Gladbach: „Die Spielleistung war okay”, der Lohn aber bleibt aus

Von: Heribert Förster
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Mönchengladbach. Zu den Klassikern der Fußball-Banalitäten gehört neben den Erkenntnissen, dass ein Spiel 90 Minuten dauert, der Ball rund und der nächste Gegner der schwerste ist, auch der Spruch von den Toren zum psychologisch richtigen Moment.

Drei Mal traf Bayer Leverkusen am Sonntag zum perfekten Zeitpunkt, und da Borussia Mönchengladbach nur einmal traf, schob sich die Werkself mit dem 3:1-Erfolg wieder auf Platz 2 der Fußball-Bundesliga und gestaltete das 35-minütige Comeback des ansehnlich aufspielenden Michael Ballack erfolgreich.

„So werden Spiele entschieden”, sagte Leverkusens Trainer Jupp Heynckes. Ohne zu frohlocken, denn Siege gegen „seine” Borussia sind für das Mönchen- gladbacher Urgestein immer freudlose Siege. Und so wurde das Spiel entschieden: Nach 20 von beiderseitigem Respekt geprägten Minuten wurde die Borussia mutiger, und nach einer feinen Kombination und Mo Idrissous guter Vorarbeit hämmerte Marco Reus den Ball an die Latte (24.).

Besser machte es Michal Kadlec, der einen Freistoß - Martin Stranzl hatte Renato Augusto gefoult - aus gut 20 Metern in den Winkel zirkelte (37.). Ein kaum vermeidbares Tor, ganz anders als der vorentscheidende Treffer zum 0:2. Borussias Defensive ließ inklusive Torwart Christofer Heimeroth den Dilettantismus der Vorrunde aufleben, gestattete unbehelligt Arturo Vidal eine Flanke aus dem Halbfeld und dem 1,71 Meter großen „Kopfball-Ungeheuer” Gonzalo Castro unbehelligt den Abschluss per Kopf aus zwei Metern.

Die Borussia lag am Boden. Doch sie stand wieder auf, so dass Michael Frontzeck am Ende sagen konnte, „die Spielleistung war okay”. Mönchengladbachs Trainer sagte aber auch, dass sich an den Ergebnissen „schleunigst etwas ändern muss”, denn allein für gute Spielleistungen gibt es nun mal keinen Punkte-Lohn. Allerdings den in Form von aufmunterndem Applaus nach dem Abpfiff, weil sich viele der 36.696 Zuschauer im Borussia-Park davon überzeugt hatten, dass diese Mannschaft lebt, will und manchmal auch kann.

Sie hatte ihre Chancen, sie agierte in der Defensive mit zwei Ausnahmen wesentlich stabiler als in der Hinrunde und wer weiß, was passiert wäre, hätte nicht ein Leverkusener Harvard Nordtveits Schuss aus elf Metern nach einem Getümmel im Strafraum abgeblockt. Im Gegenzug demonstrierten Vidal und Castro einmal mehr ihre Klasse, konterten brillant, und Castro erzielte das 1:3 (73.).


So blieb Martin Stranzl nur verhaltene Freude über seine durchaus spektakuläre Direktabnahme aus der Drehung zum 1:2 (65.) und die Erkenntnis: „Wir hatten viele eigene Tormöglichkeiten, das müssen wir in die nächsten Spiele mitnehmen, müssen aber auch in gewissen Situationen cleverer agieren.” Sein Partner in der Innenverteidigung war erstmals Dante, der nach fünfmonatiger Pause ein ordentliches Comeback feierte, da sich Tobias Levels 20 Minuten vor dem Anpfiff mit Magen-Darm-Problemen abmelden musste.

Für ihn rückte Nordtveit auf die rechte Abwehrseite und spielte einen soliden Part - bis auf die Szene zum 0:2, als er Castro nicht störte. „Der Knackpunkt” fand auch Frontzeck, dessen Rauswurf kurz vor Schluss von einigen Fans gefordert wurde - die wurden aber für ihr Ansinnen ausgepfiffen. Das bekam Igor de Camargo nicht mehr mit: Borussias Offensivkraft war schon mit einer Verletzung am Sprunggelenk auf dem Weg ins Krankenhaus.
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