Köln - Kölns „Disco-König” will auch auf Schalke einheizen

Kölns „Disco-König” will auch auf Schalke einheizen

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:
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Alles andere als ein Rumpelfuß: Fabrice Ehret hat im linken FC-Mittelfeld seinen Stammplatz gefunden. Foto: imago/Team 2

Köln. Zu jedem Training beim 1. FC Köln erscheint er mit seinem Laptop. Darauf hat er seine komplette Musik gespeichert. In der Kabine bereitet sich Fabrice Ehret auf jede Übungseinheit vor, indem er sich von seiner mobilen Festplatte per Kopfhörer berieseln lässt. Stilrichtung House.

Der schnelle Franzose braucht das offensichtlich, um seinem Beruf mit der nötigen Einstellung nachzugehen. „Ich brauche Musik”, sagt der 29-Jährige. „Die bringt mich in die richtige Stimmung, um meine Leistung abrufen zu können.”

Wenn der FC am Freitagabend (20.30 Uhr) bei Schalke 04 antritt, hat Ehret sich zuvor per MP-3-Player leistungsbereit gemacht. „Da wollen wir was holen”, sagt er. Mit Marvin Matip wird er wieder die linke Kölner Außenbahn beackern.

„Es gibt wenige Spieler, die solche Anlagen wie Fabrice haben”, lobt Christoph Daum seinen „Disco-König”. „Er ist einer der schnellsten in der Bundesliga. Er hat sich unglaublich weiterentwickelt.” Dabei wollte der Trainer seinen Linksfuß vor einem guten halben Jahr noch los werden. „Im August stand ich noch frei zum Verkauf auf der Transferliste”, erinnert sich Ehret. „Aber ich habe mich durchgebissen.”

Dazu gehörte aber schon viel Selbstvertrauen. Nach seinem Wechsel im Sommer 2006 vom FC Aarau wurde der Junggeselle mit dem Modetick mit Spott geradezu übergossen. „Rumpelfuß” und „Fußball-Analphabet” waren noch Beschimpfungen der leichteren Art, die Ehret über sich ergehen lassen musste. „Ich spielte in den beiden ersten Jahren bei FC linker Außenverteidiger. Das war einfach nicht meine Position.” Die hat er jetzt im Mittelfeld gefunden, und plötzlich läuft es viel besser.

Mit Zusatzschichten auf dem Trainingsplatz hatte er seinen Trainer davon überzeugt, dass er zu denen zählt, auf die man zählen kann. Und zum Hinspiel gegen Schalke (1:0) ließ Daum ihn erstmals in der Bundesliga ran. Von diesem Zeitpunkt an ging es für Ehret nur noch aufwärts. Beim folgenden 2:1-Sieg in Mönchengladbach schoss er sein erstes Tor in der deutschen Eliteliga. „Es läuft gut”, meint er.

Fabrice Ehret glaubt, noch Luft nach oben zu haben: „Ich bin noch nicht am Limit.” Doch das will er in Köln erreichen, für den FC auf persönlichem Top-Niveau spielen. Und trügen nicht sämtliche Vorzeichen, so wird der Franzose, der mit dem FC Mulhouse Pokalsieger und mit dem RSC Anderlecht schon belgischer Meister wurde, übers Saisonende hinaus Zeit haben. „Ich habe gehört, Köln will meinen Vertrag verlängern”, erzählt Ehret. „Aber mit mir hat noch niemand gesprochen.”

Sorgen um seine Zukunft macht sich Ehret ohnehin nicht. „Es ist im Moment nicht mein Problem, ob ich hierbleibe oder nicht”, sagt er. „Mein Problem ist, wie wir bei Schalke gewinnen. Das will ich bis zum Spiel lösen.” Der 29-Jährige ist nicht abgeneigt, länger zu bleiben. „Mir gefällt es hier”, meint er.

Ehret arbeitet nebenbei noch an einem anderen Projekt. Im Keller seines Hauses in Brauweiler hat er ein Tonstudio eingerichtet, in dem er mit dem befreundeten DJ Barbaros seine eigene Musik mixt. Die neue Silberscheibe - selbstredend House-Musik - erscheint am übernächsten Samstag. Der Titel „Derby” hat einen realen Bezug. Spielt der FC doch an diesem Samstag gegen Mönchengladbach. Gibt´s einen FC-Sieg, hätte Ehret einen Ohrwurm kreiert.

Petit und Novakovic sind wieder fit

Mit komplettem Kader tritt der FC am Freitag bei Schalke 04 an. Die Wehwehchen von Youssef Mohamad, Petit, Kevin Pezzoni und Milivoje Novakovic sind abgeklungen. Aus der Startformation wird Kevin McKenna weichen müssen.

„Ich habe keine Lust, als Aufbaugegner dahin zu fahren”, gibt sich Christoph Daum kämpferisch. Kölns Trainer ist unsicher, wozu sich die kriselnden Gelsenkirchen noch aufraffen können. „Du weißst nicht, zu welcher Seite das Pendel ausschlägt.”

Voraussichtliche Aufstellung: Mondragón - Brecko, Geromel, Mohamad, Matip - Petit, Pezzoni - Brosinski, Vucicevic, Ehret - Novakovic
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