Gladbach lässt Punkte liegen

Von: Morten Ritter und Johannes Schmitt-Tegge, dpa
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Borussia Mönchengladbach lässt im Titelrennen Punkte liegen, der Hamburger SV setzt seine gute Auswärtsserie fort. Im Blickpunkt beim 1:1 steht HSV-Jungprofi Arslan (Foto), der sein erstes Bundesligator erzielt. Bei Gladbach macht sich das Fehlen von Herrmann bemerkbar. Foto: dpa

Mönchengladbach. Für den ganz großen Wurf wirds wohl nicht reichen, aber damit hatten bei Borussia Mönchengladbach ohnehin die wenigsten gerechnet. „Es kann doch nicht jedes Spiel so laufen wie gegen Schalke, als wir den Gegner auseinandergenommen haben”, befand Junioren-Nationalspieler Tony Jantschke nach dem eher enttäuschenden 1:1 (1:0) gegen den Hamburger SV.

Damit verspielten die Gastgeber zwei Punkte im Kampf um die Pole Position, gewannen aber einen weiteren Zähler im Bestreben um einen Europapokalplatz. „Wir sind in der Rückrunde noch unbesiegt. Das ist mehr als gut”, betonte Borussias Torschütze Mike Hanke.

Dennoch offenbarte sich beim Überraschungsteam der Saison ein eventuell länger andauerndes Problem in der Offensivausrichtung. Die mehrwöchige Verletzungspause des torgefährlichen Flügelflitzers Patrick Herrmann trifft die Mannschaft doppelt. Da Trainer Lucien Favre seinen Außenspieler nicht gleichwertig ersetzen kann, muss Marco Reus wieder mehr auf die Flügel ausweichen. Das nimmt ihm Gefährlichkeit. „Mit Reus vorne und Herrmann rechts hatten wir die meisten Torchancen”, meinte der Borussia-Coach.

Gegen einen in der zweiten Halbzeit stark spielenden HSV gelang es immerhin im siebten Spiel in Serie unbesiegt zu bleiben und die Heimserie auf 15 Partien ohne Niederlage auszubauen. „Ich kann mit dem Punkt gut leben”, sagte Favre. Sein Team profitierte bei Hankes Führungstreffer (45.) allerdings von einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters, da der Torschütze beim Freistoß von Juan Arango im Abseits stand.

Die Hamburger unterstrichen ihre aufsteigende Form unter Thorsten Fink und blieben im achten Auswärtsspiel nacheinander unbesiegt. Bedanken konnte sich Fink bei seinem kurzfristigen Stürmer-Ersatz Tolgay Arslan. Der 21 Jahre alte Jungprofi rettete seinem Team mit dem Treffer in der 56. Minute das Remis. „Mir hätte nichts Schöneres passieren können. Da sind die Emotionen hochgekommen„, meinte Arslan. „Jetzt bin ich endlich beim HSV angekommen”, sagte der Torschütze nach seinem zweiten Saisoneinsatz. Die Hinrunde hatte er wegen einer Knöchelverletzung komplett gefehlt. Jetzt setzt sein Trainer auf ihn. „Er hat keine Angst und weiß was er kann”, sagte Fink.

Erst beim Mittagessen vor dem Spiel hatte der Stürmer von seinem Einsatz erfahren. „Mladen Petric war nicht 100-prozentig fit und Tolgay hat hervorragend trainiert”, meinte Fink. Mit dieser Entscheidung und seiner Halbzeitansprache lag der HSV-Trainer goldrichtig. Fink forderte von seinem Team mehr Ehrgeiz. „Wir geben uns doch nicht mit Platz 11 zufrieden. Wir wollen nach vorne”, sagte er seiner Mannschaft. „Da habe ich Gänsehaut bekommen”, meinte Arslan - und traf zehn Minuten später zum Ausgleich.
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