Mainz - Köln stellt in Mainz nur die Komparsen

Köln stellt in Mainz nur die Komparsen

Von: Günter Kirschbaum
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Hier gings noch recht friedlich zu: Wenig später langte Aristide Bancé (links) gegen Pedro Geromel zu und sah Rot. Foto: imago/Harder

Mainz. Der einzige FC-Gewinner des Wochenendes war Petit. Der Mittelfeldspieler hatte die Reise zum Spiel beim FSV Mainz 05 erst gar nicht mit angetreten. Kölns Portugiese hätte der Mannschaft ohnehin nicht helfen können, er war nach der zehnten Gelben Karte gesperrt.

Wahrscheinlich bewahrte ihn nur diese Tatsache davor, mit in den Strudel einer Vorstellung gezogen zu werden, die selbst mit dem Begriff Arbeitsverweigerung nur unvollständig beschrieben ist. Podolski&Co. wirkten im Stadion am Bruchweg fahrig, zweikampfschwach, planlos und uninspiriert.

Petits Kollegen lieferten beim 0:1 (0:1) in Mainz das schlechteste Auswärtsspiel der Saison ab und verloren völlig verdient, obwohl sie über eine Stunde lang nach der Roten Karte gegen Aristide Banc (27.) in Überzahl auf dem Platz gestanden hatten. Im Wortsinn. „Ich hatte das Gefühl, Mainz hätte noch einen Platzverweis bekommen können, und unser Spiel hätte sich nicht geändert”, stellte FC-Trainer Zvonimir Soldo seinem Team ein vernichtendes Urteil aus. „Außer Mondragón hätte ich schon zur Halbzeit alle auswechseln können. Ich hatte eine Reaktion erwartet, die ist aber nicht gekommen.” Der FC stellte nur die Komparsen.

Soldo hatte große Mühe, nicht zum zweiten Mal an diesem Nachmittag vor Zorn aus der Haut zu fahren. Den Wutausbruch ihres Trainers hatte die Mannschaft schon im ersten Spielabschnitt provoziert. Zur Pause brach es aus dem eigentlich sehr introvertierten Kroaten heraus. „Ja, es war in der Halbzeit sehr laut in unserer Kabine”, bestätigte Sebastian Freis. Bis zu diesem Zeitpunkt war aus FC-Sicht noch nichts angebrannt. Zweimal hatte Kölns Keeper Faryd Mondragón Schlimmeres verhindert. Zunächst war Elkin Soto frei vor ihm aufgetaucht (16.), 20 Minuten später Filip Trojan. Mondragón gewann beide Duelle.

Zwischen diesen beiden Szenen gabs den Aufreger des Tages. Pedro Geromel klammerte an der Mittellinie Bancé, der Mainzer Stürmer befreite sich mit einem Schulter-Check ins Gesicht - Rot. Doch auf diese veränderte Situation reagierte nur Soldos Kollege Thomas Tuchel. Er brachte zur Pause André Schürrle und neun Minuten später Chadli Amri. Und die beiden entschieden das Spiel. Nach einem der unzähligen Kölner Ballverluste verlor Fabrice Ehret Amri aus dem Blick, der Schürrle bediente. Der Stürmer vollstreckte (57.), und das FC-Debakel fand nun auch seinen Niederschlag auf der Anzeigetafel.

Unruhige Wochen drohen

Während Tuchel seinem Team eine „Leistung vom Feinsten” und ein „außergewöhnliches Spiel” attestierte, hatte Lukas Podolski seine klarste und beste Aktion in der Mixedzone. „Wenn wir so weiterspielen, ohne Biss, ohne Feuer, ohne Laufbereitschaft, wird es noch einmal ganz, ganz eng für uns”, diktierte der FC-Star den Medienvertretern in die Mikrofone und Blöcke.

„Wir sind von der ersten Minute an nicht ins Spiel, nicht in die Zweikämpfe gekommen und haben verdient verloren.” Dabei nahm er sich selbst auch nicht aus der Kritik. „Ich bin mit meiner Leistung nicht zufrieden. Ich kann mehr”, räumte Podolski ein. „Aber es geht nicht immer nur um mich.”

Nach zwei guten Spielen in Leverkusen (0:0) und gegen Bayern München (1:1) versagte der FC in Mainz kollektiv. Was zur Konsequenz hatte, dass der Abstand auf den Relegationsplatz auf vier Punkte geschrumpft ist. Und Freitag kommt Mönchengladbach zum Derby an den Rhein. Da drohen dem FC unruhige Wochen. Deswegen fordert Podolski: „Wir müssen den Schalter jetzt schnell umlegen.”

Diese Aufgabe soll Petit als zentrale Anspielstation und Ballverteiler erledigen. In Mainz wäre auch der erfahrene Portugiese überfordert gewesen. Hoffnung gewinnt der Trainer aus dem Saisonverlauf. Zwei Trauerspiele in Folge haben die Kölner bisher noch nicht abgeliefert.
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