Fußball-TÜV: Drei Sterne für die Stars von morgen

Von: Bernd Schneiders
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Mönchengladbach. Die Innenarchitektur als Leitfaden: Jugendspieler bei Borussia Mönchengladbach nähern sich ihrem Traum raumweise.

Je höher die Zahl hinter dem U, desto näher ihre Kabine am Allerheiligsten - dem Bereich der Lizenzspieler mit dem Zugang zur Spielfläche im Borussia-Park.

Der Flur ist mit 13 „Doping-Mitteln” dekoriert: den Trikots derjenigen Junioren aus den letzten fünf Jahren, seit Bezug des Stadions also, die es in den Profibereich geschafft haben.

Der Weg ist lang, aber gangbar. Für Holger Hyronimus war nicht die relative Nähe zu Frankfurt, dem Sitz der DFL, der Ausschlag, zu einer Pressekonferenz der Deutschen Fußball Liga in Mönchengladbach zu laden: „Es ist die Qualität der Ausbildung. Borussia ist ein Vorzeigeprojekt.”

Dessen „Vater” ist der heutige Sportdirektor Max Eberl. 17 aktuelle Jugendnationalspieler stellt der Klub. Die DFL sieht sich nach der Titel-Flut der Junioren-Auswahlmannschaften in ihrem Konzept der Jugendleistungszentren bestätigt.

Diese gehören inzwischen zum Lizenzierungsverfahren und wurden erstmalig im Jahr 2007/2008 geprüft. Verantwortlich dafür ist die Firma „Foot Pass”.

Der „Fußball-TÜV” untersuchte alle 36 Klubs der Bundesligen und zertifizierte ihre Nachwuchsarbeit. Zwölf erhielten mit drei Sternen die höchste Auszeichnung, darunter Borussia Mönchengladbach. 14 Klubs, darunter Alemannia Aachen, erhielten keinen Stern.

Ziel aber ist es, wie Hieronymus betont, nicht eine Abstrafung sondern die Verbesserung der Jugendarbeit. Die Zertifizierung durch „Foot Pass” ist keine reine Prüfung, sondern beinhaltet auch die Nacharbeitung zur Verbesserung, wie „Foot Pass”-Busines-Manager Hugo Schoukens betont, der in Mönchengladbach seine Arbeit vorstellte.

Hieronymus erwartet denn auch, dass sich die Zahl der „Sternlosen” beim nächsten Mal halbieren werde (Auf- und Abstieg ausgeklammert). Fast 70.000 Euro haben die Klubs im letzten Jahr in ihre Leistungszentren investiert.

Und der Ex-Profi weiß, dass es „gerade für Klubs, die Grenzgänger zwischen den Ligen sind, nicht immer einfach ist, etwa beim Bau eines neuen Stadions ein oder zwei Millionen für den Aufbau der Nachwuchsabteilung zu investieren, wenn das Geld dann bei den Transfers fehlt.”

Die Sterne sind allerdings auch ein Schlüssel zur Verteilung der Gelder aus dem Uefa-Topf. Vier Millionen waren es im letzten Jahr, demnächst sind wohl gar sechs zu verteilen.

Gladbachs Nachwuchsdirektor Roland Virkus, Nachfolger von Eberl, macht noch eine andere Rechnung auf: „Wenn man für Spieler wie Marcell Jansen und Marco Marin 22 Millionen an Transfererlösen erzielt, muss jeder Präsident doch einsehen, dass sich die Investitionen lohnen.”
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