Aachen - Fußball-WM 2018: Der deutsche Kader

Fußball-WM 2018: Der deutsche Kader

Von: bph
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Manuel Neuer DFB Nationalmannschaft Weltmeister Weltmeisterschaft
Führt seine Mannschaft in Russland als Kapitän aufs Feld: Torwart Manuel Neuer ist nach seiner Verletzung im September 2017 rechtzeitig für das WM-Turnier fit geworden. Foto: Christian Charisius/dpa
Löw DFB Nationalmannschaft WM Trainer
Will mit seiner Mannschaft den WM-Titel in Russland verteidigen: Bundestrainer Jogi Löw gab am 4. Juni den Kader für die Weltmeisterschaft 2018 bekannt. Foto: Arne Dedert/dpa

Aachen. Vom 14. Juni bis zum 15. Juli wird in Russland der neue Weltmeister gesucht. Deutschland will seinen Titel verteidigen, sich den fünften Stern sichern und mit Brasilien gleichziehen. Wir zeigen, mit welchen Jungs Joachim Löw zur WM 2018 reist.

Der Trainerstab

Nach der Heim-WM 2006 übernahm Jürgen Klinsmanns Co-Trainer Joachim Löw die Verantwortung. Zu diesem Zeitpunkt rechneten sicher nicht viele damit, dass der im Schwarzwald geborene Trainer zu einem der erfolgreichsten Nationaltrainer aufsteigen sollte: Vize-Europameister 2008, Halbfinaleinzug bei den Europameisterschaften 2012 und 2016, Weltmeisterdritter 2010 und als Krönung der Weltmeistertitel 2014 in Brasilien. In Vorbereitung auf die diesjährige WM konnte seine Mannschaft 2017 zudem den Confederations Cup gewinnen. Unabhängig vom Verlauf des Turniers in Russland wird der DFB den Weg mit Löw fortführen. Im Rahmen der Bekanntgabe des vorläufigen Kaders am 15. Mai wurde die Vertragsverlängerung bis 2022 verkündet.

Ihm zur Seite stehen Thomas Schneider und Marcus Sorg als Co-Trainer und Andreas Köpke als Torwarttrainer, der beim WM-Sieg 1990 im Kader war und 1996 als Stammtorhüter mit dem DFB-Team Europameister wurde.

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Das Tor

Den 18. September 2017 wird Manuel Neuer so schnell nicht vergessen. Im Training verletzte sich der Torwart des FC Bayern München am linken Fuß. Es folgte eine Operation und eine lange Leidenszeit. Der Kapitän des Rekordmeisters und der Nationalmannschaft kehrte erst vor dem 31. Spieltag der Bundesliga zurück ins Mannschaftstraining, bestritt in der Saison 2017/18 aber keine Partie mehr. Über einen möglichen Einsatz wurde immer wieder diskutiert, vor allem im Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Russland.
 
Im Kern ging es um die Fragen: „Kann Jogi Löw einen Torwart nominieren, der fast ein Jahr lang keine Spielpraxis sammeln konnte?“ und „Kann Jogi Löw den weltbesten Keeper zuhause lassen?“. Der Bundestrainer berief seinen Kapitän ins vorläufige Angebot und stellte klar: „Wenn Manuel fit ist, fährt er als Nummer 1 mit. Ansonsten bleibt er zuhause.“
 
Im Testspiel gegen Österreich am 2. Juni stand Neuer erstmals in einem Spiel unter Wettkampfbedingungen wieder zwischen den Pfosten. Das Spiel ging zwar mit 1:2 verloren, der Keeper zeigt aber, dass Löw auf ihn bauen kann. Damit löste Neuer sein WM-Ticket und wird in Russland das deutsche Tor hüten.
 
Ärgerlich ist das für Marc-André ter Stegen. Der Torwart in Diensten des FC Barcelona hat eine überragende Saison gespielt, ist in Spanien Meister und Pokalsieger geworden und absolute Stammkraft. Er vertrat Neuer während seiner Verletzungspause in den Spielen der DFB-Elf, machte seine Sache gut und hatte berechtigte Hoffnungen bei der WM im Tor zu stehen. Nun bleibt ihm trotz starker Leistungen nur der Platz auf der Bank.
 
Als dritter Torwart fährt Kevin Trapp mit. Der Torwart von Paris St. Germain absolviete in der abgelaufenen Saison zwar nur die Pokalspiele, kann die Löw-Truppe aber mit exklusiven Informationen über seinen Teamkollegen Neymar versorgen. Das Nachsehen hat Bernd Leno. Die Stammkraft von Bayer Leverkusen wird die WM nur im Fernsehen verfolgen und kann sich auf die kommende Saison mit der Werkself konzentrieren.
 

