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Jung-Torjäger Engelbrecht zieht es nach Bochum

Von: Helga Raue
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Sucht seine Chance in Bochum:
Sucht seine Chance in Bochum: Daniel Engelbrecht, Torjäger von Alemannias U 23, wird im Sommer zum VfL II wechseln. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Daniel Engelbrecht wirkt nachdenklich. Die Entscheidung ist ihm schwer gefallen. Seine Hoffnungen hatte er auf Alemannia Aachen gesetzt, nun sucht er seine Chance beim VfL Bochum.

Dort unterschrieb der 21-jährige Torjäger der Aachener U 23 jetzt einen Zweijahresvertrag - für die U 23, die in der Regionalliga spielt.

„Ich denke, meine sportliche Perspektive ist in Bochum besser. Ich spiele seit zweieinhalb Jahren in Aachen, doch ich habe nicht einmal die Chance bekommen, in der Zweiten Liga aufzulaufen”, sagt Engelbrecht, an dem mehrere Klubs aus Liga 2 bis 4 interessiert waren, seufzend.

Seit zwei Jahren trainiert er „oben” mit, begleitete die Profis in die letzten vier Trainingslager und schoss 48 Tore in 73 Spielen - in der NRW-Liga.

„Weiß nicht, was ich tun soll”

„Ich habe das Gefühl, meine Situation ändert sich nicht. Benny Auer und Sergiu Radu haben noch Verträge und sind gesetzt. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll, um hier eine Chance zu erhalten”, sagt Engelbrecht und verweist auf Profis wie Fabian Bäcker, Juvhel Tsoumou oder Henrik Ojama, die neben ihm in der U 23 agierten und längst wegen Erfolglosigkeit aussortiert wurden: „Sie haben alle mehr Einsatzzeit als ich in der Zweiten Liga erhalten.”

Der Frust ist groß, und der in Aussicht gestellte Local-Player-Vertrag linderte ihn nicht. „Unsere Finanzen haben nicht mehr hergegeben. Wir hätten Daniel gerne für den Sturm behalten, er hätte seine Chance schon noch bekommen. Die anderen Stürmer werden ja älter”, bedauert Aachens Sportdirektor Erik Meijer die Entscheidung.

„Einmal von Stürmer zu Stürmer gesagt: Ich finde ihn gut. Ich kenne keinen Spieler, der einen härteren Bumms hat, aber es gibt noch viel zu verbessern. In Aachen hätte er ab dem Sommer zum Profikader gehört, in Bochum steht er wieder ganz unten auf der Leiter. Aber er wollte die sportliche Herausforderung. Ich ärgere mich, kann es aber nicht ändern.”

Es war wohl auch eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. „VfL-Trainer Iraklis Metaxas und -Sportdirektor Jens Todt haben mir das Gefühl gegeben, dass sie mich unbedingt wollten.

Und sie haben mir gute Perspektiven aufgezeigt”, sagt Engelbrecht, „ich hätte mir so etwas auch von Aachener Seite sehr gewünscht.” Doch Meijer hatte erst Mitte Februar das Gespräch mit ihm gesucht.

„Es ist traurig, dass wir es nicht geschafft haben, so ein Talent im Verein zu halten und es zu einem anderen Regionalligisten ziehen lassen”, ärgert sich U 23-Coach Ralf Aussem, dessen Team vor dem Sprung in die Regionalliga steht.

Engelbrecht, der nach seiner Fuß- OP derzeit in Reha ist, hat aber noch Ziele in Aachen: „Ich will der U 23 mit zum Aufstieg verhelfen. Und wenn ich gebraucht werde, würde ich auch gerne die Profis noch einmal im Kampf um den Klassenerhalt unterstützen.”
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