Keinen Raum bieten für Gegner und Spekulationen

Von: Bernd Schneiders
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Schenkt auch Arango weiterhin das Vertrauen: Mönchengladbachs Trainer Michael Foto: imago/Team 2

Mönchengladbach. Nicht alle Unglücke sind unvorhersehbar. Auch wenn es manchmal angenehmer ist, besonders, wenn es um die Frage der Schuld bzw. Schuldigen geht. So ist es auch mitunter im Fußball.

Problem und Chance dabei ist es, dass die Möglichkeit zur Veränderung sehr nahe ist. Speziell in einer Englischen Woche. Wie für Borussia Mönchengladbach. Bereits vier Tage nach der 0:7-Blamage beim VfB Stuttgart steht mit dem Besuch der Kiez-Kicker die Möglichkeit zur Rehabilitierung an. Und da ist es verständlich und notwendig, dass Trainer Michael Frontzeck den Blick nach vorn, und das ist heute Abend 20 Uhr gegen St. Pauli, richtet. „Ich will über das Spiel in Stuttgart nicht mehr reden, weil es dafür keine Entschuldigung gibt.”

Ein Trainer gibt kein Pardon, aber seiner Debakel-Mannschaft das Vertrauen: Dazu habe er nach den letzten 15 Monaten eine Menge Gründe und zudem „will ich sie nicht aus der Verantwortung nehmen”. Wie passt dieser vermeintliche Gegensatz zusammen? Wohl damit, dass Frontzeck und Sportdirektor Max Eberl wissen, was sie für eine Mannschaft zusammengestellt haben. Sicherlich keine charakterlose, der es per se an mangelnder Einstellung fehlt. Dann hätte das akribisch ausgearbeitete Scoutingsystem versagt oder die 18 und mehr Profis sich über mehr als eine Saison oscarreif verstellt. Spielern wie Tobias Levels, Filip Daems, Patrick Herrmann, Mo Idrissou, Michael Bradley und und und mangelnde Einstellung vorzuwerfen, ist absurd.

Was also ist passiert, und wo gab es bereits Warnsignale zuvor? Generell ist Borussia eine junge Mannschaft in der Entwicklung. Dazu gehört, dass sie noch Probleme hat. Strukturell, taktisch und auch personell. Das hat sie gegen Nürnberg und Frankfurt gezeigt, als sie die vorgesetzten taktischen Herausforderungen gar nicht oder zumindest nur unzulänglich lösen konnte. Selbst beim 6:3-Spektakel in Leverkusen war nicht alles Gold. Dort aber erledigten Bradley & Co. die Drecksarbeit, bevor sie glänzten. Borussia ist strukturell eine auf Konter, schnelles Umschalten ausgerichtete Mannschaft.

Personell aber ist sie äußerst offensiv ausgerichtet. Und sie besitzt in Levels und Roel Brouwers Spieler, die immer das Maximum oder mehr ihrer Fähigkeiten abrufen müssen, um in der 1. Liga bestehen zu können. Wenn sich dann persönliche Tiefs wie in Stuttgart (Bailly, Levels und Daems) zu naturellen Defiziten (Arango) gesellen und man den Erfolg gegen Bayer im Kopf den spielerischen vor dem kämpferischen Schritt macht und die Gemeinsamkeit auf das Abklatschen vor dem Anpfiff reduziert - wenn man in diesem Moment auf einen Gegner trifft, bei dem mit dem frühen Tor der Knoten platzt und der sich in einen Rausch spielt, dann ist ein 0:7 erklär- wenn auch laut Frontzeck nicht entschuldbar.

Gegen St. Pauli können und müssen sie zusammenrücken. Buchstäblich. Wenn sie nicht weiterhin Raum bieten wollen, für den Gegner - und üble Spekulationen.

Voraussichtliche Aufstellung: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Bradley, Marx - Herrmann, Arango - Idrissou, Reus
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