Mönchengladbach - Juan Arango ist momentan Borussias Lebensversicherung

Juan Arango ist momentan Borussias Lebensversicherung

Von: Heribert Förster
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Entweder bereitet er ein Tor v
Entweder bereitet er ein Tor vor, oder er macht es selbst: Juan Arango feiert seinen Freistoßtreffer, der der Borussia den Sieg beschert. Foto: dpa

Mönchengladbach. Wer mit geschlossenen Augen das Treiben auf dem Rasen verfolgt, dem Kommentar von Hoffenheims Trainer Markus Babbel gelauscht und die selbstbewussten Töne von Mönchengladbachs Neuzugang Granit Xhaka vernommen hätte, wäre nach 90 Minuten mit bester Stimmung auf den Rängen auf den Gedanken gekommen: „Da hab ich ja ein Superspiel verpasst!”

Die Wahrheit liegt noch nicht einmal in der Mitte, wenn man Lucien Favres Kommentar dagegensetzt. Es gäbe „viel, viel zu tun”, sagte Mönchengladbachs Fußball-Lehrer, später dann, es gäbe „viel, viel, viel zu tun”, und noch etwas später verkündete der Schweizer: „Es gibt unglaublich viel, viel zu tun.”

Dass Markus Babbel die 1:2-Niederlage schönfärbte, ist mit seinem psychologischen Auftrag zu erklären, nach dem 0:4-Pokal-Debakel beim viertklassigen Berliner AK die Mannschaft wieder aufzubauen. Er fand lobende Worte für die Organisation, die Defensivarbeit, das in der Tat gute Verschieben - und hüllte den Mantel des Schweigens über die Harmlosigkeit im Angriff, den fehlenden Esprit.

Favre sagte schlicht die Wahrheit, auch wenn die Spieler sich selbst in ein besseres Licht rückten, vielleicht auch wegen der formidablen Unterstützung der Fans, die ihren Lieblingen derzeit nicht böse sein wollen. Xhaka fand, „die erste Halbzeit war sehr gut von uns”, Torwart Marc-André ter Stegen glaubte, in der ersten Halbzeit „guten Fußball” gesehen zu haben und einen „guten Anfang” in der zweiten Halbzeit.

Fast unmöglich

Ansichtssachen, allein bei Juan Arango gab und gibt es nach den ersten drei Pflichtspielen keine zwei Meinungen. Er ist momentan Borussias Lebensversicherung, war an allen fünf Pflichtspiel-Treffern beteiligt. Gegen Hoffenheim servierte er Mike Hanke einen Freistoß auf den Kopf (33.), dann verwandelte er gekonnt einen Freistoß, als sich Torhüter Tim Wiese verspekulierte (79.). Was einfach aussah, schien für Lucien Favre „fast unmöglich”, nämlich mittig von der Strafraumgrenze eine Neun-Mann-Mauer und den Torwart zu überwinden.

Nicht für Arango, um den herum (noch) nicht viel passiert im Offensivspiel der Borussen. Das Tempo fehlt, die Durchschlagskraft, das Überraschungsmoment. Daran änderte auch die Hereinnahme von Mike Hanke für Igor de Camargo als Partner des bemühten Luuk de Jong nichts. Und so hatte die Borussia große Probleme, gegen die solide verteidigenden Hoffenheimer mal eine Lücke zu finden. Die taten sich am Ende auf, als die Gäste was riskierten, um nach dem zwischenzeitlichen 1:1 (66.), als Firmino eine in diesem Moment träge Borussen-Defensive bestrafte, erneut zum Ausgleich zu kommen. Doch die Konterchancen wurden zum Teil kläglich vergeben, und einige Male tobte Lucien Favre ob der Unzulänglichkeiten entlang der Seitenlinie.

Um am Ende einfach nur sehr erleichtert zu sein, dass der Liga-Start nicht misslungen war. Erfreulich für ihn: Die Abwehr stand fast 90 Minuten so stabil wie vergangene Saison, mit ein Verdienst des zuverlässig agierenden Roel Brouwers, der für den erkrankten Alvaro Dominguez (Magen-Darm) ins Team gerückt war. Und auch der eingewechselte junge Schwede Branimir Hrgota machte Appetit auf mehr. Ein flinker, agiler Stürmer, den man gerne öfter sehen möchte. Wenn man mit offenen Augen im Stadion sitzt.
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