Gladbach will Bayers Komplex verewigen

Von: Bernd Schneiders
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Ihm geht die Luft auch nach 95 Minuten nicht aus: Tobias Levels war auch in Cottbus wieder ein kämpferisches Vorbild. Foto: imago/Revierfoto

Mönchengladbach. In der Fußballberichterstattung nimmt das „Unsportliche” immer mehr Raum ein. Fachliche Analysen besitzen Seltenheitswert und gelten für den Adressaten gemeinhin auch als unles- oder verdaubar. Um so dankbarer muss man sein, wenn Fußball-Puristen wie Hans Meyer Einblicke ins Privatleben ihrer Fußballprofis gestatten.

„Zweimal die Woche sind sie sowieso in Düsseldorf, zum Einkaufen auf der Kö.” Soviel zur Bestärkung des Verdachtes oder der Hoffnung, das heutige Spiel seiner Mönchengladbacher Borussia gegen Bayer Leverkusen sei zumindest ein halbes Heimspiel.

Mehr als die Hälfte der gut 50.000 Zuschauer (Tageskarten sind nicht mehr erhältlich) werden den Tabellen-14. im Kampf gegen den Abstieg unterstützen.

Allerdings mussten Filip Daems & Co. diese Woche ihre Shopping-Ausflüge ausfallen lassen - die englische Woche beschränkt den Besuch der Landeshauptstadt auf die sportliche Stippvisite der LTU-Arena. Dort geht es dann weniger um Haute Couture als um Liga-Punkte.

Maßgeschneidert aber wären es in dem Fall deren drei - und Gladbach dürfte sich auch in der kommenden Saison auf dem erstklassigen Laufsteg tummeln. Davon träumt auch Hans Meyer. „Es würde mir richtig gefallen, wenn Leverkusen in dem verhexten Stadion auch das letzte Spiel nicht gewinnen.”

Der Werksklub kehrt in der neuen Saison in die ausgebaute BayArena zurück. Doch das zu große Vertrauen in diesen „Komplex” und der überraschende Doppelerfolg der letzten Tage bereiten dem Gladbach-Coach auch Sorgen: „Das birgt die Gefahr, dass einige denken, wir haben es schon geschafft.”

Routiniers wie Tomas Galasek und Paul Stalteri sind da weniger gefährdet, ihr Einsatz aber um so mehr: Stalteri hat Leistenprobleme, Galasek zwickt der Rücken, ein Mitbringsel aus dem Osten. „Ein zu weiches Bett. Das ist die Gefahr wenn in der Wohlstandsgesellschaft zu viel geboten wird und man ein Leben lang Holzbretter gewohnt war...”

Auf Rosen betten möchten etliche Vereine Marko Marin. Nachdem lange Zeit der Hamburger SV als Kauf-Favorit galt, soll nun plötzlich Werder Bremen die Liste der Interessenten anführen. Nach dem Motto: Die erwarteten Diego-Millionen müssen ja schließlich reinvestiert werden. „Wir haben noch von keinem Verein etwas Offizielles gehört”, sagt Borussias Sportdirektor Max Eberl. „Und das schon etwas fix ist, ist totaler Blödsinn.”

Einen Nachfolger hat Mönchengladbach aber schon im Visier: Marco Reus (19), U-20-Nationalspieler von Zweitligist RW Ahlen. Der offensive Mittelfeldspieler besitzt noch einen Vertrag bis 2010. Einem Wechsel dürfte er aber wenig abgeneigt sein: zwei Mal die Woche lockt ja bekanntlich die Kö...
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