Mönchengladbach - Gladbach verzichtet erstmals seit Jahren auf Nachkäufe im Winter

Gladbach verzichtet erstmals seit Jahren auf Nachkäufe im Winter

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Ein großer Pokalheld ist Fabian Bäcker noch nicht, vielmehr hat er geholfen, den Wintercup zu gewinnen. Gladbachs junger Stürmer steht auf dem Sprung in den Kader.

Mönchengladbach. Nicht mal für ein Gerücht reichte es in diesem Winter. Seit Jahren fegte die Borussia die Spielerregale im Januar leer. Den notorisch gefährdeten Klub plagten Panikattacken, und so besserten die Meyer, Fach, Advocaats ständig in der winterlichen Transferperiode nach.

So erwarb sich der Bundesligist den schönen Beinamen „Kaufhaus des Westens”. Aber nun dies: Der Klub hat eine solide Hinrunde gespielt, ist mit sich und seinen Zielen im Reinen, und Trainer Michael Frontzeck sieht keinen Bedarf, den Beispielen seiner prominenten Vorgänger zu folgen.

Die Schatulle bleibt zu. „Ich vertraue diesem Kader”, sagt der 44-Jährige, und bestätigt die Sichtungsarbeit der Socut-Abteilung. Nicht einmal ein Gerücht kam auf. Das Kaufhaus des Westens gilt aus verschlossen, wenn auch eine größere Filiale nun in Gelsenkirchen geöffnet ist.

Platz 11 klingt komfortabel, doch für Gemütlichkeit ist immer noch kein Platz. Manager Max Eberl ist es schon ein bisschen zu heimelig geworden, und er hat gleich mal die gesamte Kuschelrock-Platten der letzten Tagen aus dem Fenster geworfen. „Wir waren in der Hinrunde auf einem guten Weg, aber wir haben noch nichts erreicht. Und jetzt muss ich mich schon fragen lassen, ob wir unsere Ziele nach oben korrigieren, oder welcher unserer Spieler zur WM fährt.” Das geht Eberl einfach zu schnell. „Wir wollen Schritt für Schritt die Mannschaft entwickeln.”

Die Rückrunde pfeift am Samstag gegen den VfL Bochum die Rückrunde an. Es ist ein „Sorglos-Spiel”, mit einem Erfolg würden sich die Borussen weiter absetzen von der Roten Zone. Die Bochumer gehören definitiv nicht zu den Lieblingsgegnern, von den letzten 14 Bundesligapartien hat die Borussia nicht eine gewinnen können.

„Ich habe keine Anzeichen bemerkt, dass ein Spieler den Fuß vom Gaspedal genommen hat”, sagt Michael Frontzeck nach der Vorbereitung. Der Cheftrainer stellt die Uhr wieder auf Null: „Wir haben noch nichts erreicht.”

Frontzeck gehen die Stürmer aus, aus der Abteilung Angriff flatterten einige Krankmeldungen zu viel ins Trainerbüro. Rob Friend ist verletzt, Robert Colautti und Oliver Neuville plagen Muskelbeschwerden, vielleicht reicht es für den Ex-Nationalspieler noch in den Kader. Und Karim Matmour stürmt für Algerien noch ein paar Wochen im Africa Cup. Matmour, Colautti und Neuville waren bislang die Sturmpartner von Raúl Bobadilla. Frontzeck erwägt, das System zu ändern und den Argentinier als einzige Sturmspitze aufzubieten.

Die Alternative im vertrauten 4-4-2 könnte Moses Lamidi sein. Oder der A-Jugendliche Patrick Hermann, 18, der schon regelmäßig in der U23 unterwegs ist und eine solide Vorbereitung hinter sich hat. Vermutlich taucht auch der Winter-Torjäger Fabian Bäcker mindestens im Kader auf. Der 19-Jährige ist seit einem halben Jahr Profi und hat die üblichen Startschwierigkeiten hinter sich. Hermann oder Bäcker sind Kräfte aus den eigenen Reihen. Es könnte also sein, dass die Borussia im beschaulichen Gladbacher Winter sich doch noch über unerwartete „Neuzugänge” freut.
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