höher ist als noch in der Heimat. Bayern München unterstützte den Juniorenspieler zwar mit täglicher Hausaufgabenbetreuung, jedoch wechselte er auf eine Realschule und machte anschließend das Fachabitur.

Auch auf dem Platz musste er seinen Willen und vor allem auch seine Geduld mehrfach unter Beweis stellen. Ingmanns Zeit in der bayerischen Landeshauptstadt ähnelt eher einer Leidensgeschichte als dem Traum eines vielversprechenden Talents. Immer wieder haben ihn Verletzungen zurückgeworfen. Blickt man auf seine Krankenakte, könnte man glauben, dass die mehrfach gerissenen Außenbänder, der gebrochene Lendenwirbel oder die zahlreichen anderen Blessuren zu einem Veteranen gehören.

„Ich hatte in meinen jungen Jahren viele Verletzungen, aber ich bin immerhin erst 19“, meint Ingmann und fügt an, dass er sich „zeigen und wieder Spaß am Fußball haben möchte“. Da ist er beim Viertliga-Neuling genau richtig. Die Regionalliga, in der er aufgrund seiner Misere nur zweimal für die Münchener U 23 auflaufen konnte, ist die ideale Herausforderung für ihn, um sich wieder zu präsentieren.

Nach der Vorbereitung befindet sich der offensive Mittelfeldspieler in einer guten Verfassung. „Körperlich bin ich auf einem ganz guten Weg. Ich bleibe aktuell von Verletzungen verschont und arbeite auch abseits des Platzes an meinem Körper.“ Mit viel Akribie vollzieht er ein spezielles, funktionelles Programm, das ein Fitnesstrainer für ihn zusammengestellt hat. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf seinen Sprunggelenken, die durch die Übungen freigemacht werden sollen.

In den bisherigen Spielen hinterließ Ingmann, der seine Stärken im tödlichen Pass und in Eins-gegen-Eins-Situationen sieht, einen guten Eindruck. So konnte er in der Testpartie gegen seinen Heimatverein Kapellen-Erft zweimal treffen und hätte auch beim 0:5-Auftaktdebakel gegen Rödinghausen beinahe den Torhüter mit einem sehenswerten Distanzschuss überwunden.

Was seine persönlichen Ziele angeht, trifft Ingmann für sein junges Alter eine äußerst weitsichtige und reife Aussage: „Die Zeit wird zeigen, ob ich das hohe Niveau wieder erreichen kann oder ob es so bleibt, wie es nun ist. Ich habe nicht umsonst für drei Jahre hier unterschrieben und mache nebenbei eine Ausbildung.“ Wenn der Azubi für Groß- und Außenhandel verletzungsfrei bleibt und das nötige Glück diesmal auf seiner Seite ist, steht einer guten Saison und dem Durchbruch nichts im Wege.

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