Komisches Bauchgefühl trügt Frontzeck nicht

Von: Marc Basten
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Verhakt: Marcel Meeuwis (rechts) im Clinch mit Freiburgs Cedrick Makiadi. Foto: dpa

Freiburg. Nach drei Pflichtspielniederlagen in Folge stand Mönchengladbachs Trainer Michael Frontzeck in der Auswärtspartie beim SC Freiburg ausgerechnet am Wahlsonntag vor der Entscheidung: Weiter wie bisher oder doch die eine oder andere Änderung vornehmen?

Der 45-Jährige entschied sich, Mannschaft und System ein wenig zu modifizieren.

Der Kanadier Paul Stalteri feierte ebenso wie Youngster Marco Reus sein Startelfdebüt, dazu kehrte Thorben Marx nach überstandener Verletzung zurück. Kapitän Tobias Levels rückte von der rechten auf die linke Abwehrseite, und das System wurde vom gewohnten 4-4-2 in ein 4-1-4-1 geändert.

„Wir hatten uns schon was dabei gedacht”, sagte Frontzeck nach den 90 Minuten im Breisgau. „Und wir hatten uns einiges vorgenommen. Nur konnten wir davon überhaupt nichts umsetzen.”

Von Beginn an schienen die Gladbacher ein wenig neben sich zu stehen. „Ich hatte schon ein komisches Bauchgefühl”, meinte Frontzeck mit Blick auf die mentale Verfassung seiner Profis. Drei zum Teil unglückliche Niederlagen innerhalb kürzester Zeit lassen sich halt nicht so einfach verdrängen.

Und so spielten die Gladbacher in Freiburg „ohne jegliche Überzeugung”, wie ihr Trainer monierte. In der Offensivbewegung blieben durchaus vorhandene Räume einfach ungenutzt, im Abwehrverbund folgte eine Ungenauigkeit der nächsten.

Schon im ersten Durchgang hatte Freiburg, das in dieser Saison bislang noch keinen Heimsieg feiern konnte, ein deutliches Chancenplus. Und die besten Gelegenheiten wurden ihnen von den Gladbachern noch mustergültig aufgelegt.

Das Beste an der ersten Halbzeit war für die Gäste der Pausenpfiff. Das torlose Remis hielt alle Möglichkeiten offen. Frontzeck korrigierte eine seiner Umstellungen zu Wiederanpfiff und ließ den hoffnungslos überforderten Marco Reus draußen. Mit dem US-Amerikaner Michael Bradley sollte „etwas mehr Kompaktheit” kommen.

Kurzzeitig sah es tatsächlich so aus, als ob für die Elf vom Niederrhein etwas möglich sein sollte, denn Freiburg hat in vergleichbaren Situationen schon mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht. „Wir haben schon öfter nach einer guten ersten Halbzeit verloren”, erinnerte deren Trainer Robin Dutt. „Doch diesmal haben wir es uns nicht nehmen lassen.”

Die Freiburger gingen in 54. Minute durch einen Kopfball von Idrissou in Führung. Vorausgegangen war eine kurz ausgeführte Ecke, bei der die Gladbacher den Schlaf des Gerechten hielten.

Verloren war für Mönchengladbach noch nichts, doch als Matmour kurz darauf die erste wirkliche Chance alleine vor Freiburgs Torwart Pouplin nicht nutzen konnte, neigte sich die Waage endgültig zugunsten der Breisgauer.

Der Aufsteiger legte in der 72. Minute nach, als Abdessadki mit einem fulminanten Distanzschuss erfolgreich war. Michael Bradley ließ keine sechzig Sekunden später einen ebensolchen Hammer los, doch das Geschoss verfehlte sein Ziel knapp.

Damit war es um die Borussen geschehen, die sich unter gütiger Mithilfe des eingewechselten Lamidi noch das dritte Gegentor durch Schuster fingen. Eine sehr schmerzhafte Niederlage für die Borussia.

„Ich habe nichts Positives gesehen, und wir haben auch in dieser Höhe absolut verdient verloren”, befand Frontzeck. „Das war mit Sicherheit unser schlechtestes Spiel in dieser Saison. Von der ersten Minute an.”
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