Lahms erste Dienstreise als Kapitän geht: zum Tivoli!

Letzte Aktualisierung:

Aachen. Etwas unverhofft ist Philipp Lahm nun auch Kapitän des FC Bayern, nachdem Mark van Bommel dann doch noch geflohen ist. Der Niederländer verstärkt ab sofort den AC Mailand. Die erste Dienstreise nach seiner Beförderung führt Lahm nach Aachen.

Der Tivoli ist eher kein gutes Pflaster für erfolgsverwöhnte Bayern. Unser Redakteur Christoph Pauli unterhielt sich am Dienstag mit dem Kapitän des Pokalverteidigers.

Haben Sie noch Erinnerungen an den 20. Dezember 2006, als der FC Bayern 2:4 verlor?

Lahm: Wir haben am Montag in der Besprechung darauf hingewiesen, dass dort eine phantastische Stimmung herrschen kann. Darauf sind wir vorbereitet, auch wenn es nun der neue Tivoli ist.

Das Team wurde nicht nur im Spiel, sondern auch danach kalt erwischt. Angeblich funktionierten wieder mal die Duschen nicht.

Lahm: Daran erinnere ich mich nicht mehr. Wir duschen häufiger.

Beruhigend. Was wissen Sie über Shervin Radjabali-Fardi?

Lahm: Über wen?

Shervin Radjabali-Fardi. Er hat am Wochenende sein erstes Profispiel gemacht und kommt über Ihre rechte Seite.

Lahm: Er hat Linksaußen gespielt mit der Rückennummer 43. Kann das sein?

Schon ziemlich gut. Er tauchte bei seiner Premiere am Samstag gegen Karlsruhe im linken Mittelfeld auf.

Lahm: Wir haben am Montag Bilder von Aachens letzten beiden Partien gesehen. Ich würde ihn also wiedererkennen, keine Sorge. Aber wir gehen nicht davon aus, dass er in der Startformation steht.

Muss man sich auf eine solche Partie besonders vorbereiten, oder sagt ein Profi des FC Bayern: Da fliegen wir vorbei, kommen schnörkellos weiter, um uns dann wieder auf die Liga zu konzentrieren?

Lahm: Wir bereiten uns auf jedes Spiel identisch vor. Beobachten den Gegner, analysieren Stärken und Schwächen. Bei einem Spiel gegen einen Zweitligisten schaut man in der Besprechung wohl noch besser hin, weil die Spieler nicht so präsent sind.

Kann man Alemannia mit ihren vielen jungen Spielern und ihrem Trainer, den vor der Saison nur wenige kannten, nicht etwas unterschätzen?

Lahm: Es geht immerhin um den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals. Alemannia hat sehr viel Qualität in der Offensive mit Arslan, Auer und Stieber. Sie können uns das Leben schwer machen. Aber: Wir sind der FC Bayern, und wir schauen immer auf uns. Wenn wir uns konzentrieren, kommen wir sicher eine Runde weiter. Wir haben schon oft gegen Zweitligisten gespielt, in den letzten Jahren gab es keine Niederlagen mehr.

Wie erwarten Sie den Gegner? Werden Sie sich zunächst einmal aus der verstärkten Defensive heraus das Spiel anschauen?

Lahm: Unser Spiel ist immer offensiv ausgerichtet, und das wollen wir durchziehen. Aber wir älteren Spieler wissen von den verlorenen Schlachten in Aachen, dass das sehr hitzig sein kann. Alemannia wird einen sehr großen Aufwand betreiben, für die ist es das Spiel der Spiele. Deswegen ist es wichtig, gut ins Spiel zu kommen, damit das Feuer gleich erlischt.

Wird der Fall in 90 Minuten erledigt sein, oder wurden zur Sicherheit noch einmal Elfmeter geübt?

Lahm: Wir haben noch einmal geübt, das gehört dazu. Aber keine Frage: Wir wollen das Ding in 90 Minuten erledigen.

Kann man etwas zu den vorgeführten Schwächen Alemannias sagen?

Lahm: Es kommt erst einmal auf die Formation an. Zuletzt war Aachen immer im 4-4-2-System mit einer Raute unterwegs. Das käme uns entgegen, weil wir dann über die Außenbahnen mehr Möglichkeiten bekämen. Zuviel will ich natürlich auch nicht verraten.

Der FC Bayern macht seinem Ruf als Unterhaltungsriese wieder einmal alle Ehre. Der Manager weist den Trainer öffentlich zurecht. Der Präsident moniert, dass Louis van Gaal häufig mit dem Kopf durch die Wand will. Stellen Spieler die Ohren in solchen Momenten auf Durchzug?

Lahm: Es ist wichtig, dass wir die Ohren nicht auf Durchzug stellen. Wir sollten das registrieren und uns auf Fußball konzentrieren. Das ist eine Stärke von uns, schließlich ist es hier selten ruhig.

Sie kommen ohne den Leitwolf Mark van Bommel nach Aachen. Hat das Auswirkungen?

Lahm: Der Abgang darf in diesem breiten Kader kein Problem sein. Wir wissen, wie schön es ist, den Pokal zu gewinnen. Diesen Titel kann man mit wenigen Spielen relativ einfach holen, und wir wollen unbedingt nach Berlin.

Es gibt in dieser Saison den Trend, dass sich kleine Vereine gegen das Establishment auflehnen. Mainz hat zum Beispiel in München gewonnen. Verliert der große FC Bayern nicht gerade seinen Mythos?

Lahm: Das sehe ich anders. In München hat nur Mainz gewonnen. Wir sind immer noch sehr heimstark. Unser Problem ist, dass wir auswärts nicht punkten. Wir haben auch nicht durchgehend zu schlecht gespielt, wir haben zu wenige Tore gemacht oder in der Defensive zu viele Fehler. Das müssen wir abstellen. Aber es bleibt dabei: Der FC Bayern besitzt einen Mythos wie sonst kein anderer Bundesligist.

Was wäre am Donnerstag an der Säbener Straße im Falle einer Niederlage los?

Lahm: Das kann sich ja jeder selbst vorstellen. Deswegen ist es ja auch unser großes Ziel, sicher das Halbfinale zu erreichen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert