Kölner Klassenerhalt mit Leidenschaft und Aggressivität

Von: Roman Sobierajski
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Köln. FC-Geschäftsführer Claus Horstmann kann seine Bundeswehr-Vergangenheit nur schwer abstreifen. Und so schildert er den Weg, der dazu geführt hat, dass nun erneut Frank Schaefer als Cheftrainer des 1. FC Köln auf Zeit dafür sorgen soll, dass der Klassenerhalt auf den letzten Metern doch noch gelingt, wie ein schiefgegangenes militärisches Manöver.

Und mit jedem Satz der Erklärung, warum dort im Sandkasten trotz sorgfältiger Planung solch eine Unordnung herrscht, verdichtet sich der Eindruck, dass Profi-Fußball nicht unbedingt das Metier des 47-jährigen Maschinenbauers ist. So wird eine Perle geboren wie der Satz: „Als verantwortlicher Verantwortungsträger stehe ich in der Verantwortung.” Rundgeschliffen wird sie durch das Nachwort: „Nicht alles, was dem Klub als Chaos zugeordnet wird, resultiert aus Entscheidungen der Verantwortungsträger.”

Erst am Donnerstagmorgen habe sich das klare Bild ergeben, dass „Frank Schaefer die richtige Lösung für diese Situation ist”, so Horstmann, der erst ab Mittwoch angefangen habe, „Alternativen zur weiteren Zusammenarbeit mit Stale Solbakken aktiv anzugehen”.

Die darauffolgenden Einlassungen des Übungsleiters auf Zeit, der nach Ende der Saison eine noch nicht benannte strategische Position übernehmen soll, die „über die Bereiche hinweg langfristig die sportliche Ausrichtung bestimmen wird” (Horstmann), klingen dagegen nach Feuer, nach Euphorie und Leidenschaft - auch wenn der 48-Jährige vor Jahresfrist den Trainerposten frustriert und ausgebrannt aufgegeben hatte.

Nur 48 Stunden

„Mir bleiben 48 Stunden, um möglichst viel möglichst richtig zu machen”, geht Schaefer als Hüter der Geißbock-Herde zunächst einmal das am Sonntag anstehende Derby in Mönchengladbach an.

Was er mit Unterstützung von Co-Trainer Dirk Lottner und Teammanager Stephan Engels in den 23 Tagen bis zum Saisonende schaffen will, gießt Schaefer in die Faktoren „Leidenschaft, Geschlossenheit, Aggressivität”.

Das kritisierte System Solbakken sei gar keines, verrät Schaefer, sondern nur ein 4-4-2 in der Interpretation des Norwegers. „Wir reden nur über die Ausrichtung, und die werde ich ändern.” Aggressiveres Verteidigen, um für die Offensivaktionen den nötigen Schwung zu kriegen, lautet nun die Spielidee, die den erhofften Erfolg bringen soll.

Die Uhren seien nun auf Null gestellt, so Schaefer, angesprochen auf die Verfehlungen einiger seiner Profis. So war neben den zuletzt suspendierten Milivoje Novakovic und Slawomir Peszko auch der Portugiese Petit mit auf dem Trainingsplatz, als Schaefer am Freitagvormittag zu seiner ersten Trainingseinheit bat.

„Ich werde mir ein Bild machen und Entscheidungen in Bezug auf die Mannschaft treffen”, kündigt Schaefer an, der nicht am Kapitänsamt Geromels rütteln will, und fordert von den Spielern ein, „als Einheit in die letzten vier Spiele zu gehen”. Ein Weg, den viele FC-Fans nicht mehr beschreiten wollen: Aus Köln wurden 1200 unverkaufte Gästekarten zurückgeschickt.
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