Gladbach fühlt sich in der Grauzone richtig wohl

Von: Heribert Förster
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Mönchengladbach. Wenn ein Fußballverein mit Ambitionen in eine Saison gestartet ist und eine Platzierung im oberen Tabellendrittel als Ziel ausgegeben hat, dann ist der elfte, zwölfte Platz ziemlich ernüchternd nach 20 Spieltagen. Wenn ein Fußballverein eine Saison ohne große Ängste absolvieren möchte, dann ist der elfte Platz dagegen ein wunderbares Ziel.

In Liga 2 ist Alemannia Aachen das klassische Beispiel für einen Klub der ersten Kategorie, der Gegenentwurf ist in Liga 1 Borussia Mönchengladbach. Sie genießt das Leben in der Grauzone der Liga. Und der Gladbacher Genuss wird auch nicht durch das Wunschdenken mancher Fans und Medien gestört, die bei derzeit drei Punkten Rückstand auf Rang 6 von internationale Ambitionen phantasieren.

„Da bin ich der falsche Ansprechpartner.” Michael Frontzeck mag dieses Schwarz-Weiß-Denken so gerne wie Niederlagen, „aber Grauzonen gibt es ja kaum noch”. Die Borussia hat jedoch einen Platz in dieser Nische gefunden, und Mönchengladbachs Cheftrainer Frontzeck steht stellvertretend für die besonnene Haltung, die man in diesem Jahr erfreulicherweise einmal allen Borussen zuschreiben darf. Bodenhaftung ist bei jedem Gespräch und Gesprächspartner spürbar.

Und weil es so ist, müssen Fans und Medien nicht nur mit „grauen Gladbachern” leben, sondern auch mit Banalitäten aus des Trainers Mund. Eine schwere Aufgabe sei die Partie am Sonntag bei Aufsteiger Mainz 05, der Gegner sei eine Macht zu Hause (seit 13 Bundesligaspielen in Folge unbesiegt), sehr gut organisiert, folglich: „Die machen das sehr gut.”

So gut wie gegen Bremen beim spektakulären 4:3-Erfolg können es die Gladbacher kaum noch einmal machen, zumindest im vorderen Bereich. Auch wenn Frontzeck eine Mischung aus der Defensivarbeit in Berlin und der offensiven Leistung gegen Bremen ziemlich gut fände, „das wäre die perfekte Ausrichtung”. Dem Trainer würde aber auch eine Wiederholung der Leistung wie beim 2:0-Hinspielsieg Spaß bereiten, von der Disziplin, der taktischen Geschlossenheit und der Arbeit gegen den Ball sei es „eines der besten Spiele” gewesen.

Hinter dem Einsatz des gegen Bremen so gefeierten Raul Bobadilla (muskuläre Probleme) steht noch ein kleines Fragezeichen, „ich werde jedenfalls kein größeres Risiko eingehen”. Michael Frontzeck will das Abschlusstraining am Samstag abwarten, bei dem sich Karim Matmour nicht empfehlen kann. Nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup, wo der Stürmer viel Substanz verloren hat, soll der Algerier behutsam wieder ins Gefüge eingegliedert werden, so dass neben Bobadilla erneut Roberto Colautti in der Startelf stehen dürfte.

Voraussichtliche Aufstellung: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Marx, Bradley - Reus, Arango - Colautti (Friend), Bobadilla

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