Harter Kampf mit der prekären Lage statt mit dem Gegner

Von: Marc Basten
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„Beinliche” Attacke von Godfried Aduobe, doch Gladbachs Alexander Baumjohann zeigt seine Qualitäten beim Ballabschirmen gegen den KSC-Profi. Foto: gettyimages/Bongarts/Grimm

Karlsruhe. Als Schiedsrichter Wolfgang Stark die 90 torlosen Minuten im proppenvollen Karlsruher Wildparkstadion abpfiff, war die Reaktion auf den Rängen verhalten. Bei den Fans des KSC überwog die Erkenntnis, im Abstiegskampf einen weiteren herben Rückschlag erlitten zu haben. Oder wie es Trainer Ede Becker ausdrückte: „Es ist schmerzlich, dass wir die Chance nicht nutzen konnten.”

Auf der anderen Seite hielten sich die Schmerzen in Grenzen. „Letztendlich bin ich mit dem Punkt zufrieden”, sagte Gladbachs Coach Hans Meyer. Selbst wenn der 66-Jährige zugeben musste, dass mehr drin war. „Wir hatten im Ansatz gute Kontermöglichkeiten, doch haben wir sie zu unsouverän ausgespielt.”

„Ich hatte richtig Bammel vor diesem Spiel”, gab Meyer anschließend zu. Zum einen, weil der KSC in den vergangenen Wochen oft unter Wert geschlagen wurde, zum anderen, weil er mit Marko Marin und Rob Friend auf zwei wichtige Offensivspieler verzichten musste. Besonders das Fehlen von Rob Friend machte sich im Wildpark bemerkbar. Die Präsenz des Kanadiers und seine Fähigkeit, den Ball zu sichern, ging Ersatzmann Roberto Colautti trotz allem Bemühen ab. „Wie wichtig Friend ist, merkt man dann, wenn er fehlt”, hatte Meyer erkannt.

So verlief das Offensivspiel seiner Mannschaft über weite Strecken sehr zerfahren. Durch die schnellen Ballverluste mussten die Mittelfeldspieler weite Wege gehen und letztlich kam man im ersten Durchgang nur einmal zu einem gefährlichen Abschluss. Der hatte es allerdings in sich. Roberto Colautti verpasste nach einem Anspiel von Matmour die Führung, als er einen Kopfball an die Latte setzte (38.). Auf der anderen Seite hatte die nicht immer sattelfest wirkende Defensivabteilung der Borussen Glück, dass Freis mit einer Direktabnahme auch nur Aluminium traf (41.).

Diese beiden Aktionen waren die Highlights einer Partie, bei der beide Teams eher mit ihrer eigenen prekären Situation, als dem Gegner Probleme hatten. Der wie immer emsige und gleichfalls unglücklich agierende Karim Matmour vergab im zweiten Durchgang den möglichen Führungstreffer für den VfL (77.), fast im Gegenzug vergab Karlsruhes Saglik den Matchball für die Badener.

Am Ende zeigte man sich auf Gladbacher Seite genügsam. „Jeder Punkt auswärts ist ein Gewinn”, zog der künftige Münchener Alex Baumjohann ein positives Fazit und Sportdirektor Max Eberl ergänzte, dass „dieser Zähler am Ende entscheidend sein kann.” „Von Souveränität war nicht viel zu spüren”, musste Hans Meyer zugeben. „Wir sind weit davon entfernt, nach Karlsruhe zu fahren und hier mit breiter Brust mal eben zu gewinnen.”

Immerhin konnte Meyer die Erkenntnis mit auf die Heimreise nehmen, dass sein neuer Innenverteidiger Dante seine Feuertaufe bestanden hat. „Er hat es sehr ordentlich gemacht”, urteilte Meyer. Und auch der Brasilianer zeigte sich mit seinen ersten 90 Minuten einverstanden. „Ein wenig fehlt der Rhythmus. Wichtig war, dass wir keinen Gegentreffer bekommen haben.”

Wie gut Dante ist, kann er am nächsten Samstag unter Beweis stellen. Da kommt mit dem VfL Wolfsburg die Mannschaft der Stunde in den Borussia-Park. „Wir brauchen uns vor Wolfsburg nicht in die Hose zu machen”, gab sich Max Eberl kämpferisch. Aufgrund der klaren Vorzeichen dürfte sich dann auch der „Bammel” von Hans Meyer in Grenzen halten.
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