„Konkurrenz spielt uns in die Karten”

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:
fcfo14
Eingenetzt: FC-Torhüter Faryd Mondragón beim Versuch, Abwehr-Kollege Pedro Geromel zu trösten, der ihn gerade per Eigentor überwunden hat. Foto: imago/Team2

Dortmund. Aus diesem Spiel könnte man ein Lehrvideo schneiden. Thema: Wie schlage ich mich selbst? Denn es war weniger die 1:3 (1:1)-Niederlage bei Borussia Dortmund, die Christoph Daum an den Rand der Verzweiflung brachte, sondern die Art und Weise, wie der 1. FC Köln an der B1 drei Ostergeschenke verteilte.

„Wir haben uns selbst um jeglichen Lohn gebracht”, kommentierte der Trainer - und rang sichtbar nicht der Fassung.

Daum hatte nach dem Ende der Veranstaltung in Dortmund einige Zigaretten lang gebraucht, ehe er sich so weit beruhigt hatte, die Vorstellung seines kickenden Personals zu kommentieren. „Es ist schade, dass die Mannschaft die Leistung der ersten halben Stunde nicht mit in die zweite Halbzeit nehmen konnte”, schlug der 55-Jährige leisere Töne an. Doch in ihm brodelte es.

Was an diesem sonnigen Samstag beim BVB möglich gewesen wäre, demonstrierten die Gäste eine knappe halbe Stunde lang. Mit Nemanja Vucicevic für Kevin Pezzoni präsentierte sich der FC offensiver als zuletzt. Und Vucicevic setzte auch den ersten Akzent. Ein toller Doppelpass mit Fabrice Ehrte hebelte die komplette Dortmund Abwehr aus, und der Serbe vollendete zur FC-Führung (10.).

Die BVB-Fans pfiffen ihre Lieblinge aus, Jürgen Klopps Mannschaft zeigte Nerven. Köln war Chef auf dem Platz. Exakt bis zur 29. Minute. Dann schlug Alex Frei eine Ecke von rechts auf den langen Pfosten, wo Neven Subotic völlig blank auftrauchte und aus fünf Metern einköpfte. Zugeordnet war ihm bei Standards Kevin McKenna. Doch vom Kanadier war in dieser Szene weit und breit nichts zu sehen. Es war das achte FC-Gegentor nach einer Ecke - ein Spitzenwert in der Liga.

Nach der Pause war der FC noch nicht richtig auf dem Platz, da lag er auch schon zurück. Ein Distanzschuss von Tamas Hajnal lenkte Keeper Faryd Mondragón an den Pfosten. Von dort aus flog die Kugel ins Netz (49.). Den hätte der Kolumbianer haben müssen.

Und für Gegentreffer Nr. 3 sorgten die Geißböcke selbst. Eine Hereingabe von Frei schob Pedro Geromel völlig unbedrängt und souverän ins eigene Netz (81.). „Damit haben wir das Spiel beendet”, kommentierte Daum.

Während BVB-Coach Jürgen Klopp über ein „sehr schwieriges Spiel gegen einen richtig schweren Gegner” referierte, sprach FC-Kapitän Milivoje Novakovic in den Stadionkatakomben das aus, was sein Trainer in der Karfreitag-Wutrede noch angeprangert hatte. „Novas” Diktion: „Jetzt beginnt der Abstiegskampf. Und die richtig schweren Gegner kommen erst. Es wird hart für uns. Wir müssen wieder so aggressiv sein, wie in der Vorrunde. Konzentrationsfehler wie in den letzten Wochen dürfen wir uns einfach nicht mehr erlauben.”

Ob dem Slowenen da schon die für die untere Tabellenregion relevanten Ergebnisse von den anderen Plätzen vorgelegen haben, ist unbekannt. Denn sieben Spieltage vor Schluss beträgt Kölns Abstand auf den Relegationsplatz weiterhin neun Punkte. Dieser Fakt heiterte zumindest FC-Manager Michael Meier an seiner früheren Wirkungsstätte wieder ein Stück weit auf. „Die Konkurrenz spielt uns in die Karten”, sagte er.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert