Gladbachs Abwehrchef Dante sichert das 1:1 in Bremen

Von: Sven Bremer
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Bremen. Wenn Borussia Mönchengladbachs Abwehrchef Dante zuletzt überlegt hat, ob er seinen Afro-Look vielleicht doch einmal verändern sollte, dann wird er nach dem 1:1 bei Werder Bremen solcherlei Überlegungen sicherlich eingestellt haben.

Der Brasilianer hat der Borussia mit seinem Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit einen ganz wichtigen Punkt im Abstiegskampf beschert. „Und das Tor”, sagte Dante, wuschelte sich dabei fröhlich grinsend in der Lockenpracht, „das habe ich mit den Haaren gemacht.”

In die Statistik wird es natürlich als Kopfball eingehen. Aber es bedurfte in der Tat nur einer minimalen Richtungsänderung, um den Freistoß des Kollegen Juan Arango ins Bremer Tor zu befördern. Der Kopf, sagte Dante anschließend, spiele dennoch eine große Rolle im Abstiegskampf. „Unsere Stärke ist der Kopf. Das ist unsere Qualität.”

Diese Mannschaft würde zwar öfter umfallen, so der Matchwinner, aber sie könne inzwischen auch wieder aufstehen. Gladbach lag in der ersten Hälfte am Boden. Gladbach spielte wie ein Absteiger. Und sie standen wieder auf. Spät, aber rechtzeitig.

„Wir wollten unbedingt etwas holen hier. Und wenn das klappt, ist es doch völlig egal, wenn das erst nach der 90. Minute gelingt”, meinte Martin Stranzl. Der Österreicher war heilfroh, dass sein Kollege aus der Innenverteidigung noch den Ausgleich erzielt hatte. Denn beim 1:0 der Bremer hatte sich Stranzl komplett verschätzt.

Roman Neustädter, der sich in zentraler Rolle im Mittelfeld redlich mühte, aber zunächst rein gar nichts gebacken bekam, behauptete: „Wir haben von Anfang an an uns geglaubt.” Aber er musste auch eingestehen: „In der ersten Hälfte haben wir vergessen, Fußball zu spielen.” Sein Trainer sah es ganz ähnlich. „Das war zu langsam, da hatten wir viel zu viele Ballverluste”, bemängelte Lucien Favre. Werder sei stark gewesen, sehr aggressiv, sehr engagiert. Aber dem dürfe man sich trotzdem nicht einfach so ergeben. Der Schweizer hatte sich die 90 Minuten einmal mehr in der Coaching-Zone verausgabt. Als Normalsterblicher versteht man die kryptischen Fingerzeige des akkuraten Trainers sowieso nicht. Aber auch die Gladbacher Spieler schienen erst spät begriffen zu haben, was der Coach ihnen mitteilte.

Ohne ihren gefährlichsten Angreifer, den verletzten Igor de Camargo, hatte Gladbach in Halbzeit eins eine einzige Chance in der Anfangsphase des Spiels. Einen Freistoß an der Strafraumgrenze. Sie probierten einen Freistoßtrick, der zur Folge hatte, dass sich die Borussen selbst austricksten.

Dass es nach 45 Minuten nur 1:0 für Werder stand, hatten die Gladbacher der schludrigen Chancenverwertung der Gastgeber und vor allem Schlussmann Logan Bailly zu verdanken. Bremen scheint dem Belgier zu liegen. Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte er schon einmal ein 1:1 festgehalten. In der 39. Minute war er machtlos gegen den Kopfballtreffer des Bremer Stürmers Sandro Wagner. Auch gegen den Schuss von Tim Borowski kurz vor der Halbzeit an die Latte hätte er keine Chance gehabt. „Wir fühlen uns, als habe man uns noch etwas weggenommen”, sagte dementsprechend Werders Trainer Thomas Schaaf nach dem Abpfiff, „wir hätten den Sack zumachen müssen, die Chancen waren da, aber wir haben es verpasst.”

Stattdessen versuchte Werder den knappen Vorsprung zu verwalten, ließ sich vom Gegner immer weiter hinten reindrängen. Gladbach spielte mit zunehmender Spieldauer schneller, mutiger, geradliniger. „Und intelligenter”, wie Lucien Favre anmerkte. Man sei schon ein Risiko eingegangen, meinte Roman Neustädter. „Aber wir haben dabei kein Harakiri gespielt”, so Favre.

Allein die Chancenverwertung der Gladbacher war so miserabel wie das Spiel in Halbzeit eins. Marco Reus vergab eine gute Chance, der eingewechselte Patrick Hermann traf den Ball nicht richtig. Und Martin Stranzl brachte das Kunststück fertig, den Ball aus kürzester Distanz auf den Oberrang statt ins Tor zu dreschen. Die Nachspielzeit lief bereits, als Werders Brasilianer Wesley zunächst den Ball vertändelte, sich dann nicht mehr anders als mit einem Foul zu helfen wusste. Arango zirkelte den Freistoß in Richtung Afro-Look des Kollegen Dante. Der Rest war Gladbacher Jubel. Wie auch immer der Brasilianer das Tor nun erzielt hat, er war sich einig mit Lucien Favre: „Dieser Punkt war sehr, sehr wichtig für den Kopf.”
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