 

Die Abwehr

Mats Hummels, Jérôme Boateng, Joshua Kimmich und Jonas Hector dürfte die Abwehr sein, die Jogi Löw in Russland auf den Platz schicken will. Boateng absolvierte im Trainingslager in Eppan spezielle Einheiten, um nach seiner Verletzung rechtzeitig zum ersten Gruppenspiel topfit zu sein.
 
Sollte das nicht der Fall sein, stehen mit seinem Vereinskollegen Süle, der ihn auch schon in der Bundesliga ersetzte und das Zusammenspiel mit Hummels kennt, und Antonio Rüdiger vom FC Chelsea zwei denkbare Alternativen im Kader. Für Rüdiger, der auf der Insel mehr Ruhe in sein Spiel bekommen hat, ist es das erste große Turnier. Bei der EM 2016 war er neben Marco Reus der große Pechvogel, verletzte er sich doch kurz vor der endgültigen Kadernominierung. Er wurde damals durch Jonathan Tah von Bayer Leverkusen ersetzt, der aus dem Urlaub anreisen musste. In diesem Sommer kann er diesen nachholen. Er war zwar im vorläufigen Aufgebot, wurde aber mit drei weiteren Spielern wieder nach Hause geschickt.

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Das Mittelfeld

Thomas Müller, Toni Kroos, Marco Reus und die Liste könnte ewig weitergehen. Um das Mittelfeld der deutschen Mannschaft wird Jogi Löw von der ganzen Welt beneidet. Hier hat der Bundestrainer die Qual der Wahl.

Vor allem Marco Reus wird sich auf die Spiele in Russland freuen. Der Tempodribbler von Borussia Dortmund glänzte bei den vergangenen großen Turnieren stets mit Abwesehenheit, Verletzungen zwangen ihn immer wieder aufs Neue zu ungewollten Fußballpausen im Sommer. In diesem Sommer will er endlich mitmischen und der Welt sein Können auf der ganz großen Bühne zeigen.

Das Duo André Schürrle und Mario Götze sorgte 2014 für den Gänsehautmoment. Schürrle setzte sich auf der linken Seite durch, Flanke nach Innen, Tom Bartels schrie „Mach ihn!“ und Götze machte ihn. Deutschland schlug Argentinien durch den Treffer mit 1:0 und sicherte sich den vierten Stern. Doch beide konnten auf der Erfolgswelle nicht lange reiten. Beide sind mittlerweile (wieder) in Dortmund beschäftigt, die abgelaufene Saison zählt aber sicher nicht zu ihren Karriere-Highlights. Persönlich fiel es Jogi Löw sicher nicht leicht, sportlich ist die Nicht-Nominierung der beiden aber nachvollziehbar.

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Der Sturm

Timo Werner ist gesetzt. Der Stürmer von RB Leipzig sorgte bereits beim Confed-Cup im vergangenen Jahr für Furore und sicherte sich mit drei Toren und zwei Vorlagen den „Goldenen Schuh“ . Der 22-Jährige, der beim VfB Stuttgart ausgebildet wurde, ist schnell, ballsicher und abschlussstark.

Als Backup setzt Löw auf die Erfahrung von Mario Gomez, der im Winter vom kriselnden VfL Wolfsburg zurück in die Heimat nach Stuttgart. Die Schwaben spielten unter Trainer Tayfun Korkut eine hervorragende Rückrunde und beendeten die Saison auf dem siebten Platz - auch dank acht Treffer von Mario Gomez.
 
Die Überraschungsnominierung des vorläufigen Kaders, Nils Petersen, ist nicht dabei. Der Stürmer aus dem Breisgau ist in der abgelaufenen Bundesligasaison mit 15 Toren der treffsicherste Deutsche gewesen, absolvierte aber im Testspiel gegen Österreich am 2. Juni erst sein erstes Spiel für die A-Mannschaft - mit 29 Jahren. Für ihn ein tolles Erlebnis, für Sandro Wagner das Ende der Nationalmannschaftskarriere. Da der Bayern-Stürmer von Löw nicht berücksichtigt wurde, trat er aus der DFB-Elf zurück - nach insgesamt neun Länderspielen.

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Hinweis: Die Angabe "DFB-Debüt" bezieht sich auf das erste Spiel für die A-Mannschaft. Spiele für die Jugendauswahlen oder Olympiamannschaften wurden nicht berücksichtigt.

 

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