Bernd Schneiders

Kontra: Erschreckend und abstoßend

Ein Kommentar von Bernd Schneiders

Autisten an der Seitenlinie sind nicht erwünscht. Der Fußball braucht Emotionen, auch bei Trainern. Ärger, Frust und Freude dürfen und sollen ausgedrückt werden. Roboter will niemand, Stoiker sind selten.

Doch was sollen alle Appelle an Fair Play und Kooperation statt Konfrontation mit Schiedsrichtern auf und neben dem Platz, Fair Play auf den Rängen und Kampf dem Rassismus, wenn ein Trainer sich so gebärdet wie Jürgen Klopp?! Was immer er verbal von sich gegeben hat  – es kann nicht schlimmer sein als seine Miene. Die versprüht nur eins: Hass! Erschreckend und abstoßend, gerade bei einem Mann, den man ansonsten wegen seiner offenen und authentischen Art schätzt. Doch diese Grimasse ist nichts anderes als Gewalt.

Und sie ist ein Kontrastprogramm zu dem, was seine Mannschaft  – wenn auch nicht an diesem Abend – zu leisten vermag: zu spielen, im schönsten Sinne des Wortes. Eine Geldstrafe oder Sperre wird bei aller Reumütigkeit und Intelligenz des „Täters“ wenig nutzen. Mein Vorschlag: Jürgen Klopp muss sich diese TV-Sequenz immer und immer wieder ansehen. Mit hoffentlich dem Ergebnis – ohne jetzt moralinsauer urteilen zu wollen:  zu erkennen, dass es auch für einen als Kult-Trainer  hofierten Fußball-Lehrer und emotionalen Grenzgänger eine Verantwortung gibt: nicht nur Spielkontrolle zu lehren, sondern auch Eigenkontrolle zu lernen.

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