Mönchengladbach - Für diesen Gladbacher Sieg gibt es mehr als drei Punkte

Für diesen Gladbacher Sieg gibt es mehr als drei Punkte

Von: Heribert Förster
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„Geh rein und mach es”: Luc
„Geh rein und mach es”: Lucien Favre und Peniel Mlapa. Foto: imago/Müller

Mönchengladbach. So begeistert hat man Lucien Favre selten gesehen. Die Miene des Schweizers verriet größten Respekt, das Kopfnicken bedeutete ein sattes Lob wie der finale Fingerzeig: sein Daumen ging nach oben.

Mönchengladbachs Fußball-Lehrer war angetan nach dem 2:0-Erfolg seiner Borussia in der Europa League über Olympique Marseille. Mit Leidenschaft und großem Ehrgeiz hatte Stephané Gödde seinen Job erledigt.

Stephané Gödde? Das Lob Favres für den Dolmetscher fiel ein bisschen euphorischer aus als für die Mannschaft, eher nüchtern analysierte der Trainer den befreienden Erfolg. Der war aus zwei Gründen sehr wichtig: Zum einen hat die Borussia weiter eine Chance, im Europapokal zu überwintern, zum anderen, und das ist noch viel höher einzuschätzen, „ist es gut für den Kopf”. Das sahen wie Favre alle Borussen, doch klar ist: Man darf auch den schönsten Europapokalsieg nicht vor dem nächsten Bundesligaspiel loben.

Das findet bereits morgen statt, in Hannover gilt es ab 17.30 Uhr, den Sieg über Marseille zu bestätigen. Wie es gehen könnte, wissen alle, allein: Es bleibt eine gewisse Skepsis nach den Auftritten in Dortmund und Bremen. Aber die Partie gegen Marseille nährte aus verschiedenen Gründen die Hoffnung, dass die Borussia einen erfolgversprechenden Weg eingeschlagen hat.

Die Bereitschaft, mit- und füreinander zu spielen war ausgeprägt wie lange nicht mehr, die defensive Grundordnung stimmte, und speziell nach dem erlösenden Treffer zum 2:0 gab es ansehnliche Kombinationen zu bestaunen. „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg”, freute sich Sportdirektor Max Eberl, der „Kämpferherz und Laufbereitschaft” herausstellte. „Wir sind schon bis zur Pause fünf Kilometer mehr gelaufen als Marseille.”

Mit die geringste Laufleistung hatte Peniel Mlapa, dennoch war der 21-jährige gebürtige Togoer einer der am meisten gefeierten Spieler. Die geringe Laufleistung hatte den Grund, dass der deutsche U-21-Nationalspieler erst nach 65 Minuten für den verletzten Luuk de Jong eingewechselt wurde. Die Feierlichkeiten hatte er seinem nur zwei Minuten später erzielten Treffer zu verdanken.

Dieses 2:0 nach Filip Daems Handelfmetertor (33.) wirkte wie ein Befreiungsschlag. Grund genug, den Schützen die Szene schildern zu lassen: „Ich hab einen Zweikampf im Mittelfeld gewonnen, mir den Ball kurz vorgelegt und einfach abgezogen. Ich weiß, dass ich einen guten Schuss habe und freue mich, dass ich den Ball so gut getroffen habe.” Wichtig auch: „Das 2:0 hat die nötige Ruhe in unser Spiel gebracht.”

So kam die Borussia nicht mehr in Gefahr, und schon bis zum finalen Tor hatte eine kleine Umstellung große Wirkung gezeigt. Mit Patrick Herrmann auf der Position hinter de Jong hatte das Spiel mehr Struktur, „das hat etwas gebracht durch seine Schnelligkeit und Durchschlagskraft”, urteilte Favre.

Doch im Blickpunkt stand Peniel Mlapa, der auch in Hannover seine Chance bekommen dürfte. Denn de Jong, der drei kleine Fleischwunden am Knie genäht bekam, dürfte wie Tony Jantschke ausfallen, der nach seiner schweren Gehirnerschütterung das Krankenhaus aber wieder verlassen hat. Ein sichtlich gelöst auftretender Mlapa dementierte, dass er eine Menge Frust mit in seinen satten Schuss gepackt hatte.

„Es war kein Frust dabei, es war mein Ziel, das 2:0 zu machen.” Nach einer starken Vorbereitung musste das Kraftpaket zum Saisonauftakt verletzt zuschauen und danach kam der aus Hoffenheim Gekommene nicht richtig in die Gänge - auch weil er zu ungeduldig war. „Doch der Trainer hat immer gesagt, ich soll die Ruhe bewahren, ich würde meine Chance bekommen.” Und gleich die erste hat er eindrucksvoll genutzt.

So könnten sie spielen: ter Stegen - Stranzl, Brouwers, Dominguez, Daems - Nordtveit, Marx - Rupp, Arango - Herrmann - Mlapa
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