Für Martin Stranzl ist die Kritik berechtigt

Von: zva/tf
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Diskutieren über die Chancenv
Diskutieren über die Chancenverwertung, nicht über die Rotation: Martin Stranzl (links) und Trainer Lucien Favre. Foto: imago/Revierfoto

Aachen/Nikosia. Martin Stranzl findet, dass all diejenigen Recht haben, die nun diskutieren über das Thema der Woche bei Borussia Mönchengladbach. Da lässt der Routinier keine Zweifel aufkommen.

Sportdirektor Max Eberl kämpft derweil wie einst als Spieler, mutiert zum verbalen Wadenbeißer. „Die Leute haben keine Ahnung, wenn sie einem Trainer, der bei Borussia seit 19 Monaten fantastische Arbeit leistet, eine solche Entscheidung übelnehmen”, giftete der seit Freitag 39-Jährige und findet Kritik an Lucien Favres großer Rotation unangebracht. Total unangebracht.

Für Stranzl war nicht das fünffache Wechselspiel zum Auftakt in der Europa League beim zyprischen Meister AEL Limassol das Thema, der Österreicher nahm die Diskussion eher verwundert zur Kenntnis. Für ihn stand die Vielzahl der vergebenen Möglichkeiten im Mittelpunkt - wie schon in der Liga gegen Nürnberg. „Wir müssen nicht diskutieren, wer gespielt hat und wer nicht. Den Vorwurf, dass wir die Chancen hier nicht genutzt haben, den müssen wir uns gefallen lassen.”

Hätte ist hypothetisch...

Dieses 0:0 ist eine gefühlte Niederlage, und natürlich wird in den Diskussionen die Nicht-Nominierung der eigentlichen Basisspieler Stranzl, Filip Daems, Juan Arango, Luuk de Jong und 45 Minuten lang auch Granit Xhaka als Hauptgrund gesehen.

Hätte Daems den Elfmeter schießen können, hätte Arango einen der gleich drei in aussichtsreicher Position gegebenen Freistöße schießen können, hätte de Jong statt Igor de Camargo köpfen können, hätte dann die Borussia gewonnen? Vielleicht 3:0, wie es möglich gewesen wäre? „Es ist doch hypothetisch zu sagen, dass wir hier in anderer Besetzung gewonnen hätten. Du hast einen Kader und brauchst jeden Mann. Wenn du hier schnell ein Tor machst, und das war ja mehr als möglich, machst du alles richtig”, urteilte Stranzl moderat, während Eberl weiter giftete. „Die Leute erzählen dummes Zeug, sie haben keine Ahnung.” Der Trainer wisse, was am besten für die Spieler sei.

Und deshalb steht auch noch nicht fest, wer am Sonntag ab 15.30 Uhr bei Bayer Leverkusen von Lucien Favre für die erste Elf nominiert wird. Aber man darf von einer „Zurück-Rotation” ausgehen vor den drei interessanten Spielen in Leverkusen, gegen Hamburg (Mittwoch) und in Dortmund (kommenden Samstag).

Bei der Werkself monierte Sportdirektor Rudi Völler nach dem 0:0 gegen Charkow in der Europa League am Donnerstag den „fehlenden Killerinstinkt”, und man könnte meinen, er habe vor dem Fernseher zuvor der Borussia im fernen Nikosia zugeschaut. Das konnten auch die Gladbacher kritisieren, die sich wieder einmal an den Worten ihres Erfahrensten orientieren sollten. „Denn”, so Martin Stranzl, „auch in schwierigen Phasen muss man irgendwann punkten.”

So könnten sie spielen: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Cigerci (Marx) - Herrmann (Rupp), Xhaka, Arango - de Jong
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