Mönchengladbach - Gladbach „wie im Himmel”

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Gladbach „wie im Himmel”

Von: Morten Ritter, dpa
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Mönchengladbach. Während die Mönchengladbacher Fußballprofis vor dem Fanblock tanzten und mit den Anhängern den Klassenverbleib feierten, ließ Trainer Hans Meyer in ersten Interviews seine Zukunft beim Club offen.

„Fragen Sie mich nicht jetzt, fragen Sie mich nachher. Derzeit interessiert überhaupt nicht, was mit Hans Meyer wird. Wir werden in den nächsten Tagen darüber diskutieren”, sagte Gladbachs Coach nach dem 1:1 (0:0) gegen Borussia Dortmund, das dem Aufsteiger ein weiteres Bundesligajahr garantiert. Für die unglücklich auf Rang sechs abgestürzten Dortmunder blieb die Teilnahme an der Europa League ein Traum.

Meyer, der mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2010 ausgestattet ist, hatte zuvor bereits angedeutet, dass er im Falle des Abstiegs wohl nicht mehr zur Verfügung stehe. Auch habe er während der Saison schon überlegt, ob er die Mannschaft abgebe. Nach der Partie jubelte der 66 Jahre alte Coach verhalten. Es ist durchaus möglich, dass er zum zweiten Mal vorzeitig bei Borussia aussteigt, um einem Jüngeren Platz zu machen. Sportdirektor Max Eberl bestätigte zwar, dass Meyer die Saisonvorbereitungen intensiv mit betrieben habe und dass eine Trainersuche kein Thema sei. Doch von Meyer gab es kein klares Bekenntnis.

Auf seine Profis warteten in der Kabine zunächst fünf Kisten Bier für die nach einer katastrophalen Vorrunde kaum noch für möglich gehaltene Rettung. „Ich fühle mich wie im Himmel. Das Stadion war so elektrisierend. Ich habe eine richtige Gänsehaut”, bekannte 1:0- Torschütze Dante. Borussen-Profi Tobias Levels war froh, dass die Saison endlich vorbei ist. „Der psychische Druck spielte eine große Rolle. Mein Akku ist komplett leer”, meinte der Abwehrspieler. Auch Sportdirektor Eberl zeigte sich erleichtert: „Da fallen einem einige Steine vom Herzen. Das muss man erst mal realisieren.”

Für die kommende Saison müssen sich die Gladbacher - ob mit neuem oder altem Trainer - neu aufstellen. Offiziell noch nicht bestätigt ist die Trennung von Jung-Nationalspieler Marko Marin, der zuletzt unter Meyer dreimal nacheinander nicht für die Startelf nominiert wurde. „Ich kann dazu nichts sagen. Das wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Es kann jetzt ganz schnell gehen”, sagte Marin, der mit Werder Bremen in Verbindung gebracht wird. Der Club kämpft um seinen Youngster: „Wir wollen ihm aufzeigen, dass er sich bei Borussia besser entwicklen kann, als bei einem Club, wo er vielleicht nur die Hälfte der Spiele macht”, sagte Eberl.

Für die unglücklichen Dortmunder gab es nach einer turbulenten Spielzeit kein Happy End - und direkt nach dem Schlusspfiff auch noch Frust pur. Torhüter Roman Weidenfeller war so sauer, dass er lautstark drauflos giftete. Kapitän Sebastian Kehl musste ebenfalls laut werden und den Keeper zur Räson rufen. „Heute ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte”, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Unmittelbar nach dem Abpiff wähnten sich die Dortmunder, die durch Jakub Blaszcuykowski in der 64. Minute zum 1:1-Ausgleich kamen, noch auf Rang fünf und in der Europa League. „Dann entstand plötzlich Unruhe auf der Bank”, meinte BVB-Profi Uwe Hünemeier, der sein erstes Saisonspiel absolvierte. Der Hamburger SV kam durch ein Tor von Piotr Trochowski in der Nachspielzeit in Frankfurt noch zum 3:2-Erfolg und der BVB ging mit nur fünf Niederlagen in 34 Spielen leer aus.

„Das ist natürlich an Tragik kaum zu überbieten”, befand Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Dennoch war der 41 Jahre alte Coach nach seinem ersten Jahr beim BVB nicht unzufrieden. „Wir haben eine richtig gute Saison gespielt, uns als Mannschaft gut entwickelt und wir haben tolle Erlebnisse gehabt”, sagte Klopp. Auch Watzke nahm die verpasste Teilnahme am internationalen Geschäft sportlich. „So ist Fußball. Wir müssen daraus lernen und für die neue Saison wieder Kraft schöpfen”.
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