Für Stale Solbakken ist die Uhr abgelaufen

Von: Günter Kirschbaum
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Die letzte Niederlage war zu v
Die letzte Niederlage war zu viel: Stale Solbakken musste den Trainerstuhl beim FC vier Spieltage vor Saisonschluss räumen. Foto: Rainer Dahmen

Köln. Jetzt hat es Stale Solbakken doch erwischt, die Hängepartie beendet. Der Norweger ist seinen Job beim abstiegsgefährdeten 1. FC Köln auf der Zielgerade seines ersten Jahres am Rhein los.

In einem zehnminütigen Gespräch teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Claus Horstmann, dem 44-Jährigen seine Beurlaubung mit. Für die letzten vier Saisonspiele wird Frank Schaefer das Kölner Profiteam übernehmen.

Solbakken hatte noch das Vormittagstraining geleitet. Für 17 Uhr hatte Horstmann den Trainer zum Gespräch einbestellt, um ihm die Entscheidung der Gesellschafterversammlung mitzuteilen. Eine Stunde später wurde die Mannschaft darüber informiert, dass sie einen neuen sportlichen Chef hat. Mit Solbakken muss auch sein „Co” Bart Wiggen gehen. Frank Schaefer steht bei der Mission Klassenerhalt Dirk Lottner als Assistenz zur Seite. Zum Teammanager wurde Stephan Engels ernannt.

Die Entscheidung für den Trainerwechsel begründete Dr. Werner Wolf. „Der Klassenerhalt hat im Schlussspurt dieser Saison für uns oberste Priorität”, ließ der Vorsitzende des Verwaltungsrates in einer Erklärung verbreiten. „Nach dem Spiel gegen Mainz ist die Beurlaubung von Stale Solbakken ein bedauerlicher, aber zu diesem Zeitpunkt unausweichlicher Schritt. Aus Gründen der Kontinuität haben wir bis zuletzt am Trainer festgehalten. Die positiven Ansätze aus der Vorbereitung auf das Spiel gegen Bremen haben jedoch nach einer insgesamt unbefriedigenden Rückrunde keine nachhaltige Wirkung gezeigt. Unser Team braucht jetzt erkennbar neue Impulse.”

Mit Frank Schaefer kommt ein FC-Intimkenner wieder in Amt und Würden. Schaefer hatte den FC schon einmal nach einer Trainerentlassung übernommen. Ende Oktober 2010 wurde der damalige Coach der U 21 Cheftrainer. Nach internen Querelen mit Sportdirektor Volker Finke trat Schaefer am 27. April 2011 zurück. Finke übernahm vier Spieltage vor Schluss. In Köln wiederholt sich Geschichte hin und wieder. Schaefer blieb dem FC treu - bis am Donnerstag als Nachwuchs-Koordinator

Doch es darf vermutet werden, dass der 48-Jährige nicht die erste Wahl für die FC-Bosse war. Mittwochnachmittag, als im Kölner Umfeld schon mit der Demission Stolbakkens gerechnet wurde, reiste Geschäftsführer Horstmann ins Ruhrgebiet. Dort soll er sich mit Holger Stanislawski getroffen haben, um ihm die Solbakken-Nachfolge anzubieten. Doch der Ex-Profi, der am 9. Februar beim Liga-Konkurrenten Hoffenheim ggen Markus Babbel ausgetauscht worden war, sagte am Donnerstag dankend ab.

Solbakken war im Sommer bei seiner Verpflichtung als ein Mann vorgestellt worden, der eine Spielidee hat und diese auch umsetzen will. Doch schon der Start war holprig. Der Norweger, der in der Champions League zuvor mit dem FC Kopenhagen für Aufsehen gesorgt hatte, stolperte mit seinem neuen Team in die Saison. Zwar war die Hinrunde mit 21 Punkten die beste seit langem, doch die Kölner entwickelten sich immer mehr zur Schießbude der Liga. 63 Gegentreffer in 30 Spielen stellen den traurigen Spitzenwert im Fußball-Oberhaus dar.

Nun versucht der Kölner Chaos-Klub noch zu retten, was vielleicht gar nicht mehr zu retten ist. Schaefer ist um diese Aufgabe nicht zu beneiden. In Mönchengladbach, gegen Stuttgart, in Freiburg und zum Schluss gegen den FC Bayern - da warten hohe Hürden auf die FC-Rettungscrew. Schon Sonntag im Borussia-Park wird sich zeigen, ob diese Panikhandlung überhaupt noch greift.
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