Kaiserslautern - Kaiserslautern knackt die Kölner Erfolgsserie

Kaiserslautern knackt die Kölner Erfolgsserie

Von: Roman Sobierajski
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Der FC hat nach 15 ungeschlagenen Spielen in Folge gegen den direkten Verfolger mit 0:3 verloren und muss den Relegationsrang nun wieder räumen.

Kaiserslautern. Egal, für welchen Klub Mohamadou Idrissou bislang die Fußballschuhe geschnürt hat, gegen den 1. FC Köln hat der Stürmer von Kaiserslautern stets getroffen. Und vor der Spitzenpartie zwischen dem FC auf Platz drei und dem FCK auf dem ersten Nietenrang, hatte der Kameruner die Fortsetzung dieser unschönen Tradition angekündigt. Und Wort gehalten.

Schon in den ersten 45 Minuten entfachte Franco Fodas Team ein Höllenfeuer, und Idrissou schickte sich an, das teuflische Werk zu vollenden. Spiel auf ein Tor: Idrissou auf Albert Bunjaku, und Kölns Torwart Timo Horn musste schon nach zwei Minuten zum ersten Mal eingreifen. Kopfball Idrissou nach Flanke von Chris Löwe; Horn hatte wenig Mühe, den Ball zu entschärfen (20.). Nur eine Minute später fand Mimoun Azaouagh den Kameruner, doch der Ball rutscht über den Spann.

Es dauerte schließlich bis zur 41. Minute bis Idrissou sein Versprechen gegen unter Dauerdruck stehende Kölner sein Versprechen in die Tat umsetzte. Baumjohann spielte den Mittelstürmer am Strafraumrand an, der ließ Miso Brecko fast spielerisch stehen und vollendete ins lange Eck zur Kaiserslauterer Führung vor 49 780 Zuschauern und erstmals in dieser Saison ausverkauftem Stadion.

Und die Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski? Fand über weite Strecken offensiv so gut wie gar nicht statt, statt sich spielerisch durchzusetzen, landeten die langen Bälle aus der Abwehr selten bei einem Abnehmer. Dass die einzige Kölner „Torchance“ vor dem Seitenwechsel ein verpasster Kopfball von Kevin McKenna nach Ecke durch Christian Clemens war, sagt alles über die Kräfteverhältnisse auf dem Betzenberg aus. „Wir haben von Minute eins an nicht ins Spiel gefunden, waren zu passiv, haben nur reagiert statt agiert“, befand Christian Eichner.

Wer auf Seiten der 7000 mitgereisten Anhänger glaubte, dass sich das Bild nach dem Seitenwechsel ändern würde, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Die Hausherren benötigten nur fünf Minuten, um ihre Führung auf ein komfortables 2:0 auszubauen: Baumjohann fand mit seiner exakten Vorlage den Kopf von Jan Simunek am langen Pfosten, der entschlossen einnickte. „Das hat mich richtig geärgert“, stand Innenverteidiger Dominic Maroh nach Schlusspfiff unter Dampf. „Wir hatten uns in der Kabine geschworen, dass wir auch nach einem Rückstand wiederkommen. Und dann kriegen wir direkt wieder einen Treffer.“

Weiser-Festspiele

FC-Coach Stanislawski brachte mit Stefan Maierhofer für Tobias Strobl einen zweiten Angreifer, doch die Chancen blieben weiter auf Seiten des FCK. Es war dann Mato Jajalo, der die erste richtige Torchance für die Kölner nicht nutzte: Jajalo hatte sich durch die Lauterer Abwehr gespielt, stand dann frei vor dem FCK-Torwart – und scheiterte am glänzenden Tobias Sippel und an sich selbst (62.). Das war es dann mit der Kölner Herrlichkeit, und es begannen die Mitchell-Weiser-Festspiele: Das vom FC Bayern ausgeliehene Kölner Talent zwang – frisch eingewechselt – Timo Horn erst mit einem Schuss zu einer Glanzparade, dann mit einer Vorlage auf Idrissou erneut zu einer Glanzparade (75./76.). Und drei Minuten später zappelte der Ball dann im Kölner Netz: Kopfball Idrissou, wunderschöne Vorarbeit Weiser, 3:0, erledigt.

Miso Brecko machte nach der hochverdienten Niederlage auch das Tohuwabohu im Vorfeld mitverantwortlich: „Da war zu viel Stimmungsmache im Umfeld. Solange ungeschlagen, da denkt man vielleicht, es geht von alleine. Aber wir hatten schon im letzten Spiel gegen Regensburg Glück, dass wir gewonnen haben. Aber das war noch nicht das Endspiel, nächste Woche sieht es ganz anders aus.“

Einziger „Gewinner“ der desolaten Kölner Vorstellung ist vielleicht Trainer Holger Stanislawski, der sich vor seine Spieler stellte: „Ich habe nicht vor, den Stab über meine Mannschaft zu brechen“, erklärte der 43-Jährige. „Der Sieg war auch in dieser Höhe verdient.“ Aber zumindest kann sich Stanislawski jetzt den kratzenden Play-off-Bart wieder abrasieren.

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