Keine Depression nach der Nullnummer

Von: Günter Kirschbaum
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Köln. Nach dem finalen Pfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe standen die FC-Kicker noch lange auf dem Platz. Podolski&Co. blickten sich entgeistert an. Das 0:0 gegen Eintracht Frankfurt war nun nicht wirklich das, was sich die Kölner vorgestellt hatten.

Viel Aufwand betrieben, phasenweise richtig gut Fußball gespielt, in der Offensive noch nicht gut abgestimmt: Der FC ist zwar auf einem guten Weg, hat aber in den kommenden Wochen ein hartes Programm vor der Brust. Die nächsten Gegner: Hamburg, Schalke, Stuttgart, Leverkusen und Bayern...

„Diese Spiele haben wir noch nicht verloren”, reagierte FC-Trainer Zvonimir Soldo ruhig auf die Frage, ob es ihn angesichts der anstehenden Aufgaben grause. Aufkommender Unruhe im Umfeld trat Wolfgang Overath offensiv entgegen. „Ich habe Vertrauen in diese Mannschaft”, sagte der Präsident. „Da ist Qualität drin.”

Keine Erfolgsbilanz

Drei Spiele, ein Punkt - das ist keine Erfolgsbilanz. Doch was sich bei der Niederlage gegen Meister Wolfsburg angedeutet hatte, fand bei der Nullnummer gegen die Eintracht ihre Fortsetzung. Das System Soldo beginnt beim FC zu greifen. „Ich bin mit der Leistung nicht unzufrieden”, sagte der Trainer deshalb. „Wir haben das Spiel 90 Minuten lang kontrolliert. Wir haben auch 20 bis 25 Minuten lang richtig Druck ausgeübt. Da hat uns das Glück gefehlt.”

In dieser Phase hatte Köln in Überzahl gespielt. Nach einem rüden Foul von Patrick Ochs an Fabrice Ehret (54.) zückte Gräfe Rot. Ehret musste mit einer Sprunglenkverletzung am linken Knöchel ausgewechselt werden. „Hart, aber vertretbar”, befand selbst Frankfurts Trainer Michael Skibbe.

Doch gerade in Kölns Druckphase wurde deutlich, was dem FC noch fehlt. Wird´s in der Offensive eng, funktionieren die Automatismen noch nicht. Der Traumsturm Podolski/Novakovic zeigte in Ansätzen, wozu er fähig ist. Doch zum einen braucht Kapitän Novakovic nach seiner langen Verletzungspause noch dringend weitere Spielpraxis, zum anderen stimmen die Laufwege nicht immer.

Dinge, die sich von selbst ergeben. Auch deswegen verbreiteten ausschließlich wenige Distanzschüsse (Maniche, Brecko) nach der Pause Schrecken in der Frankfurter Defensive.

Das sah im ersten Abschnitt anders aus. Nach 80 Sekunden war Novakovic drei Meter vor dem Tor am Ball vorbeigeflogen, nachdem Podolsiki die Kugel knallhart von links in die Rote Zone geschlagen hatte. Eine Minute später drosch Maniche, mittlerweile Dreh- und Angelpunkt beim FC, das Spielgerät aus guter Position aufs Tribünendach. Dann ließ Podolski Meier und Chris an der Strafraumgrenze wie Statisten stehen und zielte Zentimeter zu hoch (12.).

„Heute waren es zwei Punkte zu wenig”, bewertete „Prinz Poldi” das torlose Remis, als die erste Enttäuschung verarbeitet war. „Wir haben aber gezeigt, dass wir mit jeder Mannschaft in der Bundesliga mithalten können. Ich habe überhaupt keine Angst, dass wir in dieser Saison Schwierigkeiten bekommen könnten.”

Sebastian Freis ging ein wenig tiefer in die Analyse. „Wir haben in der Offensive noch ein bisschen hektisch agiert, deshalb haben wir kein Tor geschossen”, kommentierte der schnelle Mann auf der rechten Kölner Außenbahn. „Wir haben keine Angst vor den nächsten Gegnern. Wir wissen, was wir können und brauchen uns vor keinem zu verstecken.” Da setzte Defensivspieler Christopher Schorch nach seinen ersten Minuten noch einen drauf: „Wir haben ein klasse Team und strotzen vor Selbstvertrauen.”

Was dieses Spiel aber auch gezeigt hat, dürfte Manager Meier vor den letzten Tagen des geöffneten Transferfensters die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Es ist augenscheinlich, dass die Spielerdecke qualitativ zu dünn ist. Denn jede Auswechselung schwächte den FC. Es besteht noch nachhaltiger Bedarf an Personal. Zumal Angreifer Manasseh Ishiaku wohl endgültig auf dem Abstellgleis gelandet ist. Der Nigerianer kam zu spät zur Abschlussbesprechung - Soldo warf ihn aus dem Kader und suspendierte ihn.
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