Mönchengladbach - Kann Borussia 96 müde spielen?

Kann Borussia 96 müde spielen?

Von: Bernd Schneiders
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Auf der Suche nach dem Liga-Gl
Auf der Suche nach dem Liga-Glück: die gemischte Krabbelgruppe mit Gladbachs Abwehrchef Dante (l.) , seinem Torhüter Marc-André ter Stegen (r.) und Hannovers Verteidiger Emanuel Pogatetz. Foto: imago/mika

Mönchengladbach. „Hannover ist ein Fußballspiel - wie alle anderen”, sagt Lucien Favre. Ein Trainer hat nicht immer recht. Denn Borussia Mönchengladbach trifft am Sonntag auf eine Mannschaft, die sich in einer Situation befindet, in der sich auch die Favre-Elf in der nächsten Saison nach menschlichen Erwägungen hineinspielen wird: Doppelbelastung durch einen europäischen Wettbewerb.

Vorbild, Ansporn und Lehrstück: Die Niedersachsen weisen in ihrer Entwicklung starke Parallelen zum Klub vom Niederrhein auf - sind rein zeitlich aber um ein Jahr voraus: fast abgestiegen, dann eine sensationelle Saison gespielt, sich für die Europa League qualifiziert und aktuell sogar den Tanz auf zwei Hochzeiten ohne großes Stolpern hinbekommen.

Das positive Signal durch Borussias „Vorgänger”: Der Spagat zwischen Deutschland und Europa ist machbar - auch ohne auf dem Transfermarkt verrückte Dinge zu machen.

Auch fußballerisch gibt es Ähnlichkeiten zwischen der Slomka- und der Favre-Elf. Gute Defensive, Kompaktheit, schnelles Umschaltspiel. Doch bei Mönchengladbach sind Ballbesitz und Flachpasskombinationen noch ausgeprägter. Und während Hannover das Mittelfeld oft mit langen Schlägen überbrückt, will Favre sehen, dass die Ballstafetten schon in der Abwehr ihren Ausgang nehmen. „96 kommt viel über außen. Die Flanken von Stindl sind sehr gefährlich”, sagt Favre.

Seine Mannschaft mag es auch durch die Mitte, besonders wenn sich dort Marco Reus tummelt. Die Pässe in die Spitze sind eine Stärke von Mike Hanke, der allerdings gegen seine alte Mannschaft wohl zugunsten von Igor de Camargo auf der Bank sitzen wird. Der Blondschopf konnte vorgestern und gestern nicht voll trainieren (Adduktorenprobleme). Seine Kollegen aber sollten durch die drei freien Tage nach den Niederlagen gegen Bayern und Hoffenheim die leeren Akkus wieder aufgeladen haben.

Zwingend nötig für einen Erfolg an der Leine. Favre erwartet zwar nicht eine ähnliche Müdigkeit wie bei seinen Spielern in der zweiten Hälfte gegen Hoffenheim - „Hannover hat keine 120 Minuten gespielt” -, aber Hannover ist nur dann zu packen, wenn auch die Offensivkräfte mit aggressivem Anlaufen die 96er zu Ballverlusten und Fehlern zwingen. Eine anspruchsvolle Qualität, die der BVB beispielhaft „vorlebt” und die bei Gladbach noch ausbaufähig und Lernstoff für die Zukunft ist.

Voraussichtliche Aufstellung: Ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann, Arango - Reus, de Camargo
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