Freiburg - Gladbach hält mit - 20 Minuten lang

Gladbach hält mit - 20 Minuten lang

Von: Marc Basten
Letzte Aktualisierung:
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Christofer allein im Strafraum: Borussias Torhüter Heimeroth patzte vor dem vorentscheidenden 2:0 für Freiburg, das Verteidiger Oliver Barth (Zweiter von links) per Abstauber erzielen konnte. Foto: imago: T-F-Foto Foto: imago: T-F-Foto

Freiburg. Manchmal kommt es im Fußball darauf an, im richtigen Moment den Stecker zu ziehen. Das zeigte sich in Freiburg, wo mit Borussia Mönchengladbach der Tabellenletzte bei einem der Überraschungsteams der Liga antrat.

„In solcher Konstellation sind Chancen und Risiko gleichermaßen groß”, sagte Freiburgs Trainer Robin Dutt nach dem letztlich ungefährdeten und verdienten 3:0-Sieg seiner Mannschaft.

„Es kam darauf an, den positiven Energiestecker von Borussia rechtzeitig zu ziehen”, erklärte Dutt. Das gelang den Breisgauern nach 20 Minuten. „Bis dahin war Mönchengladbach besser und wäre da das 0:1 gefallen, wäre es sehr schwierig geworden”, so die ehrliche Analyse des Freiburger Coachs.

„Wir waren gut im Spiel und griffig”, befand Mönchengladbachs Rechtsverteidiger Tobias Levels, und auch sein Trainer Michael Frontzeck sah sein Team zu Beginn im Vorteil. „Es ist charakteristisch für unsere momentane Situation”, erklärte der 46-Jährige. „Wir machen das Tor nicht, und Freiburg geht im Gegenzug mit einer vergleichbaren Aktion in Führung.”

Diese individuellen Fehler...

Freiburg besitzt mit Papiss Demba Cissé einen Stürmer, der im Moment einfach alles trifft. Und weil Borussias Hintermannschaft in Person von Sebastian Schachten Hilfestellung leistete. „Es kommen immer wieder diese individuellen Fehler hinzu”, sagte Michael Frontzeck kopfschüttelnd.

Die Häufung dieser Aussetzer ist ein Grund, warum die Elf vom Niederrhein am Tabellenende festhängt. Zu sehen auch beim vorentscheidenden 2:0 drei Minuten vor dem Pausenpfiff. Da ließ der eigentlich zuverlässige Torwart Christofer Heimeroth einen harmlosen Schuss von Cissé aus der Hand gleiten, und Oliver Barth staubte ab.

Eine weitere Ursache für die Gladbacher Misere ist das Verletzungspech. „Ich weiß wirklich nicht, was wir verbrochen haben”, sagte Frontzeck.

Der gerade erst wiedergenesene Roel Brouwers musste mit einer Gehirnerschütterung noch vor der Pause vom Platz, Stürmer Mo Idrissou verletzte sich bei Borussias großer Ausgleichsmöglichkeit, als er den Ball aus kurzer Distanz an den Pfosten setzte und dann selbst gegen das Aluminium knallte. Eine schmerzhafte Hüftprellung und die Auswechslung zur Pause waren die Folgen.

Es kam also wieder einmal knüppeldick für die Mönchengladbacher in einem Spiel, das nach einer Stunde endgültig erledigt war. Da markierte Papiss Demba Cissé seinen 13. Saisontreffer und machte damit den Deckel auf die Partie. In der Folgezeit ließen die Freiburger Ball und Gegner laufen, und nur noch der Abgang von Ciss neun Minuten vor Schluss ließ die Gemüter hochkochen.

Der Senegalese wollte sich offenbar von jedem Zuschauer einzeln verabschieden, bis Schiedsrichter Stark ihm den Gelben Karton zeigte. „Er ist halt ein Künstler”, lächelte Robin Dutt. Wohl wissend, dass er sich diese Gemütsbewegung ob eines solchen Torjägers und sensationeller 27 Punkte erlauben kann.

Ganz anders sieht die Lage für Borussias Trainer Frontzeck aus. „Wir müssen den Kopf oben behalten”, bemühte er eine der Floskeln, zu denen er seit Wochen genötigt wird. Und auch die schon obligatorische Frage nach einem möglichen Rücktritt beantwortete Frontzeck wie immer: „Das ist keine Option.”

Die Unruhe, die in den letzten Tagen durch die sogenannte „Initiative Borussia” und der Äußerungen einiger Alt-Borussen aufgekommen war, hat Frontzeck „natürlich registriert”. „Was auch immer sie unter der Hilfe verstehen, die sie anbieten: In der momentanen Situation ist das nur Unruhe on top. Aber damit, dass wir das Spiel heute 3:0 verloren haben, hat das nichts zu tun.”

In Mönchengladbach ist die Situation mit nur zehn Punkten bedrohlicher denn je. Dass das Festhalten an Michael Frontzeck sehr wohl eine Lösung ist, bekräftigte dessen Kollege Robin Dutt. „Ich wünsche mir, dass in Gladbach die Ruhe bewahrt wird.

Unser Vorstand hat letztes Jahr gezeigt, wie man mit einem Trainer in solchen Phasen umgeht.” Dort vertraute man dem Trainer und heute grüßt der SC Freiburg von einem Platz, der die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb bedeuten würde...
